Gastbeitrag: Der Leinenzwang während der Brut- und Setzzeit in Paragrafen und in der Praxis in Hannover

Border-Collie-Hündin Luna versteht die Anleinpflicht während der Brut- und Setzzeit nicht: „Du, Frauchen, darf ich ohne Leine über den Parkplatz laufen?“ (Foto: Maristela Schoffelmann)

Border-Collie-Hündin Luna versteht die Anleinpflicht während der Brut- und Setzzeit nicht: „Du, Frauchen, darf ich ohne Leine über den Parkplatz laufen?“ (Foto: Maristela Schoffelmann)

Dieser doofe Leinenzwang während der Brut- und Setzzeit! Monatelang dürfen Hunde in Niedersachsen und Bremen nur noch angeleint draußen sein. Müssen wirklich alle Hunde überall an die Leine, und was passiert eigentlich, wenn ich mit einem unangeleinten Hund erwischt werde? Maristela Schoffelmann, die mit ihrer Border-Collie-Hündin Luna in Hannover lebt und spazieren geht, hat Rechtliches zur lästigen Leinenpflicht in einem Gastbeitrag zusammengefasst.

„In der Brut- und Setzzeit gilt besondere Aufsichtspflicht über Hunde auf und an allen Grünflächen. Wiesen, Felder und Wälder inner- und außerorts sind damit ebenfalls betroffen. Die entsprechenden Regelungen gelten in der Zeit vom 1. April bis zum 15. Juli. In Niedersachsen herrscht in dieser Zeit pauschal Leinenzwang für Hunde in der freien Landschaft. In anderen Bundesländern sehen nur einzelne Kommunen diesen allgemeinen Zwang vor. Ein Verstoß kann mit einer Geldbuße bis zu 5000 Euro geahndet werden.“ So steht es in § 33 (1) Nr. 1 b, § 42 (3) 4. u. (4) Niedersächsisches Gesetz über den Wald und die Landschaftsordnung (NWaldLG).

Bei der Ahndung mit einer Geldbuße handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit. Das Ordnungswidrigkeitsgesetz (OWiG) sagt dazu im § 47 (1): „Die Verfolgung von Ordnungswidrigkeiten liegt im pflichtgemäßen Ermessen der Verfolgungsbehörde. Solange das Verfahren bei ihr anhängig ist, kann sie es einstellen.“ Das heißt, dass eine Geldbuße verhängt werden kann – aber nicht muss. Dazu sagt Stadtsprecher Udo Möller: „Im Regelfall setzen wir bei Verstößen gegen die Anleinpflicht innerhalb der Brut- und Setzzeit ein Bußgeld von 70 Euro fest.“

Doch die Praxis in Hannover sieht anders aus. Sogenannte Park-Ranger arbeiten für die Stadt Hannover und haben unter anderem das Recht, im eigenen Ermessen Verwarnungsgelder zu verhängen. Dazu sagt § 56 (1) Ordnungswidrigkeitsgesetz: „Bei geringfügigen Ordnungswidrigkeiten kann die Verwaltungsbehörde den Betroffenen verwarnen und ein Verwarnungsgeld von fünf bis fünfunddreißig Euro erheben. Sie kann eine Verwarnung ohne Verwarnungsgeld erteilen.“

Wie kann es dann also sein, dass ein Park-Ranger einem Hundehalter, der seinen Hund nicht angeleint hat, mit bis 130 Euro Bußgeld droht? Zum einen hat Stadtsprecher Möller nicht hinzugefügt, dass es sich bei den 70 Euro nur um das reine Bußgeld handelt. Hinzu kommen in der Regel noch Verwaltungs- und Zustellgebühren.

Möller spricht außerdem davon, dass die Kontrollen in keinster Weise unverhältnismäßig wären und Ordnungswidrigkeitsverfahren nur bei hartnäckigen Weigerungen und Wiederholungstätern eingeleitet würden. Der Park-Ranger kann im ersten Moment natürlich nicht feststellen, ob es sich um einen Wiederholungstäter handelt, aber es liegt in seinem Ermessen, was er als hartnäckige Weigerung ansieht. Mein Tipp: Bloß nicht auf eine Diskussion einlassen!

