Gastbeitrag: Junger Chihuahua-Mix Peanut sucht seine Menschen, die ihm die schönen Seiten des Lebens zeigen

Wie angekündigt engagiere ich mich weiter um Hunde in Not. Bis meine kleine private Border-Collie-Nothilfe (BCN) aufgebaut ist, dauert es allerdings noch ein bisschen. Bis dahin sucht der kleine Peanut ein neues Zuhause – am liebsten für immer. Seit dem Wochenende ist der junge Chihuahua-Mix bei Samira Denker in Hildesheim. Sie stellt euch Peanut in einem Gastbeitrag vor:

Am liebsten für immer: Chihuahua-Mix Peanut sucht ein neues Zuhause. (Foto: Samira Denker)

Am liebsten für immer: Chihuahua-Mix Peanut sucht ein neues Zuhause. (Foto: Samira Denker)

Peanut ist ein 1,5 Jahre junger Mischlingsrüde, laut Angaben der Vorbesitzer ein Mix aus Chihuahua x Yorkshire Terrier x Welsh Corgie. Peanut ist bei mir trotz seines jungen Alters bereits mindestens in der dritten Stelle, seine Geschichte lässt sich nicht mehr komplett zurückverfolgen. Bei mir abgegeben wurde er wegen Überforderung. Dass Peanut in irgend einer Weise „schwierig“ ist, kann ich allerdings bislang überhaupt nicht bestätigen.

Peanut zeigt zwar deutliche Unsicherheiten, die aber angesichts der Vorgeschichte nicht verwundern: Viel kennengelernt hat er bisher wohl leider nicht. In seinem vorletzten Zuhause hat man wenig Interesse an ihm gehabt, und auch in der letzten Stelle ist so einiges auf Peanuts Kosten schiefgelaufen. Überfordert fühlte man sich zum einen mit dem Temperament des Hundes – dabei ist Peanut zwar durchaus aktiv, aber von mittlerem Temperament. Zum anderen gab es mehrere Vorfälle, bei denen Peanut geschnappt oder gebissen hatte, was man sich nicht erklären konnte. Hier muss ganz eindeutig gezeigte Unsicherheit oder sogar Angst übersehen worden sein!

Peanut zeigt sehr deutlich, dass er vor schnellen Bewegungen und bedrohlich wirkenden Gesten Angst hat. Er zeigt sich ansonsten durchaus kontaktfreudig mit Menschen, aber noch sehr unsicher. Zunächst probiert er stets, sich aus seiner Sicht bedrohlichen Situationen zu entziehen oder zu beschwichtigen – damit er zuschnappt, muss er schon stark bedrängt oder massiv bedroht und seine deutlichen Signale ignoriert/übersehen werden.

Zu allem Überfluss hatte man in der Vergangenheit auch noch auf unsachgemäße (da für den Hund unverständliche, unvorhersehbare und schmerzhafte) Art und Weise versucht, Peanut körperlich zu unterwerfen, da man der Meinung war, derartige Maßregelungen würden ihn zur Raison bringen – gerade bei einem aus Angst beißenden Hund macht es das natürlich alles andere als besser! Eine andere Motivation für die Beißvorfälle, außer Angst, kann ich mir bei Peanut nicht vorstellen.

Er zeigt bei mir bisher keinerlei Neigung, Probleme gleich mit den Zähnen anzugehen. Abgesehen von den Unsicherheiten ist Peanut ein sehr unkomplizierter Hund. Er möchte auf Menschen zugehen, taut dann auch schnell auf und kuschelt sehr gerne. Übrigens hat er ein außergewöhnlich weiches Fell.

In eine Familie, in der kleinere Kinder leben, möchte ich Peanut vorsichtshalber nicht vermitteln. Ansonsten wird er sich überall dort wohl fühlen, wo man ihm zeigt, dass der Mensch niemals wieder unberechenbar und gewalttätig mit ihm ist.

Mit anderen Hunden ist er gut verträglich, allerdings bei vielen Begegnungen derzeit zu Anfang ebenfalls noch recht unsicher. Da Peanut nicht kastriert ist, ist er Hündinnen gegenüber zwar sehr charmant, aber er neigt dazu, ein wenig aufdringlich zu sein. Er versteht und akzeptiert es aber sehr gut, wenn eine Hündin das nicht möchte.Mit Rüden ist er schon mal ein klein wenig motzig, ernsthaft Ärger mit diesen haben möchte Peanut aber nicht.

Bei mir auf der Pflegestelle lebt Peanut sehr entspannt mit mehreren anderen Hunden zusammen. Eine Kastration halte ich bei ihm nicht unbedingt für notwendig. Da er somit voraussichtlich unkastriert vermittelt wird, lege ich großen Wert darauf, dass die zukünftigen Halter ihn keine Welpen zeugen lassen, denn das wäre nicht im Sinne des Tierschutzes. Peanut kann sowohl als Einzelhund als auch in Gesellschaft von netten Artgenossen vermittelt werden. Mit Katzen ist Peanut verträglich, und auch in einen Haushalt, in dem Kleintiere leben, kann er vermittelt werden.

Peanut ist stubenrein, kann problemlos stundenweise allein bleiben, benimmt sich in der Wohnung sehr gut, neigt nicht zum Kläffen. Ein Haus mit Garten wäre schön für Peanut, er kann aber auch in einer Wohnung leben. Auch ländliche Umgebung wäre schön, ist aber kein Muss. Zwar zeigt Peanut auch die ein oder andere Umweltunsicherheit, so lange die Gegend nicht allzu turbulent ist, kommt er allerdings auch in städtischem Gebiet gut klar. Zudem kann (und sollte) er auch in diesem Punkt noch an Sicherheit gewinnen.

Die Grundkommandos sind Peanut bisher nur begrenzt ein Begriff und sollten noch gefestigt werden. Trotzdem kommt er draußen schon sehr zuverlässig auf Zuruf zurück und kann grundsätzlich sicher gut abgeleint werden. Jagdtrieb zeigt er nicht. Peanut kennt das Gehen an der Leine und neigt nicht zum Ziehen.

Gestern hat sein erstes Clickertraining mitgemacht und sich freudig und interessiert gezeigt. Er ist sicherlich nicht auf den Kopf gefallen, aber auch kein Hund, der unbedingt arbeiten muss, um glücklich zu sein. Viel rausgehen, endlich das Leben kennenlernen, mit seinen Menschen die Welt entdecken, das ist das, was ich mir für Peanut wünsche, und das sollte aufregend genug für ihn sein.

Peanut ist geimpft und gechipt, wird nächste Woche von mir noch mal einem Tierarzt vorgestellt, scheint aber gesund.

Ich wünsche mir für den süßen jungen Mann Menschen, die gern mit dem Hund in der Natur unterwegs sind, die sich die Zeit nehmen, ihm noch viel von der Welt zu zeigen, denn bisher scheint er einiges verpasst zu haben. Peanut ist kein Hund für Stubenhocker. Seine Menschen sollten sich mit Unsicherheiten bei Hunden befasst haben und auf diese eingehen können. Sie sollten Vertrauensarbeit leisten können und wissen, wie sie Peanut Sicherheit geben und zeigen, dass das Leben schön ist und kein Grund besteht, Angst zu haben.

Vermittelt wird Peanut nach Vorkontrolle mit Schutzvertrag, gegen eine Schutzgebühr von 250 Euro. Kennengelernt werden kann er in Hildesheim.

Kontakt bitte über E-Mail.

Samira Denker

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