Grenzenloser Spaß im Schnee – oder?

Ich wohne in der Stadt, immer schon, ich bin ein Stadtkind. Und ich muss zugeben, ich genieße viele der Vorteile, die das Stadtleben so mit sich bringt, vor allem im Winter: geräumte Straßen, erreichbare Supermärkte – das ist ein Luxus, den ich zu schätzen weiß. Da ich außerdem in Stadtrandlage wohne, habe ich zugleich die Möglichkeit, innerhalb kürzester Zeit mit meinem Hund in eines der umliegenden Naherholungsgebiete oder Landschaftsschutzgebiete zu fahren.

Spaß im Schnee: Kira lässt den Blick über die winterliche Landschaft streifen. (Foto: Karin Götting)

Spaß im Schnee: Kira lässt den Blick über die winterliche Landschaft streifen. (Foto: Karin Götting)

Der große Nachteil von geräumten Straßen in der Stadt ist jedoch, dass ich auch mit den gestreuten Fußwegen leben muss. Denn leider gibt es, trotz des Salzverbots auf Hannovers Gehwegen, immer noch Mitbürger, die das konsequent ignorieren und mehr oder weniger viel Salz streuen – mit negativen Folgen für unsere Umwelt, aber auch für die Pfoten von Hunden und Katzen.

Die Streuerei nach dem überraschenden Wintereinbruch Ende Januar führte bei mir zu einem interessanten Zickzackmuster, das meinen morgendlichen Gassiweg markierte: aus dem Haus, nach rechts, dann drei Grundstücke weit gehen, den Hund auf den Randstreifen schicken und ein Grundstück weit gehen, wieder zurück auf den Fußweg, ein paar weiteren gesalzenen Abschnitten ausweichen, über die Straße und den Hund an der Friedhofsmauer entlang führen (der Gehweg dort ist geräumt und gesalzen, daher auf dem Grünstreifen), an der Verkehrsinsel wieder auf die andere Straßenseite und diese umrunden, kurzer Zwischenstopp am Mülleimer für das Tütchen. Den genannten Weg entweder retour oder in der Parallelstraße überwiegend auf der Fahrbahn (ungeräumt und ungesalzen) zurück und ganz vorsichtig mit Zickzackmuster und Ausweichen auf die Straße einmal im Karree. Das ist zwar etwas albern, lässt sich aber durchaus bewerkstelligen; und die Meinung meiner Mitbürger über meinen Zickzackkurs finde ich wesentlich uninteressanter als das Wohlergehen meines Hundes.

Am letzten Januarsonntag wollten wir jedoch zu „unserem“ Wäldchen im Stadtteil und sind einem anderen Weg gefolgt, auf dem das Ausweichen auf ungesalzene Abschnitte auf einmal nicht mehr möglich war. An den meisten Stellen hält sich der Salzverbrauch ja einigermaßen in Grenzen, dort jedoch sah man noch die dicken Salzkörner in Haufen liegen, und Kira hätte am liebsten auf allen vier Pfoten gehumpelt. Sie wollte nicht mehr weiter, was nur sehr selten passiert, sie ist echt nicht so zimperlich und würde bei kleineren Verletzungen sogar noch toben oder Sport treiben, wenn ich sie ließe. Glücklicherweise konnte ich das Salz von den Pfoten recht schnell entfernen, und sie konnte weiter gehen, aber für mich war eine Grenze erreicht. Wenn mein Hund leidet, und ich das irgendwie verhindern kann, dann tue ich das.

Damit kein Salz an die Hundepfoten kommt: Kira mit einem ihrer Schuhe. (Foto: Karin Götting)

Damit kein Salz an die Hundepfoten kommt: Kira mit einem ihrer Schuhe. (Foto: Karin Götting)

Mein Hund trägt ab jetzt Schuhe! Naja, keine richtigen Schuhe. Ich habe sie bereits seit einem Jahr. Aber seit ich bei Kira die Haare an den Pfoten kürzer halte, habe ich Schuhe bei Schnee für überflüssig gehalten. Vorher hatte sie immer Schneeklumpen zwischen den Zehen, das hält sich inzwischen in Grenzen. Aber gegen Salz helfen die Schuhe auch. Es sind eher so kleine Taschen oder Tüten mit Klettverschluss, die gerade eben über die Pfoten passen. Laut dem Verkäufer werden sie gern von Mushern für die Schlittenhunde genutzt. Kira läuft damit völlig normal, ich hatte sogar den Eindruck, dass sie damit begeistert herumhüpft. Das lästige Pfotenwaschen nach dem Winterspaziergang (um Matsch- und Salzreste zu entfernen) entfällt. Wenn ich mit ihr etwas aus der Stadt rausfahre und im Grünen – genauer wäre: im Weißen – spazieren gehe, darf sie natürlich weiterhin barfuß – oder: barpfote – laufen.

Das Pfotenwaschen ist übrigens bei uns nach Spaziergängen mit Salzkontakt obligatorisch, selbst wenn Kira nicht humpelt. Es können schließlich immer noch Salzreste an den Pfoten im Fell hängen, und die sind nicht sonderlich gesund, wenn der Hund sie anschließend ableckt. Allerdings ist mir bewusst, dass nicht jeder über den Komfort verfügt, direkt hinter der Haustür ein Gästebad mit Dusche zu haben.

Ehrlich gesagt, ich würde gegen diese dämliche und in vielen Fällen völlig unnötige Salzstreuerei gerne etwas unternehmen, mag aber auch die Leute nicht anzeigen. Weder die etwas ältere Nachbarin, die das Salz vermutlich deswegen streut, weil sie selbst nicht mehr gut zu Fuß ist, noch die Nachbarn, die einen Räumdienst beauftragt haben, der das dann für sie übernimmt. Immerhin, wir haben zwei Nachbarn, die das Schneeräumen konsequent seit Jahren verweigern und mir ist noch nicht aufgefallen, dass es dort rutschiger wäre als an den anderen Stellen. Mit Sand oder Asche lässt sich übrigens auch sehr gut streuen, nur sollte man die Schuhe dann direkt an der Haustür ausziehen, damit man den Schmier (vor allem bei Asche) nicht ins Haus trägt.

Jetzt interessieren mich eure Erfahrungen: Wird auf dem Dorf weniger gesalzen? Oder sogar mehr? Und im Innenstadtbereich, wie sieht es dort aus? Ich bin zu selten in der Innenstadt und wenn, dann in der Fußgängerzone. Haben eure Hunde mit dem Salz Probleme, und was tut ihr dagegen? Gibt es Tipps für eine bessere Pfotenpflege, oder schadet eine Pfotensalbe eher, weil die Haut unter den Pfoten dadurch weich wird? Ich bin wirklich gespannt auf eure Erfahrungen.

2 Kommentare

  1. Bei uns wird viel Salz gestreut (Berlin)
    Wir haben es zuerst mit verschiedenen Salben versucht, jedoch wurde seine Haut dann so weich, dass er sie sich stellenweise sogar aufriss.

    Daher trägt er ab dem ersten Schnee bzw. Frost nur noch die kleinen Überzieher wenn wir rausgehen

  2. Bei uns ist wird auch relativ viel Salz gestreut. Aber in den Parks ect. ist es immer schön unserer Maus zu zu schauen. Sie liebt den Schnee über alles!

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