Gastbeitrag: Schluss jetzt! Sinn und Unsinn von Abbruchsignalen

Martina Schoppe lebt im Weserbergland (Landkreis Holzminden), sittet und clickert Hunde. Ich bin sehr froh, dass sie mir einen Gastbeitrag für den Hundeblog geschrieben hat. Und wenn ihr eifrig den Like-Button betätigt oder einen netten, aber gern auch kritischen Kommentar hinterlasst, kann ich sie vielleicht als regelmäßige Gastautorin gewinnen.

Ziehen erwünscht: Hundetrainerin Martina Schoppe mit Crispel.

Ziehen erwünscht: Hundetrainerin Martina Schoppe mit Crispel.

In den März- und April-Ausgaben der Hundezeitschrift WUFF sind Interviews mit Sophie Strodtbeck und Günther Bloch zum Thema Abbruchsignale erschienen. Es wurde herausgearbeitet, dass sowohl Wölfe als auch Hunde eine Reihe sehr differenzierter Abbruchsignale verwenden, um das Verhalten eines Artgenossen zu unterbrechen und dass diese Signale fester Bestandteil der Kommunikation der Tiere sind.

Ich denke, jedem ist klar, dass praktisch jede Tierart (einschließlich Menschen) über mehr oder weniger viele Signale dieser Art verfügen muss, um das Verhalten anderer beeinflussen zu können – zum Beispiel, um ein unnötiges Eskalieren von Aggression zu verhindern.  Für mich ist also nicht die Frage, ob ich Abbruchsignale in der Kommunikation mit Hunden einsetze, sondern wann und wie ich welche Abbruchsignale einsetze.

Denn auch wenn in den Interviews mehrfach darauf hingewiesen wurde, dass es Abstufungen der Intensität der Abbruchsignale gibt – es gibt meiner Meinung nach einen Unterschied zwischen denjenigen, die Tiere untereinander einsetzen können, und denen, die uns Menschen zur Verfügung stehen, ganz besonders solchen, die in Hundebüchern immer wieder als artgerecht, weil auch von Hund ausgeführt empfohlen werden.

Mit Fortschritten in Wissenschaft und Forschung wird die „Grenze“ zwischen Tieren und Menschen ja immer weiter verschoben bzw. undeutlicher, aber ich denke, die meisten Wissenschaftler gehen auch heute noch davon aus, dass nur der Mensch in der Lage ist, bewusst darüber nachdenken zu können, welchen Einfluss sein Handeln auf das zukünftige Verhalten von anderen hat.

Hunde denken nicht darüber nach, ob und wenn ja wie sich ihr Verhalten auf die zukünftige Beziehung mit diesem anderen Hund auswirkt – sie verhalten sich hundlich, gemäß ihrer Erfahrungen und Fähigkeiten situativ angemessen. Und obwohl sie als „Muttersprachler“ ihre Sprache natürlich sehr viel besser sprechen als jeder Mensch, liegen auch sie manchmal mit ihrer Intensität daneben – der andere Hund erschreckt sich zu sehr und mag diesem Artgenossen zukünftig nicht mehr begegnen.

Als Mensch habe ich also den gewaltigen Vorteil, mir im Vorfeld Gedanken darüber machen zu können, wie und womit ich das Verhalten meines Hundes unterbrechen werde, wenn es notwendig ist. Diese Fähigkeit kann die Unzulänglichkeiten, die ich beim Verstehen und „Sprechen“ der Fremdsprache „Hund“ habe, ausgleichen. Denn wir Menschen sind nun mal keine Hunde, unsere Ohren sind starr, wir haben keine Ruten, wir gehen nicht auf allen Vieren, wir können außer vielleicht Gewichtsverlagerungen und anderen eher kruden Kommunikationssignalen nichts so diffizil ausdrücken wie Hunde mit ihrer Körpersprache.

Ich habe als Mensch intellektuelle Vorteile, die die körpersprachlichen Unzulänglichkeiten wettmachen könn(t)en. Außerdem muss ich als Individuum nicht das Rad neu erfinden. Andere, Trainer und Wissenschaftler, haben Vorarbeit geleistet, haben unzählige Stunden Forschungsarbeit investiert, um das Verhalten von Tieren zu erforschen, um herauszufinden, wie Tiere lernen, wie sich Emotionen auf das Lernen und Verhalten auswirkt und umgekehrt!

Ich verwende so viele Informationen, wie mir derzeit zur Verfügung stehen, um zu entscheiden, wie und welche Abbruchsignale ich einsetze, und ich betrachte eben nicht nur das „Wie machen es Hunde untereinander?“. Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, warum man sich darauf beschränken sollte – es scheint mir aber in den üblicherweise vorgetragenen Argumenten genau darauf hinaus zu laufen. Hunde machen es untereinander so, dann ist das schon in Ordnung, wenn Menschen auch …

Wozu waren Abbruchsignale noch mal gut? Sie sollen das Verhalten des anderen unterbrechen. Der Hund soll aufhören zu bellen, zu betteln, anzuspringen, rumzukaspern, wegzurennen, das Reh zu hetzen, sich im Mist zu wälzen oder ähnliches. Also sagt man: „Nein!“ Lebten wir in der idealen Welt, würde der Hund nun aufhören und dann brav irgendwas anderes machen, etwas, das dem Menschen genehm ist.

Und in der realen Welt? In der realen Welt wird „Nein“ (in seinen diversen Intensitäten) als „Korrektur“ eingesetzt und entsprechend über Strafe aufgebaut, sofern es überhaupt von Hundehaltern bewusst aufgebaut wird. WENN der Hund weiß, was „Nein“ heißt, hört er tatsächlich mit dem Verhalten auf (um der zu erwartenden Konsequenz zu entgehen, sprich, die Bestrafung zu vermeiden). Dann wird ihm aber „die Freiheit gelassen“, selbst zu entscheiden, was er stattdessen machen soll. Klingt doch total nett! Es ist egal, was er dann macht, solange es nur DAS nicht mehr ist.

Aber ist es wirklich so einfach FÜR DEN HUND? Angenommen er bettelt während des Essens, indem er mit seiner Nase stupst, nach Aufmerksamkeit (und natürlich, um Essen zu bekommen), und man informiert ihn mit „Nein!“ darüber, dass er damit jetzt besser aufhört, sonst! Weiß er denn jetzt, dass er sich statt zu betteln im Handstand rückwärts gegen die Wand lehnen soll?

Ja, ich habe mit Absicht ein uns Menschen derartig abwegig anmutendes Alternativverhalten genommen, denn genauso abwegig ist unser erwartetes Alternativverhalten für den Hund! Er wird als Alternative höchstwahrscheinlich anfangen, anderweitig herumzuhampeln, zu bellen, uns anzuspringen, uns mit den Pfoten zu traktieren, zur Tür zu laufen, sich im Kreis zu drehen oder ähnliches.

Je nach dem, wie sehr uns dieses Verhalten nervt, wird es ebenfalls mit „Nein!“ geahndet – und das geht so lange weiter, bis der Hund irgendwann zufällig das richtige Alternativverhalten erwischt (und woran erkennt er das?) – oder bis irgendeine Intensität von „Nein!“ in so hemmt, dass er eben erst mal nichts mehr macht.