Was ich von anderen Hundehaltern gehört habe, lässt indes darauf schließen, dass es keinen Regelfall (zur Erinnerung: 70 Euro) zu geben scheint. Es ist von Bußgeldern zwischen 100 und 250 Euro die Rede. Auch wurde bei zwei Hunden der Betrag einfach verdoppelt. Laut der Stadt Hannover sind die Park-Ranger unter anderem mit Namenschildern und einheitlicher Kleidung ausgestattet. Ich hörte wiederum, dass sie in zivil unterwegs seien und zur Tarnung sogar selbst einen Hund mitführten. Ganz klar ist die Aussage auf der Internetseite der Stadt Hannover: „Dabei steht nicht die Bestrafung, sondern die Aufklärung im Vordergrund.“ Aha!

Wikipedia sagt zum Leinenzwang in der Brut- und Setzzeit Folgendes: „Die Maßnahmen während der Brut- und Setzzeit wurden mit der Begründung eingeführt, insbesondere Bodenbrüter und Jungtiere vor frei laufenden Hunden zu schützen, vor allem solchen, die den Tieren nachstellen. Sie gelten nicht für Katzen. Von Tierschützern werden die Regelungen der Länder Bremen und Niedersachsen als zu pauschal kritisiert, da nicht berücksichtigt wird, ob im konkreten Fall tatsächlich eine Beeinträchtigung wild lebender Tiere vorliegt.“

Den meisten Hundehaltern geht es nicht mal um eine generelle Befreiung vom Leinenzwang, sondern vielmehr darum, dass wenigstens bestimmte Flächen freigegeben werden. So ist zum Beispiel die Hundeauslauffläche auf dem Kronsberg im Stadtteil Bemerode von der Regelung des Leinenzwangs in der Brut- und Setzzeit betroffen. Direkt daneben befindet sich ein Feld, das vom Besitzer regelmäßig mit einer Landmaschine gemäht wird – auch während der Brut- und Setzzeit. Das bedeutet ganz konkret: Dort, wo kaum ein Tier brütet (offizielle Hundeauslauffläche), schränkt das Gesetz Hunde unnütz in ihrer Bewegung ein, während nebenan, wo sicher mehr Vögel brüten (Grünland, landwirtschaftlich genutzte Fläche), kein Gesetz die Tiere schützt.

Nach Einschätzung von Wolfgang Apel, Tierschützer und Ehrenpräsident des Deutschen Tierschutzbundes, steht die pauschale Anleinpflicht während der Brut- und Setzzeit im Widerspruch zur tierschutzrechtlichen Verpflichtung der Hundehalter, ihre Tiere artgerecht zu bewegen.

Maristela Schoffelmann

Die Hundeblog-Redaktion sagt danke für diesen Gastbeitrag!

Hier sind noch einige interessante Links zum Thema:

Und nun möchten wir von euch wissen: Wer hat schon mal eine Geldbuße zahlen müssen, weil er gegen die Anleinpflicht verstoßen hat?

22 Kommentare

  1. jeden tag stelle ich mir die selbe frage:wenn so ein park-ranger auf mich zu kommt und mich anspricht, sage ich höflich guten tag und gehe weiter…was darf kann oder soll er tun???? er darf mich nicht anfassen oder festhalten. wenn ich ihm meinen namen und adresse nicht gebe(ich darf mich nicht von fremden männern ansprechen lassen).was will er dann machen? die polizei rufen? ja und dann? wenn meine tochter die pippirunde macht, dem kind erzähle ich seit jahren „laß dich nicht von fremden ansprechen“.!!!es gibt immer wieder die meldung das falsche park ranger busgelder kassieren.
    die ganze sache hat sooo viele lücken.
    und von dem nutzen der geschichte fange ich jetzt nicht an, es entzieht sich meiner vorstellungskraft, jedes jahr aufs neue. mit artgerechter haltung hat es nichts mehr zutun. aber dann noch schön hundesteuer kassieren…. ich höre jetzt lieber auf.

