Ein perfekter Spaziergang

Was ist perfekt? Also, in Hinsicht auf einen Spaziergang? Gute Hundebegegnungen vielleicht? Ja, definitiv! Gutes Wetter? Für mich bestimmt. Schnüffelmöglichkeit für den Hund? Auch. Ein See zum Plantschen? Für Kira ein Muss. Ein Spaziergang ohne Ärger? Unbedingt!

Gehören definitiv zu einem perfekten Hundespaziergang: gute Hundebegegnungen. (Fotos: Karin Götting)

Gehören definitiv zu einem perfekten Hundespaziergang: gute Hundebegegnungen. (Fotos: Karin Götting)

Bei einem ausgeglichenen Spiel tauschen Hunde die Rollen. Das heißt: Jeder darf mal oben und mal unten sein.

Bei einem ausgeglichenen Spiel tauschen Hunde die Rollen. Das heißt: Jeder darf mal oben und mal unten sein.

Das alles hatten wir heute. Aber was mich auf dem Spaziergang wirklich gefreut hat war, dass ich nur rücksichtsvolle und einsichtige Hundehalter getroffen habe.

Aber von vorn. Da ich in den vergangenen Wochen privat und beruflich ziemlich beschäftigt war, sind die regelmäßigen wirklich langen Spaziergänge etwas zu kurz gekommen, und Kira war demzufolge ein wenig unzufrieden und unausgelastet. Das Buddeln auf den kleinen Spazierrunden hat unverhältnismäßig zugenommen, und sie hat mich häufig zum Spielen und zu Aktionen aufgefordert, nur hatte ich keine Zeit. Heute war der erste Tag, an dem ich wirklich wieder so richtig durchgeatmet habe. Da war für mich klar, dass ich ihr entweder eine Runde Spielen auf der Hundewiese oder einen langen Spaziergang gönne. Also habe ich den Hund ins Auto geladen und bin in Richtung Hundewiese gefahren: nach Langenhagen an den Wietzesee.

Direkt hinter uns ist eine etwas größere Hündin auf dem Parkplatz  ausgestiegen, mit der Kira bereits vor einem halben Jahr super gespielt hat und auf der Wiese wartete ein junger Labrador-Rüde. Nach kurzem Abchecken, ob denn Spielen erwünscht sei, haben wir die Hunde losgelassen. Es folgten: ein wenig Beschnuppern, Spielaufforderungen und Rumgerenne. Leider hat sich das Spielverhalten der größeren Hündin etwas arg ins Bedrängen bis hin zu dem Versuch eines Rollover verändert, also habe ich Kira aus dem Spiel abgerufen – und das hat auch geklappt! Das Frauchen der anderen Hündin hat ihren Hund rangerufen und gefragt, ob und was denn da jetzt schiefgegangen sei. Das finde ich toll. Sie wusste zwar, dass da was nicht so richtig war, konnte aber nicht genau bestimmen, was es gewesen ist. Zugeben können, dass man etwas nicht weiß, zeugt von Größe!

Nach einer Auszeit für beide Hunde haben wir noch einen zweiten Versuch gestartet, der jedoch leider auch wieder abgebrochen werden musste. Und weil ich Kira das kein drittes Mal antun wollte, habe ich mich freundlich verabschiedet und bin in Richtung See weitergegangen. Kira wäre sicherlich nach kurzer Zeit der jüngeren Hündin gegenüber nachdrücklich geworden, aber wegen des Größenunterschieds und weil man sich nicht ganz sicher sein kann, wie das ausgeht, wollte ich kein Risiko eingehen.

Weiter durch den Park sind uns zwei Kleinhunde begegnet, wovon der eine extra bereits auf angenehme Distanz angeleint wurde. Ein kurzes Beschnuppern war okay, danach gingen wir in entgegengesetzte Richtungen weiter. Nun kam der entspannte Teil um den See herum, einen Schäferhund auf Distanz gesichtet, kein Problem. Auf dem Rückweg flankierten derselbe Schäferhund und ein Terrier rechts und links meinen Weg. Frauchen nahm ihren Schäferhund am Halsband, der Terrier wälzte sich unbeeindruckt im Gras, alle Beteiligten blieben entspannt, man wechselte ein paar nette Worte und ging seiner Wege.

Auf einer perfekten Hunderunde darf ein Hund sich schmutzig machen!

Auf einer perfekten Hunderunde darf ein Hund sich schmutzig machen!

Auf dem Rückweg kamen wir wieder an der Hundewiese vorbei. Die Besetzung hatte in der vergangenen Stunde gewechselt: ein Beaglemischling, dem das Klicken meiner Kamera nicht geheuer war, bei dem Herrchen jedoch die Gelegenheit für die Gegenkonditionierung nutzte (ich durfte auch einen Keks in den kleinen Kerl einwerfen), ein Border Collie, der erst einmal den Rückwärtsgang einlegte (dabei habe ich Kira extra vom Starren abgehalten) und ein Ich-weiß-nicht-was. Nach kurzer Rücksprache war Kira abgeleint, aber ein richtiges Spiel wollte mit keinem der drei in Gang kommen. Also haben wir Menschen uns nett unterhalten, ich habe noch einige Fotos gemacht, und als Kira dann meinte, sie müsse jetzt auf Spurensuche gehen, sind wir nach Hause gefahren.

Während ich diesen Blogbeitrag schreibe, liegt sie – frisch gebürstet, von Klettenlabkraut und Grannen befreit – auf ihrem Kissen und schläft zufrieden.

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