Zehn Cent für seine Gedanken

Ich werde nicht schlau aus meinem alten Hund. Vor einigen Wochen entschied Pitú spontan, dass er nie wieder Platinum-Futter fressen will. Na gut, dachte ich, dann teilt Grappa halt ihr magenschonendes Nierendiätfutter mit ihm. Wenn ihm das besser schmeckt …

Dann, als es ihm sehr schlecht ging nach der vierten, fünften oder sechsten Herzbeutelpunktion – ich habe in der Tierklinik schon nach einem Bonusheft gefragt, damit ich die zehnte Punktion gratis bekomme –, bekam er Dosenfutter statt Flocken.

Pitú stieg dann von Herzbeutelergüssen auf Thoraxergüsse um, blieb aber beim Dosenfutter. In der Tierklinik habe ich eine neue Bonuskarte angefangen.

Und plötzlich war das Dosenfutter: „Iieeeh, bäh!“ Haferschleim mit Hüttenkäse war angesagt. Mit einem Löffel Honig und/oder Actimel. Das hat dazu geführt, dass ich einmal die Variante mit Honig und einmal die mit Actimel gemacht habe. Pitú durfte dann den Napf wählen, der nicht erwählte war dann automatisch der für die Maus, die nach wie vor alles frisst, was man ihr hinhält.

Dabei kann es durchaus vorkommen, dass sie eine Weile auf meinen Fingern rumkaut, bevor sie merkt, dass die bloß den Napf halten, ihr Futter aber darin ist. Doch das ist ein anderes Thema. Grappa macht sich eben keine Gedanken mehr, sondern ist fokussiert auf das Wesentliche: Schlafen, fressen, kuscheln.

Vor ein paar Tagen war Haferschleim plötzlich doof, Hüttenkäse auch. Am Wochenende gingen nur Nudeln – und Pomelo, die er mühsam weggefunden hat und dessen für alle Beteiligten unangenehme Folgen er leider nicht mit seinem Mundraub verknüpft hat.

Gestern Abend – nach einem Tag „auf Station“ mit der ich-weiß-nicht-genau-wievielten Thoraxpunktion – sollte es dann plötzlich wieder Dosenfutter sein. Also gab es heute zum Frühstück: Dosenfutter mit Nudeln. Und was macht Pitú? Er klaut Grappa das Trockenfutter, die dann in Kleinkindmanier um ihre Flocken gekämpft hat, statt sich an den mit Olivenöl verfeinerten, al dente gekochten Nudeln samt leckerem Dosenfutter gütlich zu tun.

Nun frage ich euch: Was soll ich Pitú heute Abend in den Napf tun?

Und noch eine ernstgemeinte Frage an diejenigen Blogleser, die auch alte Hunde haben: Kennt ihr das, dass eurem Hund plötzlich nichts mehr schmeckt?

2 Kommentare

  1. Achja, da freue ich mich ja direkt schon auf Pebbles, bis vor einiger Zeit Fresssack ohne gleichen, in ein paar Jahren. Denn die fängt auch langsam an, statt sich wie üblich auf ihr, mit egal was, gefülltes Napf zu stürzen, mit einem empöööhrten Blick nach der Speisekarte zu fragen :-O

    Einen Tipp hab ich auch nicht parat. Mach doch einfach eine Auwahl an Futternäpfen, stell alle hin und schau, was sie fresen, der Rest wird gekühlt. Am nächsten Tag ist dann bestimmt was anderes der Hit ;-)

  2. Heike Fröchtling

    Die Idee mit der Futternapfauswahl finde ich super!!! Wenn sich der Geschmack wirklich so oft ändert, schmeckt morgen bestimmt auch das, was heute verschmäht wurde. Mein alter Mann war schon immer ein bisschen (!!!!) mäkelig, das hat sich aber mit dem Alter nicht verschlimmert. Noch nicht???
    Ich wünsche dir ein stets glückliches Händchen bei der Speisenauswahl ;-)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.