Gastbeitrag: Ein starkes Herz für ein langes Hundeleben – Herzvorsorge beim Hund

Herzvorsorge ist wichtig: Mit Antioxidantien kann ich meinen Hund vor Herzproblemen schützen. (Foto: futalis)

Herzvorsorge ist wichtig: Mit Antioxidantien kann ich meinen Hund vor Herzproblemen schützen. (Foto: futalis)

Genau wie Menschen können auch Hunde unter Herzproblemen leiden. Eine sogenannte Herzinsuffizienz kann sowohl angeboren als auch erworben sein. Erkrankungen wie Adipositas, also Übergewicht, können das Risiko für Herzerkrankungen erhöhen. Die Ernährungsexpertin Dr. Maria Hänse von futalis geht in diesem Fachbeitrag auf die Ursachen von Herzstörungen bei Hunden ein und gibt Empfehlungen, wie Hundehalter Herzproblemen vorbeugen können.

Bei einer Herzinsuffizienz ist die Funktion des Herzens so stark eingeschränkt, dass es nicht in der Lage ist, genügend Blut in den Kreislauf zu pumpen. Die Folge ist ein Sauerstoff- und Nährstoffmangel im Hundekörper. Eine Verengung der Blutgefäße kann zudem zu Bluthochdruck beim Hund führen. Eine Herzinsuffizienz kann angeboren sein, aber auch durch erweiterte Herzkammern oder durch eine Herzmuskel-Störung hervorgerufen werden. Anzeichen sind oftmals Hustenanfälle, Trägheit, Atemstörungen und Wassereinlagerungen im Körper. Auch der Verlust des Bewusstseins kann vereinzelt auftreten. Zeigen sich Symptome einer Herzinsuffizienz, sollte der Tierarzt zur weiteren Diagnose aufgesucht werden.

Ist der Herzmuskel in seiner Funktion gestört, kann eine Minderdurchblutung der Organe und des Körpergewebes auftreten. Nicht selten scheidet die Niere weniger Wasser und Natrium aus, was zu Wasseransammlung im Hundekörper führt. Bei betroffenen Hunden sollte daher die Natriumzufuhr durch ein angepasstes Futter gesenkt werden. In herkömmlichem Hundefutter ist häufig der Natriumgehalt erhöht. Herzkranke Hunde sind – bei Fütterung eines Standardfutters – daher einem höheren Risiko ausgesetzt, da sie so in der Regel mit Natrium deutlich überversorgt werden. Hunde mit Herzproblemen sind auf eine natriumarme Ernährung angewiesen, damit der Körper entlastet wird. Da viele Kauartikel und Leckerli ebenfalls einen erhöhten Gehalt an Natrium haben, sollten diese bei Herzpatienten weggelassen werden. Eine stetige natriumreduzierte Hundeernährung kann einige Krankheitserscheinungen mindern und zum Wohl des Hundes beitragen. Darüber hinaus sind prophylaktische Untersuchungen in regelmäßigen Zeitabständen zu empfehlen.

Den Herzmuskel mit Taurin und L-Carnitin schützen

Bei Hunden, die an Herz-Kreislauf-Problemen leiden, bieten sich neben einer natriumarmen Diät spezielle funktionale Inhaltsstoffe an, die mit der Nahrung zugeführt werden. Besonders Taurin und L-Carnitin haben sich laut verschiedener wissenschaftlicher Studien bei der Behandlung von Herzerkrankungen und der Herzvorsorge beim Hund bewährt. Beide Stoffe unterstützen eine gesunde Herzaktion, indem sie den Herzmuskel kräftigen. Im Normalfall können Hunde Taurin aus anderen Aminosäuren selbst produzieren, sodass eine erhöhte Zufuhr über das Futter nicht notwendig ist. Ältere Hunde können diese Fähigkeit allerdings verlieren. Auch eine Rasseveranlagung kann zu einer mangelnden Taurin-Bildung führen. Hunderassen wie Leonberger oder Neufundländer weisen diese Prädisposition auf. Ein Taurinmangel kann bei diesen Rassen eine sogenannte dilatative Kardiomyopathie auslösen. Dabei kommt es zu einer verminderten Kontraktionsfähigkeit des Herzmuskels und zur Erweiterung der Herzkammern. Die Folgen sind Durchblutungsstörungen der Organe und Wassereinlagerungen, betroffene Hunde sind deutlich geschwächt und inaktiv. Neben einer medikamentösen Behandlung kommt es auf das richtige Futter an. Anfällige Rassen sollten  daher präventiv Taurin über das Hundefutter ergänzend aufnehmen, um ernsthaften Herzerkrankungen vorzubeugen. Auch bei einer bestehenden Herzinsuffizienz wirkt sich die Gabe von Taurin und Carnitin positiv auf die Herzgesundheit aus.

