Mein schrecklichstes Spaziergangerlebnis

Warum sollte es Hundehaltern besser ergehen als jeder anderen Gruppe von Menschen: Die meisten verhalten sich anständig und fallen daher kaum auf, einige wenige benehmen sich daneben – und weil sie dabei auffallen, bringen sie die ganze Gruppe in Verruf. So regt sich jeder, Hundehalter inklusive, über das Häufchen auf dem Fußweg auf. Derweil bemerkt aber kaum einer, dass an der selben Stelle vorher sechs Häufchen aufgesammelt und korrekt im Kotbeutel entsorgt wurden.

Das rücksichtslose Verhalten der Minderheit hat doofe und manchmal sogar richtig schreckliche Erlebnisse und Begegnungen für alle Hundehalter zur Folge, wobei sich vor allem die darüber ärgern, die zu Unrecht angefeindet werden. Nach dem aus dem Deutschunterricht in der Grundschule bekannten Motto „Mein schönstes Ferienerlebnis“ bitte ich euch in diesem Blogbeitrag, euer schrecklichstes Hundespaziergangerlebnis zu erzählen. Und dann lasst uns bitte zusammen nach schlagfertigen Strategien suchen, mit denen wir uns wehren können.

Die Anregung kommt von Britta Schumann. Sie hat in dieser Woche folgendes auf der Facebook-Seite zum Hundeblog gepostet:

Heute morgen auf der ersten Runde am Bahndamm in Hannover, daneben kombinierter Rad-Fuß-Weg, andere Seite als Parkplatz genutzte Brachfläche: Meine Mädels schnüffeln ein bisschen im Grün. Ich sehe einen Radler kommen und rufe sie zu mir. Sie sitzen neben mir, ich lächle dem Radler entgegen. Während er an mir vorbeifährt, ruft er: „Hier ist Leinenpflicht, das wissen Sie aber!“ Und schon ist er weg.

So weit, so ärgerlich. Weiter schreibt Britta:

Ich weiß, das passiert ständig, aber warum muss ich mir das gefallen lassen? Ich hab nichts Unerlaubtes getan (keine freie Landschaft, keine Grünanlage, beide Hunde haben Sondergenehmigung zum Freilauf, beide saßen brav neben mir), und ich ärgere mich den halben Tag über solche Vorfälle. Hat irgendjemand eine Idee dazu? Sollte die Lokalpresse mal gebeten werden, einen informativen Artikel zu veröffentlichen, der das Halbwissen zur Brut- und Setzzeit korrigiert? Wie würdet ihr denn reagieren? „Sie sollten einen Helm tragen, das wissen Sie aber!“ Oder: „Halten Sie bitte an, wenn Sie mit mir reden wollen, das ist unhöflich!“? Ich brauche eine Strategie für solche Vorfälle!

Mir geht mir ganz genauso wie Britta: Ein doofer Spruch kann mir den halben Tag vermiesen. So zuletzt geschehen voriges Wochenende auf dem Kronsberg in Hannover: Schkippilie und ich, verbunden durch eine Leine, begegnen zwei Damen mit zwei freifliegenden Yorkshire Terriern und treten zur Seite aufs Grün, wo Skipper brav neben mir absitzt. Da sagt die eine: „Guck mal, der Hund ist zickig!“

Meine Bärmaus ist total cool geworden – und darauf bin ich stolz!

Meine Bärmaus ist total cool geworden – und darauf bin ich stolz!

Ich habe nichts geantwortet, weil mir nichts Passendes eingefallen ist. Dass meine Bärmaus noch vor eineinhalb Jahren tatsächlich rumgezickt hätte beim Anblick zweier sich nähernder Miniterrier, konnten die Damen nicht wissen. Und auch nicht, dass ich viel daran gearbeitet habe, dass Skipper, den ich vor zwei Jahren noch meinen Plüschproleten nannte, so cool geworden ist.

Ihr seid dran! Verratet eure schrecklichsten Spaziergangerlebnisse und vor allem auch eure Strategie, wie ihr in einer blöden Situation reagiert habt – oder gern reagiert hättet.

14 Kommentare

  1. Stehe letztens an der Kasse der Burgerbraterei und will bezahlen.
    Da kommt jemand von hinten auf meine zwei Hunde zu und fängt an mit den rumzukaspern ohne mich vorher zu fragen, ob ich das möchte. Und beugt sich über meinen 6 monatigen Junghund!
    Freundlich Bescheid gesagt, dass ich so und auf diese Art keine Hunde Mensch Kontakte will.
    Antwort“ Axh so, jetzt darf ich nicht mal Hunde anfassen“
    Meine Antwort“ nein, bei meinen Hunden entscheide noch ich, wer wann und wo mit ihnen spielen darf!!!“
    War ich zu hart?

