Jetzt pinkeln wir zurück!

Skipper pinkelt.

Skipper pinkelt.

Nie wieder sprachlos! Das wünschen wir uns regelmäßig, wenn uns einer ans Bein pinkelt. Und das oft nur, weil wir unser Leben mit einem Hund teilen – im gefühlt und objektiv betrachtet eher hundefeindlichen Hannover.  Vor Kurzem habe ich euch gebeten, mir eure schrecklichsten Spaziergangerlebnisse zu verraten und die Strategie, mit der ihr euch wehrt. Ich hatte mir parallel das Buch „Judo mit Worten“ von Barbara Berckhan gekauft. Und wenn heute nicht der perfekte Tag ist, um ab sofort zurückzupinkeln, dann weiß ich auch nicht …

Am heutigen Himmelfahrtstag beweist die mächtigste Minderheit der industrialisierten Menschheit (Es gibt weniger Männer als Frauen in Industrienationen!) mal wieder, dass Darwin recht hatte: Der Mensch stammt vom Affen ab. Väter und andere Männer ziehen heute los, um sich in freier Wildbahn zu betrinken.

Dabei fördern sie dann meist reichlich das Brennnesselwachstum (Brennnesseln sind nitrophyle Pflanzen, sogenannte Stickstoffzeiger – und Urin enthält Stickstoff!). Und als ob das nicht genug wäre, pinkeln sie überdies – zum Glück nur verbal – vorzugsweise Spaziergängerinnen mit Hund ans Bein. Radfahrerinnen und Joggerinnen sind in der Regel zu schnell. Und Spaziergängerinnen ohne Hund taugen einfach oft nicht so gut als Zaunpfahl für gelalltes Wortpipi wie eine Frau mit einem „Beißt der oder sind da Batterien drin?“ an der Leine.

Okay, heute lohnt es sich eigentlich gar nicht, schlagfertig zu antworten. Denn vermutlich erinnert sich der Verbalpinkler morgen weder daran, was er uns zugerufen hat, noch daran, dass der lebendige Zaunpfahl mit sattem Wortstrahl zurückgepinkelt hat. Das allerdings ist eine tolle Möglichkeit, um das Kontra geben zu üben – oder aber, von dieser Strategie überzeugt die „Judo mit Worten“-Autorin in ihrem Buch, um Gelassenheit zu trainieren.

Das Buch ist prima, und ich finde es sehr hilfreich in Situationen, in denen einem jemand dumm kommt, den man mag, und natürlich auch im Joballtag. Aber: Eine ganz einfache, dennoch raffiniert elegante und für angepinkelte Hundehalter die, wie ich finde, hundertprozentig passende Reaktion habe ich auf der nach eigenen Angaben „coolsten Stelbstständigenseite im Netz“ gefunden:

Wenn Sie sich persönlich gegenüber stehen, können Sie an Ihrem Hosenbein herunterschauen und es mit spitzen Fingern etwas anheben: »Oh, ich glaube, ich muss heim, mich umziehen, nachdem Sie mir eben ans Bein gepinkelt haben.« Dann schauen Sie freundlich, halten Blickkontakt und warten ab, was passiert.

Ich finde diese von intelligentem Humor durchtränkte Strategie großartig und werde sie mir ab sofort zu eigen machen. Und ihr?

Ein Kommentar

  1. Dieses Jahr bin ich den Ansammlungen männlicher und meist besäuselter Humanoider einfach ausgewichen. Ich bin in meinem Garten geblieben.
    Da mein Leben zur Zeit ein wenig streßiger ist und meine Nerven die Benebelten-Kleinhirn-Diarrhoe nicht aushalten könnten, habe ich mich sozusagen selbst entwaffnet und gesichert.
    Mit Steak und Salat im Mund schimpft und flucht es sich einfach nicht so recht.
    Ich glaube diese Strategie werde ich dauerhaft am VATTERTACH anwenden. An allen anderen Tagen kommt durch aus die Hosenbein Variante in Frage.

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