  2. Mein Flat-coated Retriever Yashar und ich sind heute auf dem Langenhagener Truppenübungsplatz beim „Bleib-Training ohne Leine“ erwischt worden.
    Yashar war kaum vier Meter von mir entfernt, mitten auf einem regulären Weg. Der Feldjäger hat mich nicht nur auf die Brut- und Setzzeit hingewiesen, sondern auch darauf, dass es sich beim Truppenübungsplatz um ein Landschaftsschutzgebiet und Naherholungsgebiet handelt, dass Hundekot dem modernen Soldaten nicht zumutbar ist, dass irgendwo gerade wieder Wild gerissen wurde etc.. Unter Androhung, ansonsten die Polizei zu rufen, hat er meine Personalien aufgenommen, die er an die Stadt schicken wird.
    Da fällt es schwer, dem guten Mann nicht entgegen zu halten, dass auch ein angeleinter Hund kotet, dass nur Niedersachsen und Bremen die Leinenpflicht während der Brut- und Setzzeit aussprechen, dass Niedersachsens Umweltschützer stolz wie Bolle auf die frei laufenden Wölfe z.B. in Munster Lager sind, dass die Schafe auf dem Truppenübungsplatz auch den einen oder anderen Köddel hinterlassen, dass Rehe aus dem Buchholzer Wald regelmäßig in unserem Garten die Blumenzwiebeln fressen und Yashar kaum Notiz von ihnen nimmt, auch nicht von Hasen und Eichhörnchen. Aber ich mag mich nicht mit einem Feldwebel streiten!
    Statt dessen werde ich dem Bescheid der Stadt mit dem Argument widersprechen, dass ich mich als verantwortungsvoller Hundehalter formal im Konflikt zwischen der Verletzung des Tierschutzgesetzes und der Verletzung der Anleinpflicht befinde. Meine Anfrage beim Landwirtschaftsministerium vor einem Jahr hatte keine eindeutige Lösung gebracht: Die Leinenpflicht ist nicht mit dem Ministerium abgestimmt, man gehe im Ministerium aber davon aus, dass die Stadt ausreichend große Ersatz-Freilaufflächen zur Verfügung stelle, man wäre darüber aber nicht informiert.
    Daher muss ich also eigenverantwortlich entscheiden (wie auch außerhalb der Brut- und Setzzeit), ob von meinem Hund eine Gefahr ausgeht. Das war heute definitiv nicht der Fall. Wir hatten die befestigten Wege nicht verlassen, Yashar war zwar nicht an der Leine, er war aber jederzeit kontrollierbar, nicht zuletzt auch wegen einer intensiver Ausbildung und Sozialisierung. Er hat nachweisbar kein Interesse am Wild. Man kann die Situation nicht gleichsetzen mit einem wildscharfen Hund, der unkontrolliert hinter dem Wild hersetzt.
    Das Bußgeld kann sich also nicht darauf beziehen, dass mein Hund Pflanzen oder wild lebende Tiere gestört hätte, sondern lediglich, dass eine völlig unwahrscheinliche, generelle Möglichkeit bestanden hätte… bei einem anderen Hund und in einem anderen Kontext.
    Sollte die Stadt weiterhin auf ihre Forderung bestehen, wird das Gericht entscheiden müssen, ob im vorliegenden Fall die Verhältnismäßigkeit gewährleistet ist.

