Alptraum: Hund weg!

Weil es jedem passieren kann, dass ein Hund wegläuft, tragen Skipper und Fizz seit Kurzem den „Perso“ von SafePet bei sich. Zwar sind die Schrecken der jüngsten Silvesterknallerei, die in Hannover anscheinend besonders arg war, von den meisten inzwischen wieder vergessen. Und zum Glück ist die Mehrzahl der viel zu vielen Haustiere, die vor den Böllern weggelaufen, sind wieder zu Hause. Doch einige bleiben vermisst, wahrscheinlich für immer.

Die kleinere Variante des „Perso“ von SafePet ist nur etwa vier Zentimeter lang.

Die kleinere Variante des „Perso“ von SafePet ist nur etwa vier Zentimeter lang.

Es kann tatsächlich auch dem umsichtigsten Hundehalter passieren. Für einen solchen halte ich mich. Und dennoch habe ich Fizz schon mal eineinhalb Stunden lang zunehmend verzweifelt im Harz gesucht, nachdem sie aus mir bis heute unbekannten Gründen verloren gegangen war auf einem Spaziergang.Ja, Fizz ist gechippt und dreifach registriert: bei Tasso, im Deutschen Haustierregister und natürlich im Niedersächsischen Hunderegister. Letzteres ist Pflicht für alle Hunde in Niedersachsen, aber im Falle des Verschwindens komplett unnütz. Leider.

Aber so sinnvoll die Registrierung der Chipnummer bei Tasso und/oder im Register des Deutschen Tierschutzbunds auch ist, ohne Umweg über eine Polizeidienststelle, das nächstgelegene Tierheim oder bestenfalls eine Tierarztpraxis führt der Weg zurück nach Hause nicht, denn die Nummer des implantierten Mikrochips muss mit einem speziellen Lesegerät abgelesen und der Kontakt zum Besitzer über das Register hergestellt werden.

Zehnttausende Tiere entlaufen jedes Jahr in Deutschland. Möglicherweise sogar Hunderttausende. Rund um Silvester steigt die Wahrscheinlichkeitskurve ganz steil an für den Alptraum von jedem Hundehalter. Heute sind zwar die sozialen Netzwerke, allen voran Facebook, heute eine gute Ergänzung zu den Zetteln mit Telefonnummernabrissen an den Bäumen in der Gegend, in der der Hund (oder die Katze) weggelaufen ist. Aber: Auf direktem Weg nach Hause geht es nur, wenn der Finder oder Fänger gleich eine Telefonnummer zwecks Abholungsvereinbarung wählen kann, weil diese am Tier in irgendeiner Form befestigt ist.

Ich mag die Adresshülsen mit dem Zettel drin nicht: Die klimpern und gehen leicht auf. Oder es Regen läuft rein und macht aus dem Zettel drinnen Pappmaschee. Deshalb bevorzuge ich Tiermarken. Seit Kurzem gibt es Marken, die wie ein kleiner Personalausweis aussehen – und nicht klimpern. Erfinder und Hersteller des „Pet-Perso“ ist ein polnisches Start-up-Unternehmen, wie mir Geschäftsführer Krzysztof Nowakowski via PN an die Hundeblog-FB-Seite berichtete und mich zum Produkttest einlud. Ich nahm die Einladung an.

Nicht ohne meinen „Pet-Perso“: Fizz trägt eine Tiermarke von SafePet am Geschirr.

Nicht ohne meinen „Pet-Perso“: Fizz trägt eine Tiermarke von SafePet am Geschirr.

Der Webshop ist sauber programmiert, macht einen sympathischen Eindruck, die Bestellung lief folglich einfach und reibungslos. Ich orderte die kleinere Variante. Die ist „Papillon-proofed by Chap“, also so klein, dass sie sogar der drei Kilogramm leichte und insgesamt recht zarte Papillon-Rüde Chap von Grappamaus&friends-Teammitglied Andra Kröber klaglos getragen hat. Bei Fizz und Skipper sehen sie aus, als hätte ich die Preisschilder ihrer Geschirre nicht abgemacht. Böse Zungen mögen behaupten, das seien Preisschilder für meine Hunde. Dabei sind meine Bärmaus und meine Zaubermaus definitiv unverkäuflich!