Mit Antioxidantien den Hund vor Herzproblemen schützen

Freie Radikale sind Sauerstoffverbindungen, die im Körper kontinuierlich gebildet werden und auch durch Umwelteinflüsse in den Körper gelangen. Ihre Lebensdauer ist zwar kurz, dennoch haben sie einen aggressiven Charakter und sind in der Lage, auch in sehr geringen Mengen die Zellwände zu schädigen und das Körpergewebe zu zerstören. Der Hundekörper kann sich durch Abwehrmechanismen vor den gefährlichen freien Radikalen schützen. Diese wichtige Schutzaufgabe übernehmen Radikalfänger, die sogenannten Antioxidantien. Sie geben Elektronen an die Radikale ab und stoppen den Oxidationsprozess, sodass schädliche Reaktionen im Körper unterbunden werden. Zudem sind Antioxidantien für weitere wichtige Funktionen verantwortlich. Zu den wichtigsten natürlichen Antioxidantien zählt Vitamin E, das zudem eine schnelle Wundheilung fördert und zum Schutz der Zellwände beiträgt. Nicht zu vernachlässigen ist auch das Vitamin C, das mit Vitamin E reagiert und dessen Wirkung intensiviert. Gerade bei Herzerkrankungen sollte die Nahrung ausreichend Antioxidantien enthalten, um die Zellwände und den Herzmuskel vor freien Radikalen zu schützen und damit weiteren Schäden vorzubeugen.

Übergewicht verstärkt Herz-Kreislauf-Probleme bei Hunden

Überschüssige Pfunde bei Hunden belasten, wie beim Menschen auch, Körper und Kreislauf. Daher ist es wichtig, bereits im Welpenalter auf eine bedarfsangepasste Ernährung viel Wert zu legen, sodass beim Hund kein Übergewicht entsteht. Bei übergewichtigen Hunden sollte die Energiezufuhr gesenkt werden. In einem solchen Fall wird eine Reduktionsdiät angewendet, um das optimale Körpergewicht zu erreichen. Mit einer speziell abgestimmten Reduktionsdiät nimmt der Hund schonend und gesund ab, weil er während der Diät mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt wird. Durch den Verlust zusätzlicher Kilos, wird das Risiko für Herz-Kreislauf-Störungen gesenkt, die nicht selten im Zusammenhang mit Adipositas stehen.

Herzerkrankungen können auch mit einem katabolen Stoffwechsel einhergehen. Dabei tritt ein erhöhter Energiebedarf auf, der nach einer anhaltenden Phase nicht nur zur Verbrennung der Fettreserven führt, sondern auch zum Abbau von Zell- und Muskelmasse. Die Energiezufuhr sollte demzufolge individuell auf den Hund zugeschnitten sein, um eine bedarfsgerechte Versorgung mit Nährstoffen sicherzustellen.

Zusammenfassend spielt die Ernährung für ein intaktes Herz-Kreislauf-System eine entscheidende Rolle. Es ist daher ratsam zur Herzvorsorge eine Rationsberechnung für den Hund durchzuführen. Dabei werden alle ernährungsrelevanten Besonderheiten des Hundes wie Rasse, Alter, Gewicht und eventuelle Anfälligkeiten erfasst, ein individueller Nährstoffbedarf errechnet und so eine Fütterungsempfehlung ausgesprochen, die den Hund optimal mit allen Nährstoffen versorgt und das Herz-Kreislauf-System mit funktionalen Inhaltsstoffen wie Taurin, Vitamin E, Selen und L-Carnitin unterstützt.

Dr. Maria Hänse
… ist Tierärztin und im Fachgebiet der Tierernährung tätig. Sie arbeitete mehrere Jahre als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Leipzig und widmet sich nun der Weiterentwicklung des futalis-Ernährungskonzeptes, das es ermöglicht, ein Futter mit individueller, auf den Bedarf jedes einzelnen Hundes angepasster Rezeptur herzustellen.

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