Mit Schwarzkümmelöl gegen die Spinnentiere mit der Neigung zum Vampirismus

Solange ich Hunde habe, suche ich nach einem wirksamen Mittel gegen Zecken, das keine Nebenwirkungen hat. (Zeichnung: Jule)

Solange ich Hunde habe, suche ich nach einem wirksamen Mittel gegen Zecken, das keine Nebenwirkungen hat. (Zeichnung: Jule)

Nachdem Hundeblog-Coautorin Karin im Juli einen Versuch mit Schwarzkümmelöl zur Zeckenabwehr an ihrer Mischlingshündin Kira und ihrem Kater Eric begonnen hat, habe ich auch gleich eine Flasche Schwarzkümmelöl bestellt und einen eigenen Versuch gestartet. Denn ein wirksames Mittel gegen die kleinen Plagegeister, das möglichst keine Nebenwirkungen hat, suche ich schon, solange ich Hunde habe. Und erst recht seit ich vor drei Jahren praktische Erfahrungen mit Borreliose und Anaplasmose sammeln musste. Denn das Schlimme sind eigentlich nicht die Zecken an sich, sondern die Krankheiten, die die Spinnentierchen mit der hohen Affinität zum Vampirismus übertragen: neben Borreliose und Anaplasmose auch Barbesiose und Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME (Übersicht über die wichtigsten Krankheiten, die in Deutschland von Zecken übertragen werden).

Ich verwende Spot-on-Präparate, seit die ersten Mittel zum Auftropfen auf den Markt kamen. Erst Frontline, danach Exspot, dann Advantix und seit diesem Jahr das neu in Deutschland zugelassene Vectra 3D. Der in den Spot-ons enthaltene Wirkstoff Permethrin ist hochwirksam gegen Zecken, Flöhe, Läuse und andere Insekten. Allerdings ist die Liste der unerwünschten Wirkungen leider nicht kürzer als die der erwünschten. Denn Permethrin ist wie alle Insektizide: ein Gift. Grappa und Whisky durfte ich wegen ihrer Epilepsie gar nicht damit spotten; und Fizz soll wegen einiger neurologischen Schäden nach einer unbehandelten Hirnautentzündung eigentlich auch kein Spot-on bekommen. Allerdings scheint sie Vectra 3D gut zu vertragen.

Nebenwirkungslose Mittel gegen kleine Plagegeister sind leider meist auch wirkungslos gegen dieselben: Knoblauch, Bernsteinketten, etc. Gute Effekte sollen sich mit Kokosöl erzielen lassen. Dazu muss man seinen Hund jedoch mindestens einmal täglich am ganzen Körper einreiben. Das erzeugt zwar eine angenehme Anmutung von Bounty, dauert aber bei zwei Hunden schon länger, als mir lieb ist. Auf eine neue ungiftige Alternative zu den chemischen Zecken-Repellents lässt nun ein „Jugend forscht“-Projekt hoffen: das Samenöl des Schwarzkümmels (Nigella sativa), innerlich angewendet.

Meine Versuchstiere:

  • Skipper, Border-Collie-Rüde mit showlinienbedingtem Plüschüberschuss
  • Fizz, kurzhaariges Border-Collie-Mädel mit Hang zum Flitzen durchs Unterholz

Eignung meiner beiden Versuchstiere:
jeweils 100 Prozent

Beginn des Versuchs: 23. Juli 2014

Gestern habe ich meinen Versuch mit Schwarzkümmelöl zur Zeckenabwehr vorerst abgeschlossen. Der Grund: Öl alle. Skipper und Fizz hatten täglich morgens einen Teelöffel Schwarzkümmelöl übers Futter bekommen. Zum Zeitpunkt des Versuchsstarts hatten beide noch (Rest-)Schutz durch Vectra 3D. Gestern gab es den letzten Löffel. Vorerst. Denn mein Fazit nach knapp drei Monaten lautet: nur eine Zecke an zwei Hunden, die täglich an Büschen vorbeistreifen, von denen sich die Minivampire auf sie stürzen könnten. Zwar weiß ich nicht, ob die üble Zeckenzeit ohnehin Ende Juli schon vorbei war, aber ich bin definitiv sehr zufrieden mit dem Ergebnis.

Welche Erfahrungen habt ihr mit Mitteln gegen Zecken gemacht?

12 Kommentare

  1. Schwarzkümmel haben wir auch probiert.
    Bei uns ist das mit den Zecken auch jedes Jahr ein Elend. Bis ca. Mai kommen wir mit den „alternativen Mittelchen“ à la Kokosöl, etc. gut hin, doch wenn die Zeckenhochsaison startet haben wir von einem auf den anderen Tag keine Chance mehr gegen diese krabbelnden Monster.
    Die Folge ist bislang immer gewesen, dass ich um Mai herum jedem eine Portion Expot in den Nacken gegeben habe und die Giftstoffe per Ortomolekularer Mischung vom „Wunderapotheker“ ausleiten konnte. So sind meine Hunde unbeschwert und zeckenfrei.
    Die „Dröhnung“ reicht meist bis Mitte Herbst – also jetzt so. Schwarzkümmelöl gibt es nun auch immer mit ins Futter – ob es nun hilft oder nicht, kann ich nicht sagen. Denn Nanuq war nach seiner OP sehr anfällig Zecken betreffend und da er nun frisch gefüttert wird, kommt das Öl mit anderen Ölen mit ins Futter. Aiyana hingegen „muss“ noch das restliche Trockenfutter auffuttern, bevor ich sie umstelle und sie erhält KEIN Öl (experimenteller Versuch, höhö). Und siehe da: Keiner der Beiden hat zzt Zecken (bis auf eben Nanuq nach der OP, ist nun aber wieder vorbei) – ob mit oder ohne Öl.