  2. Nein! Du warst überhaupt nicht zu hart. Hunde, Kinder, Autos, etc. darf keiner anfassen ohne Erlaubnis des Besitzers.

    Das erinnert mich daran, dass mal jemand auf dem Weihnachtsmarkt eben fix seinen Kumpels an Grappa demonstriert hat, dass jeder jedem Hund ins Maul fassen darf. Ich bin fast ausgetickt und hatte dann eine Ich-bin-ein-Alpha-du-wohl-nicht-Diskussion an der Backe. Hmpf!

    Ungefragt anfassen geht gar nicht!

  3. Hatte vor Jahren in der Bahn so ein Erlebnis wo ich auch nur noch mit den Kopf schüttel

    Sitze mit Freundin untenhaltener Weise und natürlich Hund ( Bernersennen-Mix) und auf einmal sehe ich aus den Augenwinkeln ein Kind ca.3Jahre jung auf meinen Spike zulaufen „oh wauwau“ wo ich dem Kind dann freundlich sagte das es bitte stehen bleiben soll.
    Die Mutter bequemte sich dann auch mal aus ihren Sitz und wollte mir mitteilen das sie ihn ja nur streicheln möchte sie kenne Hunde. Aber wir kennen sie nicht und ich komme auch nicht auf Sie zu und möchte sie Knuddeln weil mir danach ist!

    Ja aber mein Spike konnte nicht so wirklich was mit Kindern in dieser Größe anfangen und knurrt dann eher los.

    Die Mutter hatte auch kein Einsehen als ich sagte was wäre wenn die Bahn bremst und Kind auf Hund fällt und der vor Schreck zupackt dann wäre doch das Geschrei groß von wegen gefählicher Hund usw.!

    Muttern meinte nur dann wäre sie weich gefallen …also wirklich …der Hammer ..wir sind dann ausgestiegen und haben die nächste Bahn genommen …aber die Diskusion war da im Gange

    Füttern,Streicheln,Spielen usw. geht nicht ohne Erlaubniss finde ich und so halten wir es jetzt auch bei unseren 2 Ladys.

    Auch da durften wir uns schon anhören das sie unerzogen sind weil unsere 2 Lady kommt aus Rumänien und klefft halt rum ( ist mittlerweile ) besser geworden ausser bei anderen Hunden …aber wir mußten ja auch erst das laufen lernen.
    Lasse die Leute jetzt einfach stehen oder frage ob sie es besser können
    Ach man da kann man soviel erzählen aber das soll es fürs erste gewesen sein wünsche noch einen schönen sonnigen Donnerstag
    Lg Katja & ihre Fellnasen Amira & Tessy

  4. Pingback:Mein schlimmstes Spaziergangs-Erlebnis » Wuff! » Hund, Leute, Hunde, Leine, Hohenstein, Ignoranz

  5. Ich war letztes Jahr mit meiner Mischlingshündin und meinem Sheltie, der da noch ein Welpe war am Waldrand unterwegs, beide ordnungsgemäß angeleint, wegen Brut und Setzzeit.
    Plötzlich kommen zwei Labradore auf uns zu galoppiert.
    Ich wollte umdrehen und weggehen, aber hatte keine Chance, sie legten sich auf die Lauer und stürzten dann auf uns zu.
    Vom Hundehalter fehlte jede Spur, meine beiden fingen panisch an kläffen ich drehte mich dauend mit den keifenden Hunden um die eigene Achse und versuchte, die Labradore durch Schreien, Schlüssel werfen usw zu verscheuchen, was aber nichts nützte.
    Als der eine meinen Welpen schon hinten gepackt hatte, kam endlich Frauchen in Sicht.
    Sie rief die Hunde zu sich, ich brüllte sie an, was das soll, mal abgesehen, dass derzeit Leinenpflicht ist, sie rief nur „sind doch nur Labradore“ und verschwand im Wald.
    Meinem Welpen ist nichts passiert, außer dem Schrecken, da er immer schon ein Leinenkläffer war, hat das Erlebnis natürlich alles noch verschlimmert, wir kämpfen heute noch damit. Mir persönlich ist es völlig egal, ob andere Leute sich an die Leinenpflicht halten, aber sie sollten dann zumindest in der Lage sein, ihre Hunde bei sich zu behalten. Sowas kann einen im Training echt weit zurückwerfen und ist völlig unnötig!