Die SafePet-Marken sehen tatsächlich aus wie ein Personalausweis. Inklusive Foto oben links. Nur sind sie deutlich kleiner als eine Scheckkarte. Alle Angaben sind optional. Das heißt, dass ich selbst entscheiden kann, mit welchen Daten meine Hunde rumlaufen. Mir gefällt, dass es ein Feld für medizinische Angaben für etwaige Handicaps und Unverträglichkeiten gibt. Eine ungeplante Fahrt in der Trommel meiner Waschmaschine haben die PetSafe-Marken problemlos überstanden. Mein Fazit: schicke Tiermarken mit hohem Nutzwert.

Zum Schluss möchte ich von euch gern wissen:

  1. Ist euer Hund bei Tasso oder im Deutschen Haustierregister registriert?
  2. Trägt euer Hund eure Telefonnummer am Halsband? Falls ja, auf einer Tiermarke oder auf einem Zettel in einer Kapsel?
  3. Ist euer Hund schon mal weggelaufen? Falls ja, wie habt ihr ihn wiederbekommen?

12 Kommentare

  1. Ja, ich kann es bestätigen! Ein wahres Horror-Elebnis ist es wenn der Hund plötzlich weg ist!
    Ich habe es erst vor 5 Tagen selbst erlebt. Da war Stimpy auf Beutezug in unserer Feldmark und im angenzenden Wald unterwegs. Es war stockdunkel als sie plötzlich nach 1,5h wieder neben mir stand. Schleppleine war abhanden gekommen aber immerhin war sie wieder da.

    Meine beiden sind bei Tasso und im niedersächsischen Hunderegister registriert. Aber das hätte mir an dem Abend ja auch nicht geholfen. Ich denke im Moment über einen GPS-Tracker nach, den die kleine Maus umbekommt. Aber da muss ich mich erstmal noch schlau machen!

    Viele liebe Grüße
    Steffi mit Ren & Stimpy

  2. Meine drei Hunde sind gechipt, bei Tasso und im Nds. Hunderegister registriert. Sie tragen außerdem eine kleine Marke am Halsband mit ihrem Namen und meiner Handynummer incl Vorwahl für Deutschland, weil wir öfter mal gemeinsam im Ausland unterwegs sind.
    Was steht denn außerdem auf dem Perso bzw. welche weiteren Infos braucht es eurer Meinung nach noch, wenn der Hund verloren geht? Hilft einem der Perso im nicht-deutschsprachigen Ausland?

    Ist der Hund in Panik und lässt keinen an sich ran, dann hilft vermutlich ohnehin weder Marke noch Perso. Bei meiner ehemaligen Angsthündin gab es deshalb anfangs ein Geschirr mit von weitem lesbarer Handynummer aufgestickt auf dem Rückensteg.
    Ich denke mal, die optimale Lösung für alle gibt es nicht, oder?

    • Hmpf! Die Idee, die Telefonnummer im internationalen Format, also mit +49 vorweg, anzugeben ist super, Britta. Schade, dass ich nicht selbst darauf gekommen bin. Tja, und Angsthunde sind immer ein spezialgelagerter Sonderfall… Das neue Buch „Angsthunde“ von Bettina Specht hat dem Thema Weglaufen und Wiederbekommen ein ganzes Kapitel gewidmet. Das Buch kann ich auch sonst sehr empfehlen!

    • GPRS Tracker hilft hier. Die gibt es schon für 100 Euro

  3. Unsere Hunde sind bei Tasso registriert, aber zum Glück haben wir die Rückvermittlung noch nie gebraucht, weil (*toi toi toi*) noch nie einer verloren gegangen ist.

    Am Hund sind bei uns keine Marken, Telefonnummern o.ä.: zum einen, weil sie häufig „nackt“ im Freilauf unterwegs sind, um die Verletzungsgefahr beim Spielen zu verringern, zum anderen, weil sie sich eh nicht von fremden Menschen anfassen, einfangen oder mitführen lassen würden. Besonders den älteren Rüden könnte vermutlich nur ein Profi zu fassen kriegen – und dann kann ja auch der Chip ausgelesen werden.

  4. Ich hab noch einen Nachtrag aus der anderen Persprektive: Meine Hunde mussten noch nie rückvermittelt werden, aber uns sind in den letzten Jahren mehrfach Hunde zugelaufen.
    1. Nicht-Hundehalter, die zu der Zeit bei uns zu Besuch waren, erzählten, dass sie sich niemals getraut hätten, dem großen Golden Retriever Rüden ins dicke Fell ans Halsband zu fassen und nach einer Marke o.ä. zu suchen.
    2. Auch der völlig nackte Hund, ebenfalls ein recht großer Golden Rüde, war mit Hilfe der Polizei innerhalb von 2-3 h rückvermittelt, ohne den Umweg über das örtliche Tierheim und ohne Auslesen seines Chips. Das ließ sich alles telefonisch klären, während er bei uns gemütlich auf einer Decke vorm Ofen schlief.
    3. Der alte, offensichtlich desorientierte Tibet-Terrier, der nachts wild bellend vor unserer Haustür stand, war ebenfalls nackt und im örtlichen Tierheim bereits bekannt. Er wurde bei uns abgeholt und direkt zu seinen Haltern gebracht.

    Ist der Hund weg, dann hängt es meiner Meinung nach viel mehr davon ab, ob die Menschen, auf die er dann trifft, ihm zugewandt sind als davon, welche Markierungsmaßnahmen außer dem inzwischen ohnehin notwendigen Chip man getroffen hat.

    Oder, um es ganz provokant zu formulieren: Das äußerliche Markieren sorgt eigentlich nur dafür, dass man sich für den Fall der Fälle besser fühlt, beeinflussen wird es den Verlauf aber nur unwesentlich.

  5. Ich bin mir auch nicht sicher, ob es unbedingt einen Vorteil bringt die Daten am Hund zu befestigen. Geht dieser verloren und der „Finder“ gehört nicht zur Front der Nächstenliebenden hat er im Grunde das „Hundestarterset“ frei Haus gekriegt, also Daten, Name und weitere Angaben über meinen Hund, die ihm/ihr nützlich sein könnten, den Hund als sein Eigentum ggf. auf sich anzumelden oder bei einem Tierarzt vorstellig werden zu lassen.
    Ich glaube nicht, dass es viel mehr oder weniger bringt als der normale Microchip.
    Wenn ein Finder den Hund nach Hause bringen will, wird er ihn bei der Polizei oder einem Tierarzt vorstellen, dieser liest den Chip aus, Thema erledigt.
    Meint der Finder es nicht gut, wird ihn auch die schönste Hundemarke dieser Erde nicht davon überzeugen, das Tier wieder her zu geben – und er hat dann noch authentische Daten.
    Mich erinnern diese Karten sehr an die Schulranzen von Grundschulkindern, an denen auch oft Name und Adresse / Telefonnummer der Eltern geheftet waren. Da wurde früher bereits gewarnt, dass jemand mit unschönen Absichten den Namen am Rucksack lesen könnte und durch Ansprechen des Kindes mit Namen eine falsche Vertrauensbasis erweckt.

    Auf der anderen Seite, als meine – damals hochpanische – Hündin die Leine durchbiss und von der Bult bis zum Seelhorster Kreuz lief wurde sie 4 Stunden von niemandem gesehen. Autofahrer entdeckten sie dann hinter der Leitplanke am Seelhorster Kreuz und informierten die Polizei. Diese, sowie das Tierheim und in unserem Fall auch der Zoo waren bereits meinerseits informiert, sodass eine schnelle Zuordnung erfolgen konnte.
    Im Falle meiner Hündin kam aber auch niemand näher als 30m an sie heran – eine Auslesung irgendwelcher Daten war ohnehin undenkbar.

    Ich bezweifel daher die Sinnhaftigkeit dieser Marken und appelliere eher an den Halter, alles erdenkliche vorzubeugen, dass es gar nicht erst zum Entlaufen des Tieres kommt. Denn beim späteren Suchen zählt keine Prävention – sondern lediglich Glück

    • Noch eins fällt mir dazu ein. Je ansprechender und freundlicher die bunten Anhänger sind, desto eher suggerieren sie einem negativ eingestellten Finder, dass der Hund harmlos sei und man ihn anfassen könnte (wie sonst sollte sonst die Marke gelesen werden).

      Die besten Erfahrungen habe ich tatsächlich gemacht, wenn mein großer Rüde nichtmal ein Halsband um hat, er auch nicht angequatscht wird. Sitze ich im Cafe, erlebe ich immer wieder, wie er angesprochen wird. Hat er aber weder Leine noch Halsband um, haben die Leute mehr Respekt und sprechen ihn nicht an. Ich denke so manch „verloren gegangener Hund“ (zB nach einem Hetzen im Wald) findet eher zu seinen Besitzern zurück, wenn er nicht durch fremde Menschen abgelenkt oder angesprochen wird. Lockversuche etc. entfallen vermutlich auch eher und der Hund findet so vielleicht schneller Heim.

      hat alles seine Vor- und Nachteile. Für uns isses jedenfalls nix.

    • Hannah, ich stimme dir absolut zu. Als nach wie vor gnadenlose Optimistin mit Hang zum Idealismus habe ich nicht ständig Angst, dass mir ein Hund geklaut wird. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich Tierschutzhunde mit Gebrauchsspuren und Macken habe, die kaum einer so sehr schätzt und haben mag wie ich.

  6. Meine sind gechipt und bei Tasso und im Niedersächsischen Register registriert. Sonst haben die beiden nichts dabei, was sie ausweisen könnte.

    Eine Freundin hatte sich die Tierpersos für den Koratienurlaub anfertigen lassen (auch mit intern. Schreibweise), weil sie es dort vor Ort am sinnvollsten fand, falls die Hunde abhanden kommen.

    Ich finde die Tierpersos vom Format etwas „zu groß“, vor allem für kleinere Hunde, da könnte Abhilfe geschaffen werden. Meine beiden mögen zudem kein „Gebammel“ an den Halsbändern, weshalb ich davon absehe, ihnen etwas daran zu hängen. Ich hoffe einfach das Beste, dass die Registrierungen der Chip-Nr. ausreichend sind, wenn sie innerlands verloren gehen, da ich davon ausgehe, das jeder Finder vielleicht TA, Polizei oder Tierschutz kontakten würde.

    Im Ausland würde ich auch obige Variante nutzen

  7. Diese Tierpersos sind eigentlich eine echt feine Idee. Chili ist natürlich bei Tasso registriert, trägt aber auch manchmal ein Halsband, auf dem eine unserer Handynummern gedruckt ist, sowie ihr Name. Auch auf ihrem K9-Geschirr steht dick und fett Chili drauf. Ich mache mir die Hoffnung, dass – falls sie mal verloren gehen sollte – die Leute so weniger Angst vor ihr haben und sie heranrufen können. Im Grunde ist es aber so, dass Chili noch nie abgehauen ist und ich mir diesbezüglich auch weniger Sorgen mache. Chili ist kein Hund, der sich allzu weit von uns entfernt, sie checkt immer, ob wir in der Nähe sind und ziemlich auf uns fixiert. :-) Zum Glück. Das war mir in ihrer Erziehung auch ganz besonders wichtig.
    Liebe Grüße, Kathy

  8. Registriert ist/war unsere kleine Cora bei Tasso.
    Eine Adresshülse aber haben wir ihr nicht umgetan, weil ich davon ausgehe das 90% aller nicht Hundebesitzer sich sowieso nicht ernsthaft um einen entlaufenden Hund kümmern würden.

    Vor 11 tagen, es war einer der ersten schönen Tage wo sie Sonne sich blicken ließe, ging ich morgens um 10 uhr mit unsere Cora einer bildhübschen Rumänischen kleinen Mischlingshündin raus. Alles war total schön und ruhig. Wir kamen bald zu unserem Weg wo wir sie meistens von der Leine machen. Doch soweit kam es nicht. Ich kniete mich zu Ihr hin zog ihr das Brustgeschirr richtig. Dann passierte es, mir viel die Flexi Leine auf den Boden aus Knie Höhe.
    Der Aufprall war demnach nicht so laut – aber Cora rannte sofort in voller Panik richtung zuhause!!! Ich bin sofort hinterher aber durch die schleifgeräusche hatte Sie nur noch mehr Panik.
    Sie drehte sich nicht einmal um (obwohl Sie sonst aufs Wort hörte) und am ende des Weges auf der einzigsten Strasse die Sie überqueren musste kam das Auto.
    Ich sah wie Sie unter das vordere Rad geriet. Unter Schock nam ich Sie und rannte Blutüberströmt nach Hause. Mit meiner Freundin die zuhause nichts ahnend saß, ging es so schnell wie möglich zum Tierarzt. Aber nichts hätte mehr geholfen. Seit 18 Jahren habe ich Hunde und das war das erste mal das mir sowas passiert ist – es ging leider nicht gut aus.
    Das war einer meiner schlimmsten Tage!

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