Hundehasser unterwegs: Passt gut auf eure Hunde auf!

Doggenrüde Bruno ist das Opfer eines Hundehassers. (Foto: Helena Saberi)

Doggenrüde Bruno ist das Opfer eines Hundehassers. (Foto: Helena Saberi)

„Ich habe fünf Hunde.“ Die Antwort von Helena Saberi kommt spontan. Aber sie stimmt nicht mehr, denn Bruno ist tot. Der dreieinhalbjährige Doggenrüde hat einen Köder mit Rattengift gefressen, den ein Hundehasser aufs Grundstück des Hauses in Großburgwedel bei Hannover geworfen hat. Bruno ist am Montagabend jämmerlich an inneren Blutungen verreckt.

Es muss ein Hundehasser gewesen sein, denn eine Ratte kann nicht genug Rattengift aufnehmen, um einen 80 Kilogramm schweren Hund zu töten. Warfarin war es. Viel davon. Das weiß Helena jetzt nach dem Tod ihres Deckrüdens. Ihre Hündin bekommt demnächst Welpen von ihm. Freuen kann sich sich auf die Doggenbabys im Moment nicht.

Das Perfide an Rattengift und speziell Warfarin ist, dass es eigentlich schon zu spät ist für den Hund, der es aufgenommen hat, wenn man die ersten Symptome einer Vergiftung feststellt. Natürlich ist Helena mit Bruno sofort zum Tierarzt gefahren, er bekam eine Vitamin-K-Spritze und wurde an einen Tropf gehängt. Zu spät. Da Bruno das 3500 Quadratmeter große Grundstück zuvor vier Tage lang nicht verlassen hatte, kann er nur einen Köder gefressen haben, den ein Hundehasser über den Zaun geworfen hat. „Wenn mein dreijähriges Kind ein Würstchen oder etwas anderes Essbares findet, isst es das …“, sagt Helena. Dann schweigt sie.

Familie Saberi hat das komplette Grundstück abgesucht, aber keine weiteren Köder gefunden. Blutuntersuchungen bei den vier übrigen Hunden haben zum Glück gezeigt, dass sie kein Gift gefressen haben. Zurzeit dürfen die Hunde nur unter Aufsicht zum Pinkeln raus. Die Nachbarn wurden gewarnt und machen es ebenso. Alle haben Angst. Zu Recht.

Bruno, eigentlich „Bruno Quirium“ (Quirinum ist Helenas im Deutscher Doggen Club, kurz: DDC, eingetragener Zuchtzwinger), ist übrigens nicht bloß ein bildschöner Deckrüde (Deutscher Champion VDH) gewesen, sondern auch regelmäßiger Gast im Kindergarten und in der Schule – als vierbeiniger Lehrer zum Unterrichtsthema „Richtiger Umgang mit großen Hunden“. Die Liste derer, die diesen ganz besonderen Hund vermissen, ist deshalb sehr lang. Doch selbst wenn Bruno kein Schönheitschampion gewesen wäre und die Liste der Vermissenden nur kurz, so wäre das Verbrechen, diesen Hund qualvoll zu vergiften, nicht kleiner.

Großer Hund mit großem Herz: Bruno in einer Kitagruppe. (Foto: Helena Saberi)

Großer Hund mit großem Herz: Bruno in einer Kitagruppe. (Foto: Helena Saberi)

Helena hat Anzeige erstattet; und die Polizei in Burgwedel hat von einem weiteren vergifteten Hund erzählt. Ich stelle mir die Frage, ob es einen Zusammenhang zwischen der auffälligen Häufung von Giftködermeldungen um Ostern gibt. In der Karwoche und der darauffolgenden Woche waren in der Stadt und in verschiedenen Gemeinden in der Region Hannover ein knappes Dutzend Verdachtsfälle gemeldet worden; und jedes Mal handelte es sich um Wurst oder Mett mit Rattengift.

In und um Hannover gab es um Ostern eine auffälligen Häufung von Giftködermeldungen.

In und um Hannover gab es um Ostern eine auffälligen Häufung von Giftködermeldungen.

Zum Schluss haben Helena und ich noch einen Wunsch: Bitte passt immer und überall gut auf eure Hunde auf!

2 Kommentare

  1. Ach man das tut mir wirklich ganz schwer leid. Ich habe selber letztes Jahr einen Hund verloren. Das alleine ist schon schlimm genug, aber wegen Gift, ganz schlimm.
    Warum können Menschen überhaupt so schlecht sein…..

  2. schade ich hätte den hund gern gegessen

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