Habe ich euch jetzt verwirrt? Sehr gut, denn dann geht es euch genau wie dem Hund! Nur könt ihr den Abschnitt noch mal nachlesen, um ihn zu verstehen, Hunde können eine Szene aber nicht noch mal zurückspulen, um zu gucken, wo ihr Fehler lag.

Betrachten wir das doch mal in einem zwischenmenschlichen Beispiel. Eine Freundin ruft mich an und fragt, ob ich rübergefahren komme, um zusammen spazieren zu gehen. Da ich aber gerade beim Mittagessen bin, sage ich „Nein“ und lege auf. Wie, ihr findet das unhöflich? Na sowas! Merkt euch dieses Gefühl, ich werde unten noch mal darauf zurückkommen.

Tatsächlich sage ich vermutlich etwas wie „Oh, gerne, aber ich möchte erst noch aufessen, ich kann erst in 30 Minuten. Treffen wir uns doch hier, dann habe ich genügend Zeit, um in Ruhe fertig zu essen!“ Was ist der Unterschied? In beiden Fällen habe ich erreicht, was ich möchte: in Ruhe weiter essen. In einem Fall habe ich aber einen Knick in der Beziehung – auch wenn ich sehr freundlich „Nein“ gesagt und den Hörer ganz sanft aufgelegt habe –, und diese Freundin ruft mich wahrscheinlich so bald nicht mehr an, obwohl DAS vermutlich nicht das ist, was ich erreichen wollte. Warum? Weil die Information fehlt, warum ich jetzt nicht kann und auch keine Alternative genannt wurde.

Warum machen wir das mit Hunden nicht genauso? Natürlich können wir ihnen nicht erklären, dass wir erst noch aufessen wollen – wir alle wissen, dass Hunde kein „Mensch“ sprechen! Wir alle haben aber mehr oder weniger viele Signale, die der Hund sehr wohl versteht.

Zurück zum „Anstups-Bettel-Verhalten“: Was, wenn wir statt des „Nein!“ das Signal „Geh in dein Körbchen!“ geben, das wir zuvor mit positiver Bestärkung aufgebaut haben, weshalb die Wahrscheinlichkeit, dass der Hund es ausführt, sehr hoch ist, und angenommen, der Hund bekommt auch noch eine wie auch immer geartete Belohnung für sein Verschwinden ins Körbchen?

Dann haben wir auch das „Anstupsen“ beendet, denn ein Hund kann nicht gleichzeitig in seinem Körbchen liegen und uns anstupsen, außer das Körbchen steht direkt neben dem Esstisch. Wir haben dem Hund einen Vorschlag gemacht, was er stattdessen machen kann, für das es außerdem möglicherweise eine Belohnung gibt. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass er sich in diesem Fall gleich für das „richtige“ Alternativverhalten entscheiden wird?

Nun, das hängt natürlich davon ab, wie gut wir zuvor das „Geh in Dein Körbchen!“ geübt haben. Aber ich denke, wir können mit ziemlicher Sicherheit davon ausgehen, dass sie höher ist als mit der „Nein!“-Methode – UND die Emotion, die der Hund hat, ist eine ganz andere. Denn: „Nein!“ ist mit unangenehmen Konsequenzen verknüpft; „Geh in dein Körbchen!“ mit sehr angenehmen. Wird der Hund lieber eine Strafe vermeiden oder sich auf eine mögliche Belohnung freuen … Hmmm!

Jedes Verhalten, das der Hund auf ein Signal hin ausführt, beendet das direkt zuvor gezeigte Verhalten. Ganz egal, ob er ein Signal für „Sitz!“, „Platz!“, „Komm!“ oder „Handstand!“ bekommen hat. Der Hund macht also das, was wir möchten (sonst hätten wir dieses Verhalten nicht trainiert), und er macht es auch noch gern. Warum also auf ein „Nein!“ zurückgreifen?

Das Argument geht meistens so: Der Hund soll lernen, etwas NICHT zu tun. Und das geht nur durch Bestrafung/Korrektur, sagt ja sogar die Lerntheorie. Er muss lernen, dass das, was er tut, falsch ist – und dafür muss er es nun mal tun!

Ist das wirklich so? Wenn ich in ähnlichen Situationen (ich sitze beim Essen, der Hund bettelt) immer das gleiche Signal gebe („Geh in Dein Körbchen!“) wird der Hund nicht nur lernen, etwas NICHT zu tun (betteln), er wird sogar lernen, was er stattdessen tun sollte (nämlich in sein Körbchen gehen), und er wird das als opportunistisches Wesen sogar früher oder später ganz von allein anbieten, ohne dass ein Signal dafür gegeben werden muss.

Es stehen sich also gegenüber: Mehrfache Neins für diverse aufmerksamkeitsheischende Bettelverhalten, die alle auf das Signal „Frauchen sitzt beim Essen“ ausgeführt werden und sowohl die Situation als auch Frauchen mit schlechter Stimmung und unangenehmen Konsequenzen verknüpfen und ein freundlich gezwitschertes „Geh in dein Körbchen!“, das bei konsequenter Anwendung bei jeder Mahlzeit vermutlich nach ein paar Tagen direkt auf das Signal „Frauchen kocht Essen“ oder spätestens bei „Frauchen setzt sich zum Essen an den Tisch“ automatisch ausgeführt wird.

Was davon ist effizienter, weniger stressig für Mensch und Hund und mit angenehmeren Emotionen bei allen Beteiligten verknüpft? Welche Methode wirkt sich förderlich auf die Beziehung zwischen Mensch und Hund aus? Ehrliche, unbeschönigte Antwort, bitte! Rufst du mich noch mal an, wenn ich nach einem „Nein!“ den Hörer aufgelegt habe? Falls ja, wie fühlst du dich dabei? Zumindest unhöflich findest du mich doch, oder?

Ich kann sagen, dass ich diese „NEIN!“-Methode mit Erfolg bei Telefonverkäufern anwende, die sitzen nach meinem „Nein!“ mit Stresshormonausschüttung im Büro – und rufen mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht wieder an. Natürlich trifft das auf unsere Hunde nicht so ganz zu, denn wir haben ja eine Bindung zueinander. Oder lügen wir uns da gerade selber in die Tasche? Hunde sind Hunde und MÜSSEN mit ihren Haltern „in Verbindung“ bleiben, denn sie können nicht einfach ihren Koffer packen und ausziehen. Aber gibt uns das das Recht, so gedankenlos mit ihren Emotionen uns gegenüber umzuspringen?

Und wir wollen ja nicht nur Bettelverhalten unterbrechen. Wir wollen oder müssen ja noch in unzähligen anderen Situationen das Verhalten unserer Hunde unterbrechen. Das wären ganz viele Neins, ganz viele spitze Steinchen im Beziehungsschuh!