  3. Leinenpflicht hin oder her-wärend der Brut-und Setzzeit gern -aber warum nur Hunde?Wurde heute darauf hingewiesen da ja Leinenpflicht ist und mein Hund(Beagel-Jack Rasselmix)ja Bodenbrütern die Nester zerstören könnte.Bevor ich fragen konnte was mit den Katzen ist,die ja Beutejäger sind, wurde mir gesagt das Katzen das ja nicht wissen!Mein Hund kann auch nicht lesen und geht auch nicht zur Schule um es zu lernen.Aber er ist Steuerzahler!Bei anderen Verstößen meiner Mitbürger(Heckenschnit in der Gemeinde,Düngung,beschädigung von Gulischächten durch einen Pflug usw.)wird gern drüberweg gesehen.Warum?Ich bin dafür das Regeln zum gegenseitigen miteinander eingehalten werden sollten aber nicht immer nur einseitig.

  4. Hallo alle miteinander,
    ein wenig recht sind diese gesetze ja schon, auch wenn ich damit einigen auf den fuß trete. es müssen ja auch andere meinungen gehört werden.
    denn gerade für die schwarzen schafe unter den hundehaltern müssen solche einschränkungen gemacht werden, schließlich möchte ich beim joggen mit meinem hund auch nicht von einem unangeleinten unerzogenen hund überrascht werden. dazu muss man sagen, dass meine windhundmischlingshündin aus erzieherischen maßnahmen beim joggen angeleint sein soll…
    jetzt ist meine auch noch in den jahren drei mal gebissen worden und mag einfach nicht so gern aufdringliche kontaktaufnahmen fremder hunde, sodass wir leider die ausgeschriebenen flächen für den hundefreilauf meiden müssen. davon gibt es ja auch nicht so viele, das muss ich ja auch sagen, und viele sind einfach zu klein oder mitten an der straße! Immer wieder bin ich die böse, weil mein hund ja nicht „spielen“ darf! aber dass deren hunde ja meist mit bürste und knurrend dem fremden neu dazukommenden hunden gegenüber nicht „spielen“ wollen, sehen sie selber nicht.
    In zwölf jahren wurde ich noch nie kontrolliert und ich arbeite beim grünflächenamt, bei uns ist der ranger „stationiert“. der hat ein fahrrad, beige oder grüne sachen an, ein wappen der stadt hannover auf der schulter, und das müssen sie alle, und ist sehr nett. natürlich kann man diesen menschen, die auch nur ihre arbeit machen, böses hinterher sagen, denn sie können sich nicht wehren. keiner kennt wirklich einen der ranger, oder doch??
    ich wünsche mir allgemein mehr rücksicht, toleranz und das sich jeder mal an die eigene nase fässt.
    vor allem aber, dass die menschen, die sich einen hund anschaffen, sich auch informieren über verhalten von hunden.
    Danke

  5. Das sehe ich ja ein… Hunde dürfen die Brut und Aufzucht nicht be- oder gar verhindern… Das Katzen, die sich weit ins Feld begeben, diesem Zwang nicht unterworfen werden, will ich hier nicht weiter breitreden…

    Aber was sich am Mittwoch von unserer Haustür abgespielt hat, stellt diese Leinenpflicht wiedermal erheblich infrage…
    Wir wohnen eigentlich ziemlich idyllisch.. Unser kleine Garten grenzt an eine etwa zwei Fußballfeld große Wiese, dahiner noch etwas Ackerland, unbewirtschaftete Schilf/Moorfläche und dann kommt der Wald… Auf dieser Wiese sieht man den Weißstorch, Hasen, Rehe, Kreuzottern, Ringelnattern und sonstige Wildtiere… Wie gesagt – richtig idyllisch…
    Am besagtem Mittwoch hat der Landwirt, der diese Wiese gepachtet hat, das Gras gemäht um Heu zu machen… Ohne Rücksicht auf Mensch und Tier ist er in einem Tempo über die Wiese „gepflügt“, die an ein Formel-Eins-Rennen erinnerte… Und es passierte, was passieren musste… Eine Ricke konnte gerade noch vor dem herannahenden Mähwerk flüchten… Ihr Kitz blieb seinem Instinkt zufolge ruhig liegen und dachte sicher an nix schlimmes… Es kann sich sicher jeder vorstellen, wie die Geschichte endet…
    Wir haben Foto’s vom geschredderten Kitz gemacht, die ich aber nicht veröffentlichen möchte… Und die Ricke sucht gerde jetzt wieder nach ihrem Kitz und kehrt immer wieder an die Stelle zurück, wo sie ihr Kitz zurückgelassen hat… HERZZERREISSEND!!!!