    Lg Ursula, Trudi und Tashi

  6. Ich hab ja noch mehr zu bieten: Bin mit beiden Hunden im Baumarkt. Wir stehen an der Schlange zur Kasse. Es dauert und dauert, die Hunde legen sich hin. Plötzlich schimpft die Frau hinter mir: “ Das darfst du aber nicht machen!“ Ich sehe mich erschrocken um, meine Hunde liegen noch immer. Die Frau berichtet, dass der kleine Junge an der Nebenkasse gerade meinem Hund absichtlich auf den Schwanz getreten hat ( was hab ich für coole Hunde, die haben nicht mal reagiert!). Ich spreche das Kind an und sage:“ Das ist wirklich gar nicht gut! Da kann ein anderer Hund auch mal beißen, wenn du ihm so weh tust!“ Darauf reagiert erstmalig auch die Mutter des Jungen:“ Ihre Hunde beißen?! Da können Sie die doch nicht einfach mit in einen Laden nehmen! Das ist doch gefährlich!“
    Die nette Dame hinter mir und ich haben uns fassungslos angesehen, wir waren sprachlos, leider!
    So geschehen vor ca einem Jahr, aber noch immer unvergessen.

  7. Ursula, „Nur Labrador!“ – das ist wohl die traurige Steigerung von einem „Tut nix!“; dazu fällt mir echt nichts ein.

    Britta, das ist der Knaller. Wie kannst du nur mit gefährlichen Hunden in den Baumarkt gehen…;-)

    Ich habe ähnliche Geschichten erlebt, als Pitú noch mit Maulkorb in der Stadt laufen musste.
    Typisches Gespräch:
    – Warum trägt der Hund einen Maulkorb?
    – Weil er zuschnappen könnte und ich nicht möchte, dass er irgendjemandem etwas tun kann.
    – Waaaas? Sie gehen mit einem bissigen Hund in die Stadt; das ist ja unverantwortlich!
    Hmpf!

    Aber das erinnert mich auch an meine Lieblingsgeschichte, die ich mit Pitú erlebt habe:
    Junge, um die sechs Jahre, nähert sich schnell mit ausgefahrenen Streichelhänden: Warum trägt der Hund einen Maulkorb?
    Ich: Weil er beißt. (meine damalige Standardantwort für Kinder)
    Junge, nähert sich weiter: Das glaube ich nicht!

  8. So, ich hab lange mit meiner Freundin zusammen über eine prägnante zackige Standartantwort nachgedacht. Ich werde zukünftig einfach „IRRTUM!“ rufen. Das ge blitzschnell, tut keinem weh, wirkt nicht unhöflich und ich hab trotzdem meine Meinung gesagt. Außerdem passt es in den meisten Situationen tatsächlich. Wenn dann doch mal einer anhält oder stehen bleibt, dann kann ich meinen Standpunkt in aller Ruhe erläutern.
    Wenn wir das zur generellen „Hannoveraner Hundehalter-Antwort“ machen, dann wird es zumindest für Verwirrung und vielleicht auch Grübeln führen, oder?!

  9. Britta, die Idee finde ich richtig gut. Ich habe mir inzwischen, nachdem ich einen Tipp bekommen habe, das Buch „Judo mit Worten: Wie Sie gelassen Kontra geben“ von Barbara Berckhan bestellt. Die Berliner Morgenpost schreibt dazu: »Nach der kurzweiligen Lektüre der 192 Seiten fühlt man sich gut gerüstet und freut sich schon fast auf die nächste blöde Bemerkung.«