Andererseits könnte man in allen Situationen, in denen man irgendein Verhalten nicht haben möchte, so leicht ein Signal für ein gewünschtes Alternativverhalten geben. Zugegeben, bei manchem Verhalten wird man sehr viel mehr Wiederholungen benötigen als bei dem Bettelbeispiel; UND man wird durch geeignete Managementmaßnahmen verhindern müssen, dass der Hund das unerwünschte Verhalten ausführen kann. Bei Jagd-, Angst- und Aggressionsverhalten beispielsweise. Aber gerade auch bei diesen Verhaltensweisen wird man durch Neins nicht schneller sein, ein zuverlässiges Alternativverhalten zu etablieren.

Noch mal andersherum gefragt: Wofür übt man überhaupt Signale für „Sitz!“, Platz!“, „Komm!“, „Geh in Dein Körbchen!“, wenn nicht GENAU FÜR SOLCHE Situationen, in denen man dem Hund mitteilen möchte, dass uns ein alternatives Verhalten jetzt viel genehmer wäre?

Und zu guter Letzt: Worte machen Bilder in unseren Köpfen, und diese stellen sich auf unserer Körperoberfläche, in unserer Körpersprache dar. Auch hier gilt das von Trainern so gern ins Feld geführte: „Man muss authentisch sein, wir können den Hund nicht körpersprachlich anlügen!“ GENAU, können wir nicht! Deshalb sollten wir uns eben VORHER genau überlegen, ob das, was wir sagen werden (mit Worten und Körpersprache), wirklich das ist, was wir vermitteln wollen. Wir wünschen uns, dass ein „Schluss jetzt!“ einfach nur DAS Verhalten beenden möge.

Aber was denken WIR denn, wenn wir „Schluss jetzt!“ an den Kopf geworfen bekommen? Dass die Kommunikation jetzt beendet ist! Schluss, Feierabend, Ende, aus die Maus! Klar! Hunde verstehen kein „Mensch“. Wir aber schon. Für uns ist die Kommunikation beendet. Wir wollen keinen weiteren Widerspruch hören! Und wer wird glaubhaft behaupten können, dass der Hund, der Meister des Körpersprachelesens, das nicht an der Körpersprache des Menschen erkennen kann?

Das wollten wir doch, argumentieren die „Nein!“-Befürworter. Leider vergessen sie die eingebaute Nebenwirkung: Warum sollte ein Hund, dem mehr oder weniger häufig und sei es noch so „differenziert“ „ins Wort gefallen“ und die Kommunikation aufgekündigt wird, überhaupt noch und dann auch noch „freudig“ mit uns arbeiten wollen?

Martina Schoppe
Kontakt: Chakanyuka – Clickertraining and more

37 Kommentare

  1. Ein Artikel, der es wunderbar auf den Punkt bringt!

    Danke, Martina!

  2. Zunächst mal vielen Dank für den informativen und gleichsam unterhaltsamen Beitrag.
    Auch wenn ich in fast allen Passagen zustimme, sehe ich ein rein praktisches Problem.

    Bevor ich zur Kritik komme, eine Klarstellung vorweg: Ich bin weder „Nein-Befürworter“ noch –Gegner. Ein Alternativverhalten anzubieten ist m.E. immer die bessere Alternative. Nicht nur, weil es beziehungstechnisch besser für Mensch und Hund ist, sondern auch weil wissenschaftlich belegt ist, dass Konditionierungsprozesse am besten durch Belohnung funktionieren. Belohnen sollte man nur, wenn erwünschtes Verhalten gezeigt wird. Ausbleibendes Verhalten zu belohnen ist Blödsinn, deshalb kann man ein „Nein“ schlecht positiv konditionieren. So viel zur Theorie.

    Nun aber zur Praxis: Mein Hund, ein 6 Jahre alter kastrierter Labbi ist ein halbstarker Rüpel. Sobald wir auf Junghunde oder Hunderudel treffen, muss er seinen Rang durch permanentes Besteigen verbessern. Das scheint fast schon zwanghaftes Verhalten zu sein. Dabei brummt und knurrt er teilweise wie ein tasmanischer Feuerteufel. Oft bespringt er die Hunde im vollen Lauf und schleudert seine 30 KG voll auf ihre Hüften. Andererseits kann er auch ganz normal toben und spielen, wenn das Bespringen nicht mehr interessant ist bzw. die Ränge geklärt sind.

    Für viele Hundehalter und Hunde ist dieses Verhalten nicht akzeptabel und auch mir gefällt es nicht. Meine einzige Möglichkeit, meinen Hund nicht völlig aus der Gruppe auszuschließen und das Spielen zu verbieten, ist ein lautes „Nein“. Er kommt vor, dass ich es 20 mal wiederholen muss, dann ist es mir irgendwann zu anstrengend und ich binde ihn an. Auf Entfernung funktioniert das „Nein“ natürlich überhaupt nicht, da hilft nur ein „Hier“ mit Leckerli. Aber oft genug klappt es auch mit einem deutlichen „Nein“ und ggf. Schnauzgriff. Danach wird (manchmal nur eine Zeitlang, manchmal auch dauerhaft) normal weitergetobt.

    Ich denke, es gibt viele Hundehalter die solche oder ähnliche Probleme haben. Ein Abbruchsignal ist absolut kein Allheilmittel für solche Situationen. Es funktioniert mehr schlecht als recht und ist für beide Seiten anstrengend, von daher ist es kein Ersatz für das Anbieten von Alternativen. Aber auch für uns Menschen fehlen manchmal die Alternativen :-)

  3. Danke, sehr interessant!

    Musste den Text allerdings mindestens zwei Mal lesen…. ;)

    Die Autorin findet durchaus schlüssige Argumente, die mich über meinen Einsatz unserer Abbruchsignal nachdenken lassen.

  4. Katja Seidel

    stephan,

    man(n) könnte auch schlicht und ergreifend die leine dran lassen und erstmal alternativverhalten trainieren, bevor dein hund halbstark andere besteigt.

    schnauzgriff wg besteigen?? wo ist da der zusammenhang????

    danke, martina!! toller artikel!!

  5. Stephan,
    such dir bitte einen Trainer/eine Trainerin, der/die nicht die Symptome unterdrückt/abricht, sondern sich um die Ursache kümmert.

    Dass dein Hund seinen Rang klar machen möchte, wage ich selbst aufgrund dieser mageren Informationen zu bezweifeln.

    Was du beschreibst, klingt für mich zunächst mal nach extremem Stress. Woher der rührt,l gilt es zu klären.

    Dass dein Hund so keinen spaß hat, kann ich mir lebhaft vorstellen.

  6. Hallo Stephan,

    ich sehe solche Probleme häufiger – zu mir kommen öfter Kunden, die mit ihren Welpen in Welpengruppen/Hundeschulen waren, wo sehr viel unkontrolliert gespielt werden durfte.
    Das bringt oft, natürlich nicht immer in der Folge das von Dir beschriebene Verhalten mit sich. Meiner Erfahrung nach ist das oftmals Übererregung und/oder Frustverhalten, weil der andere Hund vielleicht nicht so spielt, wie hund es gerne hätte.