    Da frag ich mich doch… Wann gibt es endlich Leinenzwang für notorische Naturbanausen????

  6. Am Vahrenwalder Park wurde scheinbar heute kassiert… Ich bin vollkommen schockiert. Hier gibt es meilenweit nichts an grün, außer diesen scheußlichen Park.

    Ich bin den Tränen nahe. Ich hasse diese Stadt. Wie kann man Hunden gegenüber so eklig sein? In Bremen gab es nie Probleme. Jeder hat den Dreck hinter sich weggeräumt und aufgepasst.

    wieso werden hier von der Hundesteuer Menschen bezahlt, die den Leuten das Geld aus der Tasche ziehen, statt es in hundeauslaufflächen zu investieren??

    wie gehen denn die anderen hundebesitzer damit um? und welcher Stadtteil ist Hundefreundlich?

    Mein top erzogener Collie braucht den Auslauf, und auch ich sehe es nciht ein wegen einem hundeschisser-richter mich so einschränken zu müssen.

    Am liebsten würde ich demonstrieren!!

  7. Ich finde das Argument mit den geschredderten Kitzen nicht von der Hand zu weisen – wer an einer gemähten Wiese vorbeigeht, auf der mehrere Krähen auf einem Haufen sitzen, der kann davon ausgehe, dass hier wieder eine Tragödie geschehen ist. Und das betrifft nicht nur Jungtiere, auch Hasen und Kaninchen kommen sehr oft unter die Klingen. Eigentlich ist es Aufgabe der Landwirte, die Wiese vor dem Abmähen von einem Jäger begehen zu lassen oder einen Tag vorher Tüten etc. aufzuhängen, deren Geräusch die Ricke dazu bringt, ihr Jungtier wegzuholen. Bevor unsere Weide letztes Jahr abgemäht wurde, habe ich zur Belustigung des Landwirts darauf bestanden, sie abzugehen und habe prompt ein Kitz gefunden. Wir haben den Bereich großzügig ausgespart und den Rest gemäht. Unter diesen Umständen gehe ich davon aus, dass mehr Jungtiere der Landwirtschaft zum Opfer fallen, als freilaufenden Hunden.
    Einwerfen möchte ich zudem, dass am 1. Mai die Bockjagd beginnt – ein von vielen Jägern heißersehntes Ereignis. Wie ist es bitte zu erklären, dass ich meine beiden extrem gut erzogenen Hunde, bei denen ich stets darauf achte, dass sie nur AUF dem Weg und nicht daneben laufen, monatelang an der Leine halten muss, damit das Wild nicht gestört wird, während gleichzeitig eine Horde Jäger in den Wald einfällt (mit Jagdhunden, die übrigens NICHT angeleint werden müssen….) um den kapitalsten Bock zu schießen – DAS wirkt sich doch sicher auch nicht optimal auf die Jungtieraufzucht aus. Übrigens gibt es dann und wann auch Ricken mit Hörnern…
    Ich finde, es ist nicht verhältnismäßig, Hunde und Hundehalter wegen POTENTIELLER (denn wie viele wilde, unerzogene Hunde laufen denn jetzt wirklich da, wo Jungtiere sind?) Beeinträchtigung pauschal dermaßen in ihrer Freiheit zu beschränken, während der ja grundsätzlich wichtige und lobenswerte Naturschutzansatz bei anderem Klientel recht lapidar gehandhabt wird.