    Ob es also nun am Öl, am Karma oder einfach daran liegt, dass meine Hunde in dieser Jahreszeit für Zecken uninteressant sind, vermag ich nicht zu sagen. Ich denke nur, dass die Nebenwirkungen OHNE Zeckenschutz deutlich riskanter sind, als die Nebenwirkungen der Spot Ons. Erst recht, wenn letzteres gut ausgeleitet werden kann.

    • Jürgen Hofmann

      Hallo Hannah, wie werden die Giftstoffe per Ortomolekularer Mischung denn ausgeleitet?. Wie ist die Mischung und wie funktioniert das? Hast Du schon neuere Erkenntnisse mit Spot-on Produkten oder Halsbändern?

  2. Danke, Hannah. Deiner Meinung, dass kein Zeckenschutz die schlechteste Lösung ist, schließe ich 100%ig mich an!

  3. hallöchen,
    ich hab mir auch lange gedanken gemacht, was wir für unsere kleine nehmen können, immerhin ist sie außerdem noch sehr jung gewesen, als wir ihr das erste mal einen zeckenschutz aufs fell träufeln wollten. sie hatte aber auch danach zahlreiche zecken, wir wohnen schließlich auch mitten im wald und zwischen feldern, da geht es morgens, mittags, abends durch die gräser. ich hab mich dann mal gewagt und feeprotect bestellt. finde das zwar relativ teuer, aaaaber seit wir unserer schäferhündin die flüssigkeit über das fell gerieben haben, hatten wir keine einzige zecke mehr. anfangs soll man es eine woche jeden tag auftragen, danach nur noch zwei mal pro woche. weil ich aber ziemlich vergesslich bin, hab ich es zu beginn vielleicht drei mal hintereinander und danach nur noch alle paar wochen angewendet. zecken sind trotzdem weg, wenn das nächstes jahr auch so klappt, bin ich überzeugt. übrigens: weil auch hier kokosöl drin ist riecht sie immer wie eine kokosmakrone. wer’s mag… 😉
    liebe grüße, kathy

  4. Marius Burelbach

    Vielen dank Kathy für den guten Tipp, werde es auch mal ausprobieren 🙂
    Liebe Grüße

  5. Schwarzkümmelöl als natürliche Variante gegen Zecken klingt erstmal sehr interessant, hatte ich zuvor noch nichts von gehört.

    Meinen Briard Rüden kann ich sehr gut mit Zeckenhalsbändern Abhilfe verschaffen. Aber ein paar mogeln sich doch immer durch. Werde Schwarzkümmelöl nächstes Jahr mal testen!

  6. Ich habe mit Interesse die Tipps gelesen und werde sie bei meiner Ayla ausprobieren. Sie hat immer viele Zecken, weil wir durch Feld und Wald laufen. Ein Halsband mag ich ihr nicht anziehen, aber mit dem natürlichen Schwarzkümmelöl möchte ich es versuchen. Bisher kannte ich nur Teebaumöl im Nacken, hat da jemand Erfahrung mit gemacht?

    Gruß, Sascha

  7. Hallo,
    super Idee mit dem Schwarzkümmelöl! Wenn das wirklich funktioniert, würde ich das natürlich viel lieber nutzen als irgendein Insektizid. Ich werde es nächstes Jahr zur Zeckenzeit mal ausprobieren.
    Grüße von der Leine (Göttingen) an die Leine!
    Penka

  8. Hallo,

    also Schwarzkümmelöl gegen Zecken habe ich vorher schonmal gehört aber ob es wirklich funktioniert? Ich weiß ja nicht.
    Was ich so interessant finde ist das Schwarzkümmelöl sogar bei Zahnfleischluten hilft.
    Diese Studie http://www.parodontcreme.de/files/upload/studie.pdf erklärt vieles über Schwarzkümmelöl.
    Ich hoffe mal das es nicht an der Zeit lag, das die Zecken einfach nicht gebissen haben sondern das das Öl geholfen hat 🙂

    Grüße Lisa

  9. Wir leben in einer wahren ZEckenhochburg. Ich habe mittlerweile von Exspot über Advantix (die ZEcken hingen trotzdem an den Hunden) hin zu Scalibor (da hing leider die Haut vom Hund ab…) alles probiert.
    Kokosöl einreiben hilft ein wenig, weil die Zecken offensichlich länger oben am Fell krabbeln – bei meinen weißen Hunden sind sie dann besser abzupflücken.
    Schwarzkümmelöl bekommen beide regelmäßig. Hat gegen ZEcken wenig Wirksamkeit bewiesen. Es ist aber gesund und darum füttere ich es weiter.

  10. Hab den Beitrag eben gelesen. Schwarzkümmel scheint ja eine Wunderwaffe zu sein. Auch bei uns Menschen gibt es unzählige Anwendungsbereiche.
    Bin irgendwie sicher, dass es auch gegen Zecken wirken wird..

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