  10. Das Buch kenne ich auch und dort bekommt man ein paar sehr gute Tipps, die sich auch schnell umsetzen lassen.

  11. Ich hab da auch so ein Erlebnis… (naja, eigentlich viel mehr, aber DAS hat mir wirklich die Sprache verschlagen…)
    Ich gehe mit meiner läufigen Hünding (böse, böse… Ich wage mich überhaupt vor die Tür…) auf einer nicht HundFreifläche spazieren… Sie angeleint…. Mir kommen 2 wadenhohe, puschelige was auch immer für Hunde entgegen… Frauchen steht mit Kamera darum und kümmert sich nicht im geringsten… Vorausschauend rufe ich ihr (höflich, ich schwöre!!!) zu: „ich habe hier eine läufige Hündin. Falls das Rüden sind, wären Sie so nett und halten die kurz fest???..“.. 2 Sekunden später sprinten die beiden Wusels los… Unkastrierte Rüden übrigens… Meine Maus, brav wie sie ist, setzt sich vor mich… Die Jungs schnüffeln aufgeregt an ihrem Hintern, wie es nunmal so ihre Art ist… Ich schiebe extrem vorsichtig meinen Fuss zwischen Rüdenschnauze und Läufigesweibsbbildhintern… Da kommt Frauchen wie von vom wilden Watz gebissen auf mich zugerannt und schreit mich an, was mit einfällt , ihre Hunde zu treten… ich hab erst sehr freundlich versucht, sie darauf hinzuweisen, dass ich extrem friedfertig bin und niemals einen Hund treten würde…. Das ganze mündete in einer furchtbaren verbalen Auseinandersetzung und endete mit einem mir entgegengeworfenen „Du alte Kampflesbe“… OK, ich gestehe.. ich habe mich dazu hinreissen lassen, so etwas zu sagen wie „dann schneid ihnen die Eier ab, dann gibt es auch keine Stress mehr, wenn sie schon nicht auf Dich hören“… Aber mal ehrlich, wieso funktioniert das mit den meisten Rüdenbesitzern einwandfrei?! Und warum müssen einige Menschen ihre eigene Unfähigkeit in der Hundeerziehung an immer anderen auslassen?!
    Ein wenig gegenseitige Rücksichtnahme ist nicht schwer… Und glaubt mir, ich gehe NIE auf Freilaufflächen, wenn sie läufig ist.. Niiiiiemals… Ich vermeide jegliche Wege, die bekanntermaßen mit Hunde überschwemmt sind…. Unser kleiner Grünstreifen (wohne mitten in der Stadt), da kennt man sich… da gibt es keinen Stress.. Ein freundlich „es ist wieder so weit“ und schwupps, geht man sehr elegant an einander vorbei, „Bordsteinschwalbe“ und Rüde angeleint… Alles gut…. Es geht also….
    Am meisten ärgert es mich, wenn ich der Frau heute hin und wieder über den Weg laufe, und die doofe Kuh (sorry, eigentlich bin ich total freundlich, ehrlich!!!) jedesmal meint ein „seht ihr, das ist die böse Frau, die euch getreten hat“ den Hunden zuraunen zu müssen…
    Ich glaube, ich werde mir das Buch „Judo mit Worten“ mal besorgen… Die nächste Läufigkeit kommt bestimmt…..

  12. @Ewwe, deine Geschichte toppt wirklich alles. Ich denke, da kann auch der freundlichste Mensch nicht freundlich bleiben…

  13. Danke Inka….!! Nein, da wird definitiv der freundlichste und friedfertigste Mensch zur echten Rampensau….. Hier (Hannover, rund um Linden) leben so viele Menschen und Hunde auf engstem Raum, ein wenig Voraussicht und Rücksichtnahme würde das Leben (für alle Beteiligten) echt erleichtern….
    (und ich hätte da noch wesentlich mehr Geschichten auf Lager, ob nun vor der KiTa, der Schule, am Eiswagen, im Baumarkt oder sonst wo.. Ich darf eigentlich gar nicht anfangen, darüber richtig nachzudenken….)

  14. Spannend finde ich, dass die meisten schlechten Erlebnisse mit anderen Hundehaltern gemacht worden sind.

    Ich bin keine Hundehalterin (nur mal pflegehalber) und auch sehr vorsichtig, wenn ich in der Eilenriede unterwegs bin. Ein Großteil der Hunde ist super erzogen. Ich finde es manchmal ein wenig beunruhigend, wenn ein Hund irgendwo herumläuft und sein Halter ist weit und breit nicht in Sicht. Aber solange er mir nichts tut… Einige Erlebnisse beim Joggen bzw. Fahrradfahren waren etwas unangenehmer, eins hier als kleiner Bericht: Beim Joggen, ich überhole vorsichtig und mit Abstand ein Paar mit zwei Hunden und habe ja schließlich als Mensch auch ein Recht, mich im Wald zu bewegen. Einer der Hunde rennt mir hinterher und springt mich mehrfach – groß wie er ist – von hinten an. Im langsamen Weiterlaufen (ich habe mich gar nicht getraut, stehenzubleiben, das war vielleicht ein Fehler?) rufe ich nach hinten: „Holen Sie Ihren Hund zurück.“ Antwort: „Ja, ist ja gut!“. Was war denn gut an dieser Situation? Ich finde, so etwas darf nicht passieren und erwarte dann doch mindestens eine ernsthafte Entschuldigung.

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