Er war nie ein einfacher Hund

Mit einer gemeinsamen Bloggeraktion zelebrieren wir, die Zweibeiner von Issn‘ Rüde! und Fiffibene, sowie ich, Inka, zurzeit die Freundschaft zwischen Mensch und Hund. Mit euren Einsendungen! Nachfolgend macht Eva im Rahmen der von BENEFUL® unterstützten Gewinnspielaktion „Mein Hund – mein bester Freund!“ ihrem Samojedenbuben post mortem eine Liebeserklärung.

Von Eva Gegerle

„Irgendwas hat mich fasziniert an ihm.“

„Irgendwas hat mich fasziniert an ihm.“

Ich sah ihn bei uns im Tierheim (Tiere in Not Odenwald e.V.): ein Samojede, aus der Türkei von einem anderen Tierschutzverein nach Deutschland gerettet, der sich nicht anfassen ließ und der mittlerweile 24 Stunden durch einen Maulkorb abgesichert war, weil er jede Person, die ihn anfassen wollte nachhaltig und beschädigend attackiert hat. Man bat unseren Verein um Unterstützung; deshalb war er jetzt hier.

Da saß er nun, und irgendwas hat mich fasziniert an ihm, vielleicht wusste mein Bauch schon damals, dass wir uns im Innersten sehr ähnlich waren. Ich nahm ihn mit auf den Platz und dachte mir, Junge, wenn ich dir jetzt das Halsband wechseln kann, ohne dass du mich frisst, dann ziehst du zu mir, und ich werde deine neue Pflegestelle; und wir schau’n mal, ob ich dir nicht Benimm beibringen kann.

Es hat funktioniert, und er kam mit. Ziemlich schnell war klar, dass er Probleme mit der Hüfte haben muss. Ein Röntgenbild brachte dann die niederschmetternde Diagnose: beidseits keine Hüftpfanne, und die Hüfte über dem Steiß bemuskelt. Das alles mit großen Schmerzen verbunden, es erklärte so vieles.

Eingestellt auf Schmerzmittel wurde er zwar nicht unbedingt freundlicher, aber er schenkte mir mit der Zeit doch sein Vertrauen, und als ich dann Wochen später den Maulkorb das erste Mal abmachen und vor allem ohne Probleme wieder aufziehen konnte, war ich sehr stolz auf uns beide.

Er war nie ein einfacher Hund, er hatte immer seinen eigenen Kopf, und ich habe von ihm mindestens genauso viel gelernt wie er von mir. Wir haben angefangen zu clickern, und es hat uns beiden so viel Spaß gemacht, immer neue Tricks zu lernen. Wir waren so eins dabei.

Leider war er nur ein knappes Jahr bei mir, die Schmerzen wurden trotz der Schmerzmittel für ihn immer unerträglicher, leider musste ich ihn einschläfern lassen – es war für mich einer der schlimmsten Momente. Ich hätte nie gedacht, dass mich der Verlust eines Hundes so aus der Bahn werfen würde und ich hatte selten vorher so geheult wie an diesem Tag.

Er war mein Herzihund, wir waren ein Dreamteam, ein eigenwilliges, oft auch arrogantes, aber wir haben auch viel gelacht – miteinander und übereinander, mein Candasbub und ich.

Ich vermisse ihn heute noch.

„Er war nie ein einfacher Hund, er hatte immer seinen eigenen Kopf, und ich habe von ihm mindestens genauso viel gelernt wie er von mir.“

„Er war nie ein einfacher Hund, er hatte immer seinen eigenen Kopf, und ich habe von ihm mindestens genauso viel gelernt wie er von mir.“

4 Kommentare

  1. Hallo Eva,
    du hast meine absolute Hochachtung dafür, dich für einen so schwierigen Hund entschieden zu haben.
    Ich weiß, wie man wahrgenommen wird, allein nur wenn man einen Hund mit Maulkorb führt. Es macht der Umgebung Angst und man muss einiges abkönnen, um damit klar zu kommen, dass die meisten Leute auf der Straße entweder vor einem weglaufen oder aber selbst agressiv reagieren.

    Ich bewundere eure Arbeit bei TINO. Ihr arbeitet an dem, was andere verbockt haben, ihr helft und schafft so unglaublich viel!

    LG
    Britta

  2. Dein Hund hat in dem Jahr bei Dir die schönste Zeit seines Lebens verbracht.
    Es ist schade, dass nur so wenige schwierige Fälle diese Erfahrung machen dürfen.
    Trägt ein Hund einen Maulkorb, kann das Spazieren schon mal zu einem Spießrutenlauf werden. Auch ich habe da schon meine Erfahrungen machen können. Dabei ist ja genau dieser gesicherte Hund in dem Moment der Ungefährlichste von allen!
    Danke für den Bericht
    Lina

  3. hallo, ich glaube ich kenne ihn….war er auch schon samstags in der Raufergruppe? tiere in not ist ein toller verein. schön, dass sie den „kleinen“ in solch liebevolle hände vermitteln konnten. ist es nicht bereichernd, wenn man sieht wie sich ein hund entwickelt und man mit ihm in harmonie leben kann? ute leistet tolle arbeit und ich finde es wunderschön, dass du solch eine schöne zeit mit ihm hattest. lg christel löffler

  4. Was für eine berührende Geschichte, und so ein wunderschönes Tier, ich glaube ich hätte mich auch angezogen gefühlt von ihm… Ich bin der Meinung es hat immer eine tiefe und schöne Bedeutung, so eine Verbindung.

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