  8. Das timmt nicht ganz, @Elsbeth… Meines Wissens gilt die Leinenpflicht für ALLE Hunde, es sei denn, dass sie zur rechtmäßigen Jagdausübung, als Rettungs- oder Hütehunde oder von der Polizei, dem Bundesgrenzschutz oder dem Zoll eingesetzt werden oder ausgebildete Blindenführhunde sind (http://www.recht-niedersachsen.de/79100/nwaldlg1.htm#p31). Also wenn ein Jäger „nur mal so durch sein Revier schleicht um „Leinenzwang-Sünder“ zu erwischen“ und seinen Hund dabei hat oder ihn Gassi gehen lässt, so muss dieser angeleint sein. Im übrigen gibt es ein Urteil vom OLG Lüneburg nach dem ein genereller Leinenzwang gegen das Tierschutzgesetzt verstößt und meines Wissens muss eine Kommune, die Leinenzwang verhängt, für die der Kommune gemeldeten Hunde entsprechende Freilauffläche zur Verfügung stellen… Nur – Die meißten Hundehalter wissen das alles nicht und nehmen (wie so oft) alles hin. Auch muss man in NDS neuerdings seinen Hund zentral melden (natürlich gegen Gebühr)… Was für ein Schwachsinn… Unsere beiden Hunde sind schon zentral gemeldet – bei Tasso (Gebührenfrei und Bundesweit)… Wussten Sie, dass es einer Kommune obliegt Hundesteuer zu erheben? Und wenn dann wieviel?… Wir lassen uns einfach zuviel gefallen… Und wo kein Kläger da kein Richter… Die Leinenpflicht während der Brut- Setz und Aufzuchtzeit gilt übrigens nur in Nds und Bremen… In Bayern hat man sich z. B. daraufhin geeinigt, dass Hunde auf wirtschaftlich genutzten Flächen (Felder und Wälder) nicht angeleint werden müssen. Die haben das richtig erkannt… Was nützt es den Wildtieren, wenn sie nicht von streunenden Hunden gejagt werden aber einem Traktor der wie von Nikki Lauda gesteuert durch die Felder brummt oder einerm Mähbalken zum Opfer zu fallen…

  9. Bei diesem Thema wird sehr häufig übersehen, dass die Anleinpflicht nur in der „freien Landschaft“ besteht. Wenn man dann aber mal genauer in das Gesetz schaut – liest man im § 2 des NWaldLG Folgendes:
    (2) Nicht zur freien Landschaft gehören

    Straßen und Wege, soweit sie aufgrund straßengesetzlicher Regelung für den öffentlichen Verkehr bestimmt sind,

    „Für den öffentlichen Verkehr bestimmt bedeutet, dass diese Straßen der Widmung nach öffentliche Straßen sind, also grds. für jedermann zugänglich sind. Wege und Plätze sind in dieser Hinsicht Straßen gleichgestellt, jedoch anders als Straßen beschrieben und erfüllen aus praktischer Sicht andere Funktionen. Sie stellen Flächen dar, die ebenfalls dem öffentlichen Verkehr gewidmet sind.

    Durch die Widmung werden diese, wie die Straßen, zu öffentlichen Straßen. Die Widmung ist den unterschiedlichen Behörden und Baulastträgern nach § 6 NStrG in die Hände gelegt. Alle diese gewidmeten Straßen gehören sodann nicht zur freien Landschaft im Sinn des NWaldLG.

    Ein Verzeichnis der öffentlichen Straßen kann bei den jeweiligen Gemeinden eingesehen werden.“

  10. Zur Bildunterschrift… So schizophren wie das klingt, aber Luna dürfte auch während der Brut- und Setzzeit in diesem Bereich von Hannover ohne Leine über den Parkplatz, auf den Bürgersteigen oder Straßen laufen. Nur jeder grüne öffentlicher Fleck ist davon ausgenommen, selbst einfach nur der Grüne Kranz um einen Baum rum.

  11. …nicht zu vergessen ist die ganzjährige Leinenpflicht in Naturschutzgebieten!

