Operation „Rampensau“

„Kopf hoch, sonst rutscht das Krönchen runter!“ Das ist mein aktueller Lieblingspostkartenspruch. Passend dazu habe ich heute bei allerschönstem Frühlingswetter die Operation „Rampensau“ gestartet. Mittelfristig angepeiltes Ziel: Meine Hunde benutzen eine Rampe, um ins Auto ein- und wieder auszusteigen.

Sehr kurzfristig – nämlich in der ersten Trainingseinheit – erreichtes Ziel: Skipper und Fizz laufen fröhlich die Rampe rauf und runter. Bei meinem Freudentänzchen ist mir fast die Krone vom Kopf gerutscht. Warum ich mich so freue, dass zwei erwachsene Hunde eine Übung aus der Welpenstunde machen? Weil es alles andere als selbstverständlich ist, dass Skipper und Fizz über eine schmale, etwas wackelige Rampe laufen.

Fizz, fünf, fällt es infolge einer neurologischen Erkrankung und mehrerer Knochenbrüche inklusive Wirbelfrakturen schwer, jede einzelne Pfote bewusst zu setzen. Einen niedrigen Hürdensprung schafft sie lässig, aber sobald sie beim Cavalettitraining l-a-n-g-s-a-m gehen soll, bringt sie alle Stangen in die Startaufstellung für eine Partie Mikado.

Zu meinem großen Glück ist meine Zauermaus sehr ehrgeizig. Sobald sie eine Aufgabe verstanden hat, strengt sie sich sehr an, sie zu lösen. Zu ihrem persönlichen Vergnügen. Dabei profitiert sie von der Bärmaus alias Skipper als Trainingspartner. Der ist mit seinen 13 Jahren zwar fast blind, so gut wie taub und leider auch dement, aber beim freien Formen (Shaping) blüht er auf.

Das jahreslange Clickertraining hat ihn stark und schlau gemacht. Und wenn Fizz, die positiv bestärkt durch Gerd Schreiber ebenfalls „clicker wise“ (Karen Pryor hat diesen wunderbar treffenden Ausdruck geprägt) geworden ist, der Bärmaus beim Kekse verdienen zuschauen muss, macht sie einfach nach, was er vormacht.

Protokoll der ersten Trainingseinheit für die Operation „Rampensau“:

  1. Die Rampe liegt flach auf dem Rasen, und die Hunde gehen mit Futter vor der Nase (als Bremse!) drüber. Dieser Schritt ist wegen Skippers geschwundener Sinne vor allem für die Bärmaus sehr wichtig und geht immer ratzfatz.
  2. Rampe als Target: Belohnt wird das ruhige Stehen auf der noch liegenden Rampe mit allen vier Pfoten. Da meine Hunde Targettraining mit sehr vielen verschiedenen Targets kennen, ging auch der zweite Schritt sehr schnell.
  3. Ein Rampenende wird auf einen stabilen Karton aufgebockt. Danach Wiederholung der Schritte 1 und 2. Allerdings kommen zum ruhigen Stehen auf der Rampe noch Hochlaufen, Umdrehen und langsames Runterlaufen dazu.
  4. Das obere Rampenende wird weiter erhöht. Es liegt jetzt auf dem großen Blumenkübel vorm Haus. Wiederholung der bisherigen Schritte: Laufen über die Rampe mit Futterlocken, Stehen auf der Rampe, Hochlaufen, Umdrehen und langsames Runterlaufen. Für Skipper war das ein riesiger Trainingsschritt. Nicht wegen der größeren Neigung, sondern weil der Blumenkübel vorm Haus steht – dort, wo ich mein Auto parke.

Jahreslanges Clickertraining macht stark und schlau: Wenn ich Skipper etwas Neues präsentiere, erkundet er es neugierig.

Jahreslanges Clickertraining macht stark und schlau: Wenn ich Skipper etwas Neues präsentiere, erkundet er es neugierig.


Dass ich zwei alte Viehtränken vorm Haus habe, ist für die Operation „Rampensau“ sehr praktisch.

Dass ich zwei alte Viehtränken vorm Haus habe, ist für die Operation „Rampensau“ sehr praktisch.


Da Skipper Targettraining kennt und liebt, hat er schnell verstanden, dass die Rampe ein Target ist, auf dem er mit allen vier Pfoten stehen soll.

Da Skipper Targettraining kennt und liebt, hat er schnell verstanden, dass die Rampe ein Target ist, auf dem er mit allen vier Pfoten stehen soll.


In den Blumenkübel sollte er sich eigentlich nicht legen, aber ich hätte ihn knutschen können, weil er mir das angeboten hat.

In den Blumenkübel sollte er sich eigentlich nicht legen, aber ich hätte ihn knutschen können, weil er mir das angeboten hat.

Zum Schluss ein nicht völlig uneigennütziger Buchtipp: „Das große Handbuch Clickertraining – Positive Verstärkung erklärt von A bis Z“, Cadmos Verlag, 2014.

Ein Kommentar

  1. Hallo Inka, toll was ihr mit dem Klickertraining alles umsetzt. Für meine Setter nutze ich den Futterbeutel als positive Bestärkung (klar, muss ich schnell sein – aber da die Jungs so gerne apportieren…). Targettraining ist auch supi. Klasse auch dein Blog, auf den ich nun öfter mal „klicken“ werde ;-).
    GLG dalassend
    Danni

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