    Wir üben in den Fällen erst mal ruhige Hundebegegnungen und Spaziergänge an der Leine, so dass die Verknüpfung „anderer Hund = aufregendes wildes Spielen“ aufgelöst wird.
    Ein weiterer Trainingsschritt ist dann kurzes Spielen, viele Unterbrechungen an schleifender Schleppe, sofern der Rückruf aus dem Spielen noch nicht klappt.
    Während des Spielens markern (Clicker oder Markerwort) und bestärken (verbales Lob, wenn der Hund nicht kommt, um sich seine Belohnung zu holen) wir alles, was „deeskalierendes Verhalten“ ist und auch selbst gesetzte Pausen – die manchmal nur Sekunden-Kurz sind.
    Dadurch lernen die Hunde, was eigentlich normal ist, nämlich selber das Spiel zu unterbrechen, bevor es zu wild und aufregend wird und möglicherweise unschön eskaliert. Das ist wie gesagt eigentlich normal, das Hunde lernen, diese kurzen Spielunterbrechungen einzulegen, nur leider sind die Welpenspielgruppen meistens so geführt, das Welpen keine Chance haben – zu viele Spielpartner, viel zu aufregende Situation, Menschen, die nicht eingreifen, „weil die das unter sich ausmachen“.
    Ausserdem verwenden wir ein konditioniertes Entspannugnswort, um die Erregungslage der Hunde niedriger zu halten, bzw. wieder zu senken und um dadurch Spielpausen oder einen Rückruf zu ermöglichen und zu guter letzt, wir üben den Rückruf bis er bei allen möglichen hoch ablenkenden Sachen funktioniert, incl Spielen.

    Was ich noch überprüfen würde, sind die Randbedingungen des Spiels:
    – wieviele Hunde sollen denn da miteinander spielen (je mehr desto schwieriger, weil die Hunde ständig mit allen beteiligten kommunizieren müssen.
    – passen die Hunde vom Spielstil eigentlich gut zusammen. Wie Menschen haben auch Hunde besondere Vorlieben. Die einen mögen vielleicht gerne Renn- und Jagdspiele, die anderen lieben Rempelspiele (das mögen aber oft nur die, die austeilen, nicht so sehr die, die gerempelt werden…) oder manche mögen Maulfechten oder Ringen. Wenn die Spielstile nicht zueinander passen – einer will Rennen oder vielleicht hetzen und dem anderen ist das viel zu hektisch, stressig und vielleicht sogar beängstigend oder es ist frustrierend, weil man selber nicht so schnell ist und sowieso lieber ringt dann passt das eben nicht gut zusammen und miteinander Spielen ist nicht gut möglich.
    – was machen die dazugehörigen Menschen? Stehen sie herum oder bewegen sie sich „spazierend“ weiter?
    – wo wird gespielt. Ist es ein offener Platz, auf dem außer spielenden Hunden nicht interessantes los ist, kein Strauch hinter dem hund mal verschwinden könnte oder ein Baum an dem man mal pieseln könnte, oder Bach oder oder oder. Mit anderen Worten, sind Hunde dort das einzige Interessante oder besteht die Möglichkeit, dass ein Hund, wenn er mal eine Pause braucht, er einfach mal das „Thema wechseln“ kann?
    – wie gut können die anderen Hundehalter ihre Hunde lesen und rufen sie bei drohenden Schwierigkeiten ab? Können die anderen Hunde abgerufen werden? Oder wird immer nur vom vermeitlich „dominaten“ Hund erwartet, dass er sich rausrufen lässt?

    Warum Dein Hund das macht, könnte ich von hier aus nur raten, würde aber vermuten, dass es schon weit im Vorfeld Anzeichen gibt, an denen man noch wirkungsvoller eingreifen beziehungsweise vorbeugen kann.

  7. Vera Kreykenbohm

    Also meine Hündin hätte für den halbstarken Labbi einige weiß-blitzende Abbruchsargumente und das erwünschte Alternativverhalten wäre auch klar: In Luft auflösen und evtl. irgendwann mal zu fragen, ob er atmen darf.
    Ansonsten stimme ich Elke Franz zu und rate ebenfalls zu einem guten Trainer!
    Zum Artikel: Toll geschrieben und mit viel Wahrheit als Inhalt. Ich finde es super, Situationen mit Alternativverhalten zu lösen. Aber es ist nicht immer möglich und meiner Meinung nach auch nicht immer angemessen/machbar. Ich unterscheide zwischen Erziehung und Tricks. Alternativverhalten gehört für mich in die Kategorie Trick und bedeutet noch lange nicht, dass der Hund gut erzogen ist oder versteht, was er grade nicht tun soll.

  8. Vera Kreykenbohm

    @Martina Schoppe: Das ist ein toller Beitrag zum Sinn und Unsinn von Welpenspielstunden. Das wäre doch einen extra Blogbeitrag wert, oder? *Daumen hoch*

  9. Bzgl. der Welpenstunden sehe ich das ebenso als unbedingt eigenständigen Beitrag! Martina, ich freu mich drauf!

  10. @Katja: Welches Alternativverhalten soll ich denn trainieren? Die Leine dran lassen bringt nichts, er besteigt die Hunde doch trotzdem. Den Schnauzgriff wende ich an, wenn er trotz Nein nicht ablässt. Denn egal ob man ihn mit der Leine oder am Halsband gewaltsam herunterzieht, er klammert sich noch fester an den Hund und verletzt ihn dann möglicherweise mit den Krallen. Insofern wüsste ich nicht, was die Leine bewirken soll.

    @Elke: Danke für deine Einschätzung. Meiner Erfahrung nach haben die Hundetrainer für solche Fälle leider selten gute Ideen. Man hört die unterschiedlichsten Einschätzungen, von Stress bis hin zu Dominanz oder (trotz Kastration) zu starker Sexualtrieb, Unausgeglichenheit, zu geringes Selbstbewusstsein, zu hohes Selbstbewusstsein…. Je nachdem wie die Einschätzung ausfällt, soll man dann Monate oderjahrelang das ein oder andere tun oder lassen. Aber für die konkrete Situation gibt es kaum fachkundige Ratschläge. Deshalb ist das „Nein“ bisher die einzige Alternative zum Fernhalten von anderen Hunden.

    @Martina: Vielen Dank für die Antwort, die mich wirklich beeindruckt hat. Das klingt durchdacht und differenziert. Ich muss mir das noch ein paar Mal durchlesen und meine Schlüsse ziehen. ;-)

    Hier noch ein paar Ergänzungen: Den Hund habe ich mit 7 Monaten bekommen. Er stammt aus einer Scheidungsfamilie, die mit ihm überfordert war und ihn wegen der Trennung abgeben musste. Ich würde so einen Hund ehrlich gesagt nie wieder nehmen, weil es unglaublich viel Zeit und Arbeit bedarf, sich angemessen um die Erziehung zu kümmern wenn der Hund erst mal so alt ist und vieles im Argen lag. Trotzdem hat sich der Einsatz gelohnt, denn vieles hat sich verbessert: Er hat eine Bindung zu mir aufgebaut (die er zu den Vorbesitzern nicht hatte), er lässt sich für einen Labbi relativ gut abrufen und er hat mit mir Agility und ZOS gemacht, teilweise mit großer Begeisterung (er war vorher nicht kontrollierbar, wenn andere Hunde in der Nähe waren). Im Grunde ist er mittlerweile ein ausgeglichener Partner, der recht gut hört.