  12. Im Vahrenwalder Park laufen ständig Hunde ohne Leine herum , besonders morgens und hinter Joggern hinterher, bzw. greifen diese an.

    Hundehalter, die auf die Leinenpflicht angesprochen werden reagieren rücksichtslos, lassen fast immer ihre Hunde weiter laufen .

    Ob sie dabei Jogger jagen interessiert die meisten Hundehalter
    nicht, hauptsache Waldi hat Auslauf und benutzt nebenbei noch die Liegewiese als Hundeklo. Die Blumenbeete sehen auch entsprechend aus.

    Schade , daß sich der Parkranger morgens so selten sehen läßt.

    Schärfere Kontrollen sind hier angebracht. Auch die Bußgelder sollten bei uneinsichtigen Haltern erhöht werden.

    • Hallo Thomas,
      ich kenne die Situation im Vahrenwalder Park nicht, aber ich denke, dass die wenigen Hundehalter, die sich rücksichtslos verhalten, leider immer die sind, die auffallen – und somit wie eine Mehrheit erscheinen.
      Das Verhalten von uneinsichtigen Hundehaltern zu ahnden halte ich für richtig. Gib dem Parkranger doch mal einen Hinweis, dass es anscheinend/scheinbar ein Problem im Vahrenwalder Park gibt.
      Viele Grüße
      Inka

  13. hallo Inka,
    im Vahrenwalder Park lassen fast alle Hundehalter morgens ihre Hunde ohne Leine laufen.

    Der Park hat sich zu einer inoffiziellen Auslauffläche gemausert, da der Parkranger morgens meistens abwesend ist.

    Hundehalter, die auf die Leinenpflicht angesprochen wurden, pöbelten quer durch den Park, bzw. ließen aus Trotz ihre Hunde “ jetzt erst recht “ laufen.

    Andere ignorierten Ansprachen. Ein Halter mit 2 Hunden glaubte, daß wenn er für 2 Hunde Steuer bezahlt, seine Hunde den Park ja wohl zum Auslauf / als Hundeklo benutzen dürften.

    Viele Halter glauben auch dies wären die anderen / Minderheiten, während ihr eigener Hund zeitgleich durch die Beete rannte / kackte.

    Ich habe keinen ( ! ) getroffen, der auf Ansprache hin seinen Hund anleinte.

    Jogger, die von Hunden angegriffen wurden , wurden sogar noch ausgelacht.

    Schade, daß der Parkranger morgens dort so selten da ist.

  14. Thomas, wir besuchen wohl den selben Park.

    Die Hundehalter die ich kenne, und ich kenne viele von ihnen, räumen die Scheiße ihrer Hunde weg und regen sich genau so wie du über die „schwarzen Schafe“ auf.

    Bevor du dich SO beschwerst und so einen Hass aussprichst, solltest du dich vielleicht mal in die andere Seite versetzen.

    Die Alkis und Fixer stören dich nicht? Die ebenso ihre Haufen in die Beete setzen und NICHT wegräumen, oder die ihre Glasflaschen zerbrechen und über die Liegewiesen verteilen?

    Dieser Park hat ein gewaltiges Problem. Und es sind nicht die Hunde, sondern die Tatsache, dass es der einzige weit und breit ist und der Stadtteil allgemein nicht für sein Niveau bekannt ist.

    Trotzdem gilt: erst denken, dann motzen.

    Liebe Grüße
    MICH hast du noch nie angesprochen.

  15. Wenn die Leute dich angeblich ausgelacht haben, kann es daran liegen, dass der Hund dich nciht angegriffen hat, sondern sich über dich gefreut hat. Schließlich läufst du, für ihn sieht es aus,als würdest du spielen und Spaß haben da möchte er gerne mitmachen. Die Besitzer fanden das eher süß und haben über ihren Hund gelacht.
    Hätte ein Hund dich tatsächlich angegriffen, dann könntest du die Leute anzeigen, doch ich vermute, dass du selber weißt, dass die Hunde das nicht Böse meinen. SOLCHE Hunde, laufen im Vahrenwalder Park nämlich nicht frei rum.

