Gastbeitrag: Wie finde ich einen guten Hundephysiotherapeuten?

Doppelt hält besser: Sandra Wuttig, hier bei einem Dogdance-Auftritt mit ihrer Australian-Shepherd-Hündin Fly, hat gleich zwei Ausbildungen zur Hundephysiotherapeutin gemacht.

Doppelt hält besser: Sandra Wuttig, hier bei einem Dogdance-Auftritt mit ihrer Australian-Shepherd-Hündin Fly, hat gleich zwei Ausbildungen zur Hundephysiotherapeutin gemacht.

In den Antworten zur Umfrage „Was haltet ihr von Hundephysiotherapie?“ taucht ihr Name einige Male auf: Sandra Wuttig ist Hundephysiotherapeutin – und zwar eine richtig gute. Doch woran erkennt man das? Die Berufsbezeichnung „Hundephysiotherapeut“ ist ebenso wenig geschützt wie „Hundetrainer“; und auch die möglichen Ausbildungen sind sehr verschieden und vor allem nicht immer eine Garantie dafür, dass der oder die Ausgebildete dann auch wirklich gut ist. Deshalb habe ich Sandra gebeten, eine Checkliste zu machen, mit der ihr leichter einen guten Hundephysiotherapeuten finden könnt. Hier ist Sandras Fragenkatalog als Gastbeitrag im Hundeblog.

Ich habe eine Ausbildung zur Hundephysiotherapeutin nach Blümchen/Woßlick gemacht. Danach habe ich in der Tierrehaklinik bei Dr. Ralf Schweda und Daniel Biniara in Seesen  Praktika gemacht. Ralf Schweda war einer der ersten Tierärzte in Deutschland, der Hunden Gold implantierte, um damit symptomatisch, aber auch vorbeugend Arthrosebeschwerden zu behandeln. Daniel Biniara zählt zu den gefragtesten Hundephysiotherapeuten im europäischen Raum und ist übrigens auch ein leidenschaftlicher Schlittenhunderennenfahrer.

Da mich die beiden sehr begeistert haben mit ihrer Arbeit, habe ich – nach dem Motto „Doppelt hält besser!“ – in der Tierphysiotherapeutenschule vom Team Schweda noch die Ausbildung in manueller Therapie für Hunde gemacht. Inzwischen habe ich in einem Dörfer von Uetze im nordwestlichen Zipfel der Region Hannover, nämlich in Altmerdingsen meine eigene Praxis mit dem Namen „Canis Agilitas“.

Nun aber zur Checkliste …

So findet ihr einen guten Physiotherapeuten für euren Hund:

  • Hat er eine Ausbildung gemacht? Falls ja, bei wem?
  • Hat er genug praktische Erfahrungen gesammelt?
  • Hat er Erfahrung mit verschiedenen Rassen?
  • Fragt er nach einer Diagnose, die der Tierarzt gestellt hat? Lässt er sich Röntgenbilder zeigen?
  • Fragt er, welche Medikamente der Hund bekommt?
  • Schaut er sich das Gangbild des Hundes sehr genau an?
  • Lässt er sich die Probleme sehr genau beschreiben?
  • Untersucht er den gesamten Hund? Tastet er alles ab?
  • Gibt er Hausaufgaben und kontrolliert er, ob sie richtig gemacht werden, damit zu Hause nichts schiefläuft?
  • Und zum Schluss noch eine ganz wichtige Frage: Kennt er seine Grenzen?

Falls ihr alle Fragen mit einem klaren „Ja!“ beantwortet, habt ihr bestimmt einen guten Hundephysiotherapeuten gefunden. Behaltet die Fragen aber durchaus im Hinterkopf beziehungsweise fragt euch bei Folgebehandlungen: Macht er bei jeder Behandlung eine neue Momentaufnahme vom Gesundheitszustand seines Hundepatienten? Ein guter Physiotherapeut guckt sich immer die individuellen  Heilungsfortschritte an, statt strikt nach einem auf sechs oder zehn Termine ausgelegten Behandlungsplan vorzugehen.

Ich persönlich halte darüber hinaus nichts davon, Geld zu nehmen für Behandlungen, die jeder leicht zu Hause mit seinem Hund machen kann, also etwa für eine Igelball-Massage. Klar, kann ich das Rollen mit dem Igelball einmal zeigen, sie kann auch ein Teil der Behandlung sein, aber mehr nicht.

Ganz wichtig finde ich, dass die Therapie auf den jeweiligen Hund abgestimmt werden sollte, nicht auf die Erkrankung beziehungsweise Verletzung. Einen jungen, sehr quirligen kleinen Hund nach einem Kreuzbandriss behandle ich beispielsweise anders als einen alten, eher behäbigen und großen Hund.

Und nun wünsche ich euch, dass eure Hunde möglichst fit bleiben!

Sandra Wuttig

Ein Kommentar

  1. Dem Beitrag und der Liste von Sandra kann ich mich nur anschließen.

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