Mein Findus, mein Spiegel

Mit einer gemeinsamen Bloggeraktion zelebrieren wir, die Zweibeiner von Issn‘ Rüde! und Fiffibene, sowie ich, Inka, zurzeit die Freundschaft zwischen Mensch und Hund. Mit euren Einsendungen! Jillian beschreibt im Rahmen der von BENEFUL® unterstützten Gewinnspielaktion „Mein Hund – mein bester Freund!“, wie sie in Findus ihren Spiegel fand.

Von Jillian Becker

„Du kamst Knall auf Fall in mein Leben gepurzelt, du zartes Wesen.“

„Du kamst Knall auf Fall in mein Leben gepurzelt, du zartes Wesen.“

Plötzlich warst du einfach da. Mein kleines freches, unsicheres Fuchsmädchen, das so schelmisch grinsen kann wie die Katze Findus aus den schwedischen Kinderbüchern. Ja, mein Findus bist du, und noch etwas, was ich anfangs verkannt hatte: Du bist mein Spiegel.

Wenn ich entspannt und zufrieden bin, so sind es auch deine Gesichtszüge – wenn ich innerlich kämpfe und mich abmühe, so schaust du mich fragend an, und deine Körperhaltung wirkt starr. Ich habe lange gezweifelt, ob wir so recht zueinander passen, ob ich dir die Sicherheit geben kann, die du brauchst, die Ruhe vermitteln, die du nie gekannt hast.

Und langsam spüre ich: Wir sind uns ähnlich und wir wachsen zusammen, du lernst von mir und ich von dir. Wir haben beide unsere Macken, und doch haben wir uns ziemlich gern. Wir sind nicht perfekt, doch wir geben beide unser Bestes. Das ist es doch, was Freundschaft ausmacht.

Du kamst Knall auf Fall in mein Leben gepurzelt, du zartes Wesen. Ich hatte gerade schweren Herzens meinen Pflegehund verabschiedet, den ich am liebsten behalten hätte – doch meine Entscheidung kam zu spät, als sich bereits Interessenten in ihn verliebt hatten. Noch in derselben Nacht machte ich mich auf die Suche im Internet, denn ich wusste, dass ich es nicht lange ohne Fellnase aushalten würde, die Zeit war reif für meinen ganz eigenen vierbeinigen Begleiter.

„Wir sind uns ähnlich und wir wachsen zusammen, du lernst von mir und ich von dir.“

„Wir sind uns ähnlich und wir wachsen zusammen, du lernst von mir und ich von dir.“

So recht erinnere ich mich nicht mehr, wie ich dich gefunden habe, denn du gehörtest einer kleinen privaten Tierschutzorganisation an, die nur sehr wenige Hunde zur Vermittlung vorstellte. Fakt ist, ich entdeckte deine Bilder und war augenblicklich verliebt in dich, du kleine kupferfarbene Schönheit. Sofort und ohne zu zögern kontaktierte ich deine Vermittlerin, und, schwupps, hatte ich bereits am nächsten Morgen eine herzliche Antwort im Postfach. Dann ging alles sehr schnell.

Von deiner Pflegestelle in Südspanien kamst du zu mir in das winterliche verschneite Norddeutschland. Was das für ein Schock gewesen sein muss! Als du aus dem Transporter stiegst, warst du noch viel winziger und zerbrechlicher, als ich dich erwartet hatte. Sofort folgtest du mir anstandslos, als sei völlig klar: Ich gehöre nun zu dir. Sofort war mein Herz berührt und mein Beschützerinstinkt geweckt.

Du warst ganz anders als der Hund, den ich mir für mich vorgestellt hatte, und doch warst du es nun, mein zitterndes zartes Mädchen. Ich fand dich zuckersüß und doch nagte die Frage an mir, ob wir zu einem guten Team wachsen konnten. Gewünscht hatte ich mir eine Fellnase, die entspannt auf fremde Menschen reagiert, die Kinder mag und die ich einmal zum Therapiebegleithund ausbilden könnte. Genau diese Kriterien hatte mein Pflegehund erfüllt, und doch warst du es, die bei mir blieb, und nicht er.

Vielleicht gab es dafür einen Grund, den ich noch nicht erahnte?

Vielleicht gab es etwas, das ich durch dich lernen konnte und du durch mich?

Dennoch konnte ich das Gedankenkarussell nicht abstellen: Hatte ich vorschnell und unüberlegt gehandelt, wärst du bei jemand anderem besser aufgehoben und ein anderer Hund geeigneter für mich? Würde ich dich jemals vertrauensvoll ableinen und deinen ausgeprägten Jagdtrieb umlenken können?

Lange zweifelte ich an meiner Entscheidung. Sehr wahrscheinlich wirst du nie dieser Therapiehund sein, von dem ich geträumt hatte, der besonnene Begleiter, den nichts so schnell aus der Ruhe bringt. Du bist wie ich: leicht zu erschüttern und sensibel, impulsiv und fahrig, und doch voller Neugier auf das Leben. Und vielleicht passen wir gerade deswegen so gut zusammen.

„Sofort folgtest du mir anstandslos, als sei völlig klar: Ich gehöre nun zu dir.“

„Sofort folgtest du mir anstandslos, als sei völlig klar: Ich gehöre nun zu dir.“

Ich erkenne dich, du fragiles Rehkitz. Ich merke durch dich genau, wann ich meine Gelassenheit verliere und wann ich bei mir bin. Dir entgeht nichts, du zeigst mir, wie ich bin, indem du mein Verhalten reflektierst. Du gibst mir die Chance, mich zu erkennen und an mir zu arbeiten. Damit ich für dich der Ruhepol werden kann, den du brauchst, die Sicherheit, die du nie hattest.

Und zwischendrin ist immer wieder Raum für Leichtigkeit und so viel Harmonie mit dir. Du hast mich schon auf vielen kleinen Reisen begleitet und dich vorbildlich verhalten in Auto, Bus und Zug, als ob du nie etwas anderes getan hättest, mein Abenteuerfuchs! Ein Jahr bist du nun bereits bei mir, und wir haben einiges zusammen erlebt. Immer wieder versetzt du mich in Staunen.

Langsam weicht mein Zweifeln, und unsere Bindung wird immer stärker.

  • Denn wenn du dich unter der Bettdecke an meine Beine schmiegst und einen tiefen zufriedenen Seufzer von dir gibst,
  • wenn du mich mit einer Schleckattacke überraschst und voller Lebensfreude aufdrehst und all die grauen Gedanken in mir vertreibst,
  • wenn du mich in die Gegenwart lockst und mich für das Rascheln von Blättern begeisterst, indem du in Laubhaufen tollst mit deiner herrlich kindlichen Art,
  • wenn du voller Verzückung herunterfallenden Nüssen hinterher springst und sie leidenschaftlich erlegst,
  • wenn du ohne Zögern auf meinen Schoß springst, dich wie eine Katze zusammenrollst und selig einschläfst, dich voller Vertrauen mit deinem ganzen kleinen Gewicht gegen mich drückst und Traumlaute japst,

… dann kann ich nicht anders als mein Herz ganz weit zu öffnen und zu wissen, dass ich dich nie wieder gehen lassen werde – mein kleiner Findus, mein Spiegel, mein schönes spanisches Straßenmädchen.

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