  16. Liebe/r VS,
    Thomas hat keinen Hass kundgetan und auch nicht rumgemotzt, wie ich finde. Er hat beschrieben, dass es in diesem Park ein Problem mit rücksichtslosen Hundehaltern zu geben scheint. Das glaube ich erst mal.
    Zum Joggerthema: Es ist mir – wenn ich laufe – egal, ob ein Hund mir zwischen die Beine läuft oder mich verfolgt, weil er mit mir spielen will oder mich angreifen. Beides geht gar nicht!
    Viele Grüße
    Inka
    P.S. Thomas, sag doch mal der Stadt Bescheid, dass vor allem morgens Hundehalter ihre Hunde dort frei laufen lassen. Ich war nur einmal im Vahrenwalder Park und erinnere mich kaum noch dran. Läst sich vielleicht eine Wiese dort zur Hundewiese machen oder reicht der Platz dafür nicht? Und dann könntest du noch um einen Kotbeutelspender bitten. Dann haben die Tüten-Vergesser keine Ausrede mehr.

  17. Erst hatte ich auf einen interessanten Artikel gehofft….leider einseitig und enttäuschend plakativ wird der Hundehalter als Opfer der Stadt und der angeblichen Willkür dargestellt. Schade. Und als Kommentar zum Ranger: Wenn man diesem mit einem Mindestmaß an Respekt begegnet, wird man schnell feststellen, wie offen und freundlich sie sind und durchaus viele Erklärungen bereitstellen.

    • Hallo Sanne,

      ich habe leider schon persönlich Ranger erlebt, den weder offen noch freundlich waren, obwohl ich mich ganz sicher nicht respektlos verhalten hatte. Es gibt sicher – wie überall – solche und solche.

      Viele Grüße
      Inka

  18. Ich fühle mich in dem Artikel vollkommen wider gegeben:

    An der Strecke, an der ich Laufe, haben wir auch eine vollkommen abstruse Situation:

    Die Wege sind asphaltiert/gepflastert, daran angrenzend ein Grünstreifen. Ständig von Fußgängern und auch Radfahrern frequentiert. Dort brütet rein gar nichts.

    15m weiter wird eine Weide regelmäßig gemäht (auf der sonst aufgrund der Entfernung tatsächlich Vögel brüten würden).

    Durch den entfernteren Wald/See stiefeln regelmäßig Angler und Familien mit kleinen Kindern. Dort brüten tatsächlich schützenswerte Vögel. Das ist jedoch erlaubt.

    Meine Hunde bleiben an- und unangeleint auf den Wegen bzw. am Grünstreifen. Müssen aber während der Brut- und Setzzeit theoretisch angeleint sein.

    Das kann niemand mehr verstehen.

  19. Vielen Dank für diesen schönen Beitrag zum Thema Leinenzwang wärend der Brut und Setzzeit. Auch die Kommentare sind sehr interessant. Hier im Norden Ostfrieslands ist nun auch wieder die Zeit der Leinenpflicht angebrochen. Ausgleichsflächen/Freilaufflächen für Hunde bietet unsere Stadt leider keine. Was die Sache sehr schwierig macht für meine beiden gut erzogenen aber doch recht quir­ligen Terrier (artgerechte Haltung = ade…). Zudem wurde in der Zeitung regelrecht aufhetzend die Bevölkerung darauf aufmerksam gemacht wie „gefährlich“ (pauschal) alle Hunde in dieser Zeit sind und die Besitzer echte Straftäter sind wenn Sie Ihren Hund in der Brut und Setzzeit frei laufen lassen.
    Richtig, richtig furchtbar!
    Meine Nachbarin ist auch schon von Passanten angepöbelt worden, weil Sie Ihren Hund nicht kurz an der Rollleine gehalten hat.
    Somit wird diese diskriminierende Einschränkung ein Fest für alle hasserfüllten Mitmenschen.

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