Gastbeitrag: Die Wahl des Hundenamens

Martina Kölsch arbeitet in der Redaktion der Agentur mindshape GmbH in Köln, die das Portal „1001 Hundenamen“ betreibt. Sie hat sich mit der oft auch unfreiwillig komischen Namenswahl für Hunde beschäftigt und mir einen Gastbeitrag dazu verfasst.

Im Portal 1001-Hundenamen.de sind mehr als 1000 Hundenamen zu finden. (Screenshot)

Im Portal 1001-Hundenamen.de sind mehr als 1000 Hundenamen zu finden. (Screenshot)

Vor ein paar Tagen bin ich zufällig auf den Artikel „Waldi, Whiskey und andere wunderbare Hundenamen“ hier auf An-der-Leine.de gestoßen und musste darüber sehr schmunzeln, und auch gleich mal nachschauen: Tatsächlich haben wir auch auf unserem Portal für Hundenamen solche Begriffe wie „Bailey“ oder „Barcardi“ stehen. Grund genug für mich, sich einmal etwas mehr mit der oft (unfreiwillig) lustigen Namensgebung bei Hunden auseinanderzusetzen.

Man muss sich wundern, was für Namen Menschen ihren Hunden geben. Dabei entscheidet oft eher die Optik als der Charakter darüber, welchen Namen der Hausgenosse erhält. Auch die Hundegröße kann den Namen nahelegen. Oft aber auch nicht.

Ein Bello, der nie bellt

Witzig ist es, einen Chihuahua „Tyson“ zu taufen, weil das automatisch Assoziationen an dem Schwergewichtsboxer gleichen Namens hervorruft. Ist der Hund todesmutig und stürzt sich in jedes Getümmel, passt es. Bei der Hundetaufe kann man das aber eigentlich noch nicht wissen. Karlsson, Socke, Asterix, Wolle, Mücke oder Idefix sind wunderbar, weil sie lustig und als Namen kleinformatig sind.

Der Hundename sollte unbedingt kurz sein, weil der Hund ihn dann schneller erkennt. „Luna“ oder „Emma“ für eine Rhodesian-Ridgeback-Dame erscheint als passend, für eine Schäferhündin aber irgendwie nicht. Der Name „Bello“ für einen schlafsüchtigen Schweiger im Fell einer Französischen Bulldogge erscheint auch absurd. Da lacht ja selbst eine Beaglehündin mit dem Divennamen „Lola“, die inzwischen eine übergewichtige Hundedame mit Nierenproblemen ist. Übrigens himmelt „Lola“ einen gewissen „Toby“ an. Der ist ein winziger Yorkshire Terrier, zu dem der Name passt. Er hätte auch gut „Buddy“ heißen können.

Trendnamen – oft auch über Jahrzehnte gleich

Überlegt euch vorher, ob es wirklich ein Allerweltsname sein soll. Was hast Du davon, nach „Leo“ zu rufen – und zehn Hunde dieses Namens kommen angelaufen …

Der Nachteil von Modennamen wie Luna, Paul und Emma ist, wie bereits gesagt, dass jeder sie benutzt. Wer seinen Hund mit mehr oder minder kreativen Namen wie „Rumsumsel“ oder  „Keks“ benennt, gilt allerdings schnell als eigenwillig. Zu einem Jack Russell Terrier fällt vielen nichts Besseres ein als „Jack“, zu einem Collie nur „Lassie“. Entsprechend heißen Schäferhunde oft „Hasso“ oder „Rex“.

Altmodische Traditionsnamen wie Anton, Max, Bruno, Oskar oder Emil benutzt man gern bei größeren Hunden. „Waldi“ kennen wir dagegen als Dackelnamen aus mehr als einer TV-Sendung. Überaus beliebt sind kurze englische Namen wie Sam, Sammy und Tom. Sie sind relativ rassenneutral.

Prominenz im Hundekorb

Auch Promis haben es zu uns in die heimischen Wände geschafft, denn sie werden gerne als Namensgeber eingesetzt: Lustig ist es, wenn ein Zottelhund „Schumi“, „Bohlen“ oder „Ustinov“ heißt. Ob sie’s mögen, ist eine andere Sache. Wenn sich „Caruso“, „Penelope“ und „Cherokee“ sich als dicklicher Boxer, zottelige Mischlingsdame in XXL-Größe und arthritische Dackeldame entpuppen, fragt man sich, was in den Haltern vorgegangen ist.

Mein Fazit ist, dass es oft etwas mehr Zeit braucht, um einen schönen und passenden Namen auszuwählen. Da ich mich selber mit Tiernamen schwer tue, hat es sich eigentlich immer automatisch ergeben, dass ich mein Haustier schon ein paar Tage hatte, bevor mir ein mehr oder weniger „perfekter“ Name ein- oder aufgefallen ist.

Martina Kölsch

Tja, wenn meine Grappamaus sich ihren Namen selbst hätte wählen dürfen, hieße sie wohl „Konfetti“. Da Grappas Anschaffung eine Schnapsidee war, bleibe ich aber dabei: Der Name passt zu meiner Maus! Und zum Tiger hat sein Name auch gepasst: Wie sonst hätte sich fünf Kilogramm blondes Plüsch jemals groß und stark vorkommen können.

Und nun seid ihr dran: Kennt ihr oder habt ihr gar einen Hund, zu dem sein Name überhaupt nicht passt?

Ein Kommentar

  1. Kölsch Martina

    Hallo aus Borgholzhausen,
    ja, es ist nicht immer so sonnenklar, wie der Hund sich entwickelt, ob er agil, träge, nervös, gelassen, freundlich oder oder …. sein wird.

    Natürlich gibt es typische Merkmale einer Rasse, aber ich glaube, dass die Geschichte jedes einzelnen Hundehalters, sprich sehr individuelle Dinge, letztendlich zum Namen für den geliebten Vierbeiner führt.
    Es sei denn, es besteht ein unkreatives Desinteresse ( was nicht böse gemeint ist ) , aber wie schon im Zeitungsartikel erwähnt, wird dann JACK oder REX gewählt – weil diese Hunde halt “so heißen“ :-) .
    Das ist völlig in Ordnung, und wenn unsere Hundedame GRETE heißt, dann liegt das an der großartigen Marathonläuferin aus Norwegen, die leider verstorben ist, aber für uns Läufer ein Vorbild war.
    GRETE ist ein Husky – Labradormix, und somit auch zum Laufen geradezu geschaffen.
    So einfach ist das manchmal – mit der persönlichen Geschichte,
    meint M. Kölsch ( nicht verwandt mit der Redakteurin )

    Und einen TYSON kenne ich auch, es ist, wie ich meine der kleinste Hund im Ort :-)

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