    Im Sozialverhalten mit Artgenossen kommt es aber immer wieder zu genannten Problemen. Gut möglich, dass in der Welpengruppe unkontrolliert getobt wurde. Aber trotzdem muss man ja damit leben und es wird immer Leute geben, die Hunde erst später, z.B. aus dem Tierheim bekommen und schlecht sozialisierte Hunde irgendwie in die Spur bringen müssen.

    Ein paar von deinen genannten Tipps habe ich schon intuitiv angewendet, z.B. kurze (Sitz-)Pausen und Gassirunden mit anderen Hunden an der Leine.

    Was den Spielstil angeht, handelt es sich bei meinem definitiv um den „Maulfechter u. Ringkämpfer“ (sehr passende Beschreibung!) Wenn andere Hunde mit ihm darum ringen, wer wen besteigt und sie sich dabei gegenseitig anbellen dürfen, ohne dass Herrchen/Frauchen eingreifen, habe ich anschließend den zufriedensten und ausgeglichensten Hund der Welt. :-) Leider ist diese Spezies und Kombination mit entspannten Hundeführer(innen) überaus selten.
    Die Plätze des Tobens sind unterschiedlich, meistens ist es hier in der Feldmark.
    Auf jeden Fall danke für die Anregungen. Wenn deine Hundeschulde etwas näher wäre, würde ich garantiert mal vorbeischauen :-)

    @Vera: Mit solchen Reaktionen (Zähne zeigen bzw. Attacke) haben wir zumeist gute Erfahrungen, dann ist erst mal Ruhe. Aber leider nicht immer, es gab auch schon Beißereien.

  11. Yvonne Hüer

    Danke Martina für diesen Artikel ….. du hast es leicht verständlich auf den Punkt gebracht.

    Wir lesen uns!

  12. „Sitz“ als Spielpause würde ich nur machen, wenn das positiv aufgebaut ist und er es entspannt macht, bzw, wenn es ihn entspannt – bei manchen ist es so ein Lauer-Sitz oder ein „Oh nein, sitzen, wie scheiße…“
    Man könnte auch ein paar Leckerchen streuseln, ein bißchen Entspannungstraining machen (nur ganz kurz – halt so, dass erkennbar ist, die Erregung geht runter), selber ein bißchen mit dem Hund spielen, oder ein wenig weiter vom „Spielplatz“ weggehen.
    Leckerchen streuseln oder bißchen weggehen mag ich persönlich besonders gerne in diesem Zusammenhang, denn das ist dem, was Hunde selber als Spielpause machen, sehr ähnlich – sie brechen kurz ab, schnuppern irgendwo, pieseln irgendwo hin und schwubbs gehts weiter.

    Was mir jetzt noch einfällt zum Spielen: es gibt sogenante Spielsignale, die Hunde wor und während des spielens immer mal wieder zeigen, um dem anderen Hund zu sagen „die nächste Dummheit, die ich verzapfe ist SPIHIIIIEL!!!“ bzw. „es ist immer noch Spiel“ – möglicherweise zeigt ja Deiner oder einer der anderen Hunde nicht genügend dieser Spielsignale, sodass nicht allen klar ist, dass es Spiel ist.

    Übrigens, ganz einfacher Trick, raus zu finden, ob die HUNDE denken es sei Spiel: beide rauspflücken und zuerst den wieder laufen lassen, von dem man denkt, das der die Nase voll hatte und nicht mehr mag. Wenn der zum anderen zurück läuft und sagt, ej, wir waren doch grad so schön am Spielen… dann wars eben Spielen.

    Und noch was zum Spielen. Eine kleine Beobachtungsaufgabe ;D
    Manche Hunde liefern andere Hunde, mit denen sie NICHT mehr spielen möchten bei deren Menschen ab (oder, wenn diese nicht aufmerksam sind, bei anderen Menschen…). So etwa nach dem Motto, guckmal, was ich Dir hier mitgebracht habe, halt den mal fest, ich mag mit dem nicht mehr und der hört nicht von alleine auf. Natürlich machen das nicht alle, denn möglicherweise hat sich diese Strategie ja nie gelohnt, und was sich nicht lohnt wird nicht ausgeführt. Ich hab das in meinen Stunden aber öfter, da wird dann gerne bei mir abgeliefert, weil die Hunde schnell merken, dass ich dann kurz „auseinander pflücke“, wenns zu wild wird. Das ist dann schön, weil ich den Haltern erklären und sozusagen live vorführen kann, was passiert und wie man das händeln kann.

  13. @Martina: Danke noch mal!
    Ich denke, hier können auch andere mit ähnlichen Problemen gute Tipps mitnehmen.

    Eine Frage fällt mir dazu aber noch ein: Es ist vollkommen richtig, dass manche Hunde ankommen und weiter „spielen“ wollen, wenn ich meinen Hund wegnehme. Kommt häufiger vor. Das Spiel besteht aber nur aus Besteigen. Der andere Hund, teils Rüde, teils Hündin, lässt sich ohne Widerstand besteigen.

    Ich kann ihn dann schlecht „weiterspielen“ lassen, auch wenn es den anderen Hund offenbar gar nicht stört.

    Wenn er mit einem gleichstarken Hund rauft und sie sich gegenseitig besteigen wollen, lasse ich ihn bisher gewähren.

    Mir ist die Inkonsequenz durchaus bewusst, schließlich möchte ich eigentlich grundsätzlich nicht, dass er dieses Verhalten zeigt.

    Was würdest du in den beiden Situationen raten?

  14. Marina Mahner

    Liebe Martina,
    toller Artikel und informative Antworten! Ich kann es nur wiederholen, ich würde soooooo gern bei dir trainieren!° Wann ziehst du um nach Berlin??????? Dann trifftst du auch andere nette Hunde…..

    Marina und Blacky

  15. Das kann ich so pauschal wirklich nicht sagen, das hängt so sehr von der ganzen Situation ab. Im Zweifel würde ich zu „grundsätzlich“ nett umorientieren raten, denn wie du ja auch schon sagst – die anderen Hundehalter finden das meistens nicht sehr nett finden.
    Außerdem würde ich unbedingt gut beobachten, wie er denn aussieht BEVOR er sich überlegt, dass er „es“ gleich machen wird – und da dann zurückrufen oder mit der Schleppleine verhindern dass er ran kann, oder versuchen, ob das Entspannungssignal helfen kann, die Stimmung zu ändern.

    hier ein sehr guter Artikel zum Entspannungssignal: http://www.easy-dogs.net/home/blog/training/gastautor/dr_ute_blaschke_berthold/konditionierte_entspannung/entspannung_grundlagen.html

  16. Vera Kreykenbohm

    Grundsätzlich würde ich auch erstmal nach den Signalen gucken, die vor dem Aufreiten „gesendet“ werden. Er ist ja nicht von jetzt auf gleich auf dem anderen Hund. Möglicherweise legt er erst die Schnauze auf den Rücken des anderen oder „plustert“ sich riesig auf (Marke Goldkettchenträger). Und genau bei den Signalen würde ich das Abruchsignal einsetzen (wenn es denn nicht von dem Hund kommt, den er besteigen wollte).
    Und ganz ehrlich: In so einem Fall ist für MICH das Alternativverhalten klar definiert: Er müsste sich komplett vom anderen Hund lösen und MICH beschwichtigen. Sowas muss man sich allerdings zeigen und erklären lassen. Denn wenn man seinen Hund falsch interpretiert, kommt man leider nicht weiter.

    In so einem Fall wie dem Labrador finde ich ein antrainiertes Verhalten (Sitz oder irgendein anderer Trick) nur dann sinnvoll, wenn man nicht unbedingt wert auf Hundebegegnungen legt und erstmal einen Hund haben möchte, der nicht schon beim Anblick von anderen Hunden durchdreht.

    Und ich fände es auch sinnvoll, nicht nur diese Situation anzusehen, sondern das gesamte Gefüge zu Hause, mit der Familie usw.

    Und zum Schluss noch zum Leckerchen Ausstreuen: BITTE nicht anwenden, wenn die Hunde sich nicht kennen!! Und auch wenn sie sich kennen: BITTE nur gesichert austesten!!

  17. Vera Kreykenbohm

    Und noch etwas:
    @Stephan Nikolaus:

    Bitte nimm es mir nicht krumm, wenn ich jetzt sehr deutlich sage, was ich denke (immer von dem ausgehend, was ich hier gelesen habe und definitiv nicht wertend).

    Dein Hund ist anscheinend momentan im wahrsten Sinne des Wortes „untragbar“ für die meisten anderen Hunde. Selbst wenn sie ihn gewähren lassen, heißt das noch lange nicht, dass sie das toll finden. Deine Aufgabe hier ist klar: Du musst die Situationen managen, zum Wohl der anderen Hunde. (Managen bedeutet in dem Fall, dass er nicht dazu kommt, sein Verhalten zu zeigen: Ihm z.B. nur noch Begegnungen mit Hunden erlauben, bei denen er normal spielt oder die ihm klar zeigen, dass er Grenzen einzuhalten hat. Und bei anderen Begegnungen Leine dran und weg gehen.)

    Für den Fall dass mir und Jayda so ein Hund begegnet und Jayda mit ihrem Abwehrschnappen nicht schnell das erreicht, was sie möchte (ihre Ruhe), setze ich mich auch sehr aktiv für meine Hündin ein und erzähle dann erst dem fremden Hund und danach dem Herrchen, was ich davon halte.

    Dann habe ich noch eine Buchempfehlung für dich: Ariane Ullrich – Wie Hunde sich beherrschen lernen

    Das Buch und dazu ein guter Trainer sollte zumindest Besserung bringen. Ob das Verhalten irgendwann mal komplett verschwindet, kann dir niemand versprechen!

  18. @Vera: nimm du es mir bitte nicht krumm, wenn ich ebenfalls deutlich sage, was ich denke. Von solchen Belehrungen halte ich relativ wenig. Um dir ein Bild von mir und meinem Hund machen zu können, müsstest du uns wenigstens ein wenig kennen. Ich bin mit meinen 41-Jahren auch kein Grünschnabel mehr und habe im Laufe meines Lebens viel theoretisches und praktisches Wissen über Hunde und Psychologie angesammelt. Die Standpunkte von Martina finde ich interessant und einige Tipps nehme ich gerne an. Aber ich lass mir nicht gerne sagen, was ich zu tun oder zu lassen habe.

    Du kannst sicher sein, dass ich sehr genau darauf achte, wie die anderen Hundehalter sich verhalten und im Zweifelsfall meinen Hund anleine und mich verabschiede, auch wenn ich oft genug erlebe, dass die Hunde eigentlich gut klarkommen. Nicht immer besteigt mein Labbi und selbst wenn er es tut, ist diese Phase irgendwann vorbei und es wird vielleicht noch wichtigtuerisch rumgeknurrt und gebellt, aber trotzdem hündisch gespielt. Den Hundehaltern ist das aber oft zu „unhöflich“ und zu wild, deshalb bekommen sie Angst und nehmen ihren Hund in Schutz bzw. einige „Alphamenschen“ meinen sogar, meinen Hund attackieren bzw. beschimpfen zu müssen. Das kenne ich alles und da habe ich keine Lust drauf, deshalb bin ich bei Erstkontakten sehr vorsichtig.

    Wenn er den anderen Hund nur besteigt, nehme ich ihn selbstverständlich an die Leine. Toben die Hunde und meiner knurrt oder bellt, erkläre ich sein Verhalten und versichere, dass es keine Aggression ist. Man merkt sehr schnell, ob der Hundehalter entspannt bleibt oder leicht panisch oder gar böse wird. Ist das der Fall, nehme ich meinen Hund ran und wir gehen weiter.

    Mir ist auch nicht klar, wie man ein Alternativverhalten aufbauen soll, dass da lautet: Mich beschwichtigen. Das klingt gelinde gesagt etwas abenteuerlich. Möglichkeiten des Alternativverhaltens wurden hier ja schon von Martina aufgezeigt, einige davon werde ich mal probieren.

    De Signale vor dem Besteigen gibt es (intensives Beschnuppern am After und heftiges Wedeln mit der Rute, ohne Schnauze auf den Rücken oder Aufplustern), aber man kann nicht immer schnell genug reagieren. Insofern folgt dann eben oft ein nonverbales (Runterziehen) oder verbales (NEIN) Abbruchsignal. Ob es mit Alternativverhalten klappt, muss ich ausprobieren.

    Übrigens ging es mir darum anhand eines praktischen Beispiels
    aufzuzeigen, dass man bei manchen Verhaltensweisen nicht ohne Abbruchsignal auskommt. Darüber können wir gerne weiter diskutieren, aber dabei sollte es bleiben.

  19. Damit wäre wir wieder beim Hauptpunkt des Artikels – ich komme da auch nicht ohne „Abbruchsignal“ aus – mein bevorzugtes wäre in diesem Fall der RÜCKRUF!

    Weil der oftmals in solch aufregenden Situationen (besonders, wenn es schon zum Aufreiten gekommen ist) nicht gut funktioniert muss man halt einfach an mehreren Sachen arbeiten:
    1. Rückruftraining
    2. An seinem eigenen „Sehrvermögen“ arbeiten. Wenn man weiß, dass vermehrtes Schnüffeln z.B ein Vorzeichen für „gleich spring ich drauf“ ist, dann greift man eben da schon ein. Man sollte zudem erkennen lernen, wann das Erregungslevel zu hoch wird. Ausserdem ist es nützlich, grundsätzlich die Körpersprache der Hunde gut lesen zu lernen, denn vielleicht ist es ja ein bestimmtes Verhalten der anderen Hunde, die das Aufreiten des Hundes zur Folge haben.
    3. Begegnungstraining an der Leine. Das würde ich unter Traineraufsicht machen, denn die Hunde sollen einerseits nur kurz schnüffeln können, sollen andererseits auch nicht „auseinandergezogen“ werden – das sollte jemand, der Ahnung von Körpersprache hat dirigieren ;D Lernziel ist, dass hund auch kurz schnuppern und sich dann zügig vom anderen lösen kann – damit man irgendwann auch aus der Situation (verbal) rausrufen kann.
    4. Entspannungstraining.

  20. Christiane Pfeifer

    „Die Leine dran lassen bringt nichts, er besteigt die Hunde doch trotzdem.“

    Eine Leine ist dazu da, um im Zweifelsfall, wenn andere Maßnahmen vorher nicht fruchten, ein Verhalten zu _verhindern_.

    Egal, ob du 14, 41 oder 82 bist, dein Hund wird wenig Spaß im Leben haben, wenn DU nicht bald etwas änderst. Auch wenn du meinst, deinen Hund gut lesen zu können und meinst den anderen Haltern das Verhalten deines Hundes erklären zu können, wenn dein Hund rüpelig spielt und die Signale anderer Hunde nicht zu deuten weiß, dann IST er unhöflich.

    „Oft bespringt er die Hunde im vollen Lauf und schleudert seine 30 KG voll auf ihre Hüften.“
    Ich finde es extrem verantwortungslos, dieses Verhalten eines Hundes zu kennen und dann noch munter zuzulassen – und sich ggf. noch darüber zu beschweren, dass andere Hundehalter dieses Verhalten unhöflich finden.

    „Er lässt sich für einen Labbi relativ gut abrufen“ – warum sollte ein Labbi sich schlechter abrufen lassen als andere Hunde?

    „Meine einzige Möglichkeit, meinen Hund nicht völlig aus der Gruppe auszuschließen und das Spielen zu verbieten, ist ein lautes „Nein“. Er kommt vor, dass ich es 20 mal wiederholen muss, dann ist es mir irgendwann zu anstrengend und ich binde ihn an.“
    Ein Kommando sollte ein-, höchstens zweimal gegeben werden, dann muss es befolgt werden, sonst ist es einfach nicht richtig verknüpft. Wenn sich das schon so eingebürgert hat bei euch, dass dein Hund dein Kommando 19 Mal überhört, solltest du dringend unter Anleitung ein anderes Wort dafür einüben. So hat das wenig Zweck.

    Bevor du dich, deinen Hund und andere Lebenwesen weiterhin dem Besteigungsstress aussetzt, solltest du intensiv mit ihm an den Grundlagen des Zusammenlebens mit einem Hund arbeiten, und zwar erst mal unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Und das unter vernünftiger Anleitung. Viel Glück und Einsicht wünsche ich euch beiden ;)

  21. Vera Kreykenbohm

    @Stephan Nikolaus:

    Du hast mich nicht richtig verstanden. Es ging mir nicht um deine Befindlichkeiten oder die der anderen Hundebesitzer, sondern es ging mir um die ANDEREN Hunde. Und da ist meine unumstößliche Meinung, dass ein verantwortungsbewusster Hundehalter dafür sorgt, dass der eigene Hund möglichst KEINE anderen Hunde unter Stress setzt. Und genau DAS tut dein Hund. Vielleicht nicht immer, aber mit Sicherheit in sehr vielen Fällen.

    Wie du ihn davon abhältst, ist mir egal.

    Ich zitiere mal:

    -„muss er seinen Rang durch permanentes Besteigen verbessern. Das scheint fast schon zwanghaftes Verhalten zu sein. Dabei brummt und knurrt er teilweise wie ein tasmanischer Feuerteufel. Oft bespringt er die Hunde im vollen Lauf und schleudert seine 30 KG voll auf ihre Hüften.“

    —-> AUA!

    -„Die Leine dran lassen bringt nichts, er besteigt die Hunde doch trotzdem. Den Schnauzgriff wende ich an, wenn er trotz Nein nicht ablässt. Denn egal ob man ihn mit der Leine oder am Halsband gewaltsam herunterzieht, er klammert sich noch fester an den Hund und verletzt ihn dann möglicherweise mit den Krallen. Insofern wüsste ich nicht, was die Leine bewirken soll.“

    —-> Man könnte mit der Leine z.B. verhindern, dass es überhaupt zum Besteigen kommt?! Stell dir vor, der andere Hund ist kein Hund, sondern ein kleines Kind, da würdest du doch auch sehr schnell reagieren, oder?? (und NEIN, damit möchte ich NICHT unterstellen, dass dein Hund Kinder anspringt. Es geht lediglich darum, sich durch Imagination vorstellen zu können, dass man in gewissen Situationen schnell genug und vor allem für den Hund glaubhaft genug sein würde.)

    -„Du kannst sicher sein, dass ich sehr genau darauf achte, wie die anderen Hundehalter sich verhalten…“

    —-> Möglicherweise könnte es helfen, sich mehr auf den eigenen Hund zu konzentrieren, als auf die Reaktionen der anderen Hundebesitzer…

  22. Wenn ich eines hasse, dann sind es diese neunmalklugen Belehrungen irgendwelcher Möchtegernhundeprofis.
    Die Klugscheißerei kannst du dir sparen.

    Ich habe weder gesagt, dass ich das Verhalten meines Hunde zulasse, noch habe ich mich beschwert, dass andere Hundehalter es unhöflich finden, wenn mein Hund ihren besteigt. Du drehst mir die Worte im Munde herum. Wo schreibe ich zum Beispiel, dass ich sein Verhalten „munter zulasse“?

    Bei meinen Übertreibungen mit 20 mal wiederholen des Neins spreche ich aus Erfahrungen, die ich früher gemacht habe. Alles was ich schrieb, bezieht sich hauptsächlich darauf, wie sich mein Hund TEILWEISE verhalten WÜRDE, wenn ich kein Abbruchsignal geben würde.

    Dass mir hier derart heftig begegnet wird, habe ich nicht ahnen können.
    Die schlimmsten Auseinandersetzungen gibt es unter den Hundehaltern, nicht unter den Hunden – wie man hier eindrucksvoll erkennen kann.
    Viel zu viele meinen die (Hunde-)Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben und überhäufen andere mit Rat-Schlägen.

    Solche verbalen Fern-Attacken (mein Hund wäre untragbar und ich soll unter Auschluss der Öffentlichkeit mit meinem Hund agieren), sind ein Armutszeugnis sondergleichen. Stellt euch doch erst mal vor, und zwar mit eurer Philosophie, mit euren Erziehungsansätzen und Methoden, dann reden wir weiter. Sich hier aus dem anonymen Off so aufzuspielen ist ganz schwach!

    Ich habe Probleme mit meinen Hund preis gegeben, vielelicht auch etwas übertrieben. Ich habe nicht deutlich genug klargestellt, dass ich sehr sensibel auf etwaige Sorgen anderer Hundebseitzer achte. Und ich habe nicht beschrieben, wie ich zurzeit mit dem Problem umgehe und welche Verhaltensprobleme mit welchen Methoden erfolgreich bearbeitet werden konnten. Das alles war ein Fehler.

    Aber derartige anynomye Beleidigungen müssen trotzdem nicht sein. Wenn jemand ein Problem mit meinen Aussagen hat und meint, mir die Leviten lesen zu müssen, dann soll er bitte den Arsch in der Hose haben und persönlich Kontakt zu mir aufnehmen. Meine Email-Adresse lautet stephan.nikolaus at googlemail.com. Ich rufe dann gerne zurück oder nenne meine Telefonnummer. Das ist ernst gemeint! Hier im Netz möchte ich bitte keine weiteren blöden vorschnellen Verurteilungen und Anfeindungen lesen.

  23. Mein obiger Kommentar bezog sich hauptsächlich auf diese Christiane Pfeifer.

  24. Christiane Pfeifer

    Man sagt wohl nicht zu Unrecht, dass sich im Laufe der Jahre Herrchen und Hund immer mehr einander angleichen…

    Danke Martina für deinen Artikel! Mit dem letzten Abschnitt hast du einen guten Hinweis auf ein „Clickerproblem“ zwischen meinem Hund und mir gegeben.
    Seit geraumer Zeit achte ich mehr auf das Zeigen von Alternativen, was aber bei bestimmten Trainingszielen (Hüten) nur sehr schwer möglich ist. Da werde ich in Zukunft noch mehr darauf achten, dass ich Situationen, die ein „Nein“ hervor bringen können, vermeide bzw. umlenke.

  25. Heike Flieger

    Danke Martina,
    für den Artikel und deine Mühe es zu erklären.
    Hoffe es gibt öfter etwas von dir zu lesen .

  26. Vera Kreykenbohm

    „Solche verbalen Fern-Attacken (mein Hund wäre untragbar und ich soll unter Auschluss der Öffentlichkeit mit meinem Hund agieren), sind ein Armutszeugnis sondergleichen. Stellt euch doch erst mal vor, und zwar mit eurer Philosophie, mit euren Erziehungsansätzen und Methoden, dann reden wir weiter. Sich hier aus dem anonymen Off so aufzuspielen ist ganz schwach!“

    Warum reagierst du so angepisst? Ich schrieb, dein Hund ist MOMENTAN „untragbar“. Das beinhaltet die Möglichkeit zur Änderung und sollte mitnichten eine Attacke sein.
    Das Wort untragbar steht in Anführungszeichen, damit wollte ich u.a. auch noch mal hervorheben, dass dein Hund möglicherweise schlicht zu schwer für einen anderen Hund ist und schon allein deswegen vom anderen Hund NICHT getragen werden kann. Es war also auch als Wortspiel gedacht…

    Und wo steht geschrieben, dass man sich hier erst vorstellen muss, um eine Meinung zu haben?? Anonym bin ich hier nicht unterwegs, sonst hätte ich mich MinniMaus73 genannt.

  27. Liebe Leute, ich habe den Eindruck, dass Stephan sich echt Gedanken macht und ehrlich Rat sucht. Hört auf, ihn derart anzugehen. Bitte! Das hilft keinem.

    Nach meiner Erfahrung ist da eine gute Portion genetisch veranlagtes Verhalten drin. Besitzer eines spielfreudigen Retrievers haben es definitiv nicht leicht. Die allermeisten merken das aber nicht und rufen immer nur: „Der will nur spielen!“ Das stimmt zwar, aber der Besitzer des letzten Golden Retrievers, der auf meinen 15 Jahre alten Pitú und seine kaputten Hüften steigen wollte, ruft das wohl nie wieder.

    Also, Stephan, ich finde es gut, dass du dir Gedanken machst, gefragt und so viel erzählt hast. Denn davon profitieren mit Sicherheit einige, die mitlesen, sich aber nicht trauen zuzugeben, dass sie auch „Der will nur spielen!“-Hunde haben. Ich hoffe, dass dir Martinas Ideen helfen. Und ich würde mich sehr freuen, wenn du beizeiten hier berichten magst, wie es läuft.

  28. Noch was: Die meisten Border Collies haben ein „That’ll do!“-Abbruchkommando, das eigentlich ein besonderes „Komm!“-Signal mit integriertem „Entspann dich!“ ist. Es gibt eigentlich keinen Grund, warum Besitzer nicht als Koppengebrauchshund arbeitender Hunde das nicht auch trainieren könnten. Was meint ihr, soll ich das mal in einem Blogbeitrag beschreiben und erklären?

  29. Hallo Martina!

    Vielen Dank für Deinen Beitrag! Du hast sehr logisch und schön bildlich argumentiert.
    Ich frage mich aber (und es ist wirklich eine Frage, keine Kritik, nicht, dass das jemand als Angriff versteht!), ob ich einem Hund nicht auch ein falsches Signal gebe, wenn ich ihm immer Alternativen zu einem Abbruchsignal anbiete. Um das Bettelbeispiel aufzugreifen:
    Ich esse, der Hund bettelt. Ich sage nicht „Nein!“, sondern freundlich „Geh in Dein Körbchen!“ und belohne ihn dafür, wenn er es tut. Dann hat er zwar nicht das erreicht, was er ursprünglich wollte (mein Essen), aber ich schenke ihm dennoch Aufmerksamkeit und er muss doch eigentlich auch akzeptieren können, dass ich mich mit etwas anderem beschäftige und er einfach mal gar nichts zu melden hat, oder?

  30. Hallo Katharina,

    naürlich könnte man den bettelnden Hund auch einfach „ignorieren“. Dann würde, vorausgesetzt man ist wirklich und ohne jegliche Ausnahme (und ich meine wirklich JEGLICHER, denn auch nur eine Ausnahme macht das Betteln STÄRKER, weil sich Ausdauer dann gelohnt hat…) Konsequent, das Verhalten irgendwann gelöscht sein.
    Menschen sind aber nun mal furchtbar unkonsequent.
    Ist also die Frage, wie wir diese Inkonsequenz sinnvoll nutzen.
    Inkonsequenz bei der positiven Bestärkung (nicht mehr jedes gewünschte Verhalten bestärken) macht dieses gewünschte Verhalten stärker – denn ab und an lohnt es sich ja – siehe oben, das ist ja genau der Grund, warum Extinktion so schwierig ist…
    Wenn ich also erstmal ein „geh in Dein Körbchen“ etabliert habe, kann ich mir eine gewisse Schlampigkeit erlauben, die schadet nicht, im Gegenteil.

    Ein „Nein“ wäre in Deinem Beispiel entweder die Ankündigung einer Bestrafung (wie auch immer die aussieht) oder die Ankündigung für „ich ignoriere Dich jetzt“.
    Wenn es eine Bestrafung ankündigt, hat man das gleiche Problem, wie bei der Extinktion, man muß jedes Mal „Betteln“ bestrafen, wenn es auftritt (und das ist nur EINE von ganz vielen Regeln, die man bei Anwendung von Bestrafung beachten muss, damit sie funktioniert.

    Ich mach das also nicht in erster Linie, weil ich so nett bin, sondern weil ich mit der Methode effektiv bin, auch wenn ich schlampe.

  31. Ja, doch, das hört sich sehr logisch an. Und da ich zwar gern von mir behaupten würde, dass ich immer, immer konsequent bin, es aber leider nicht stimmt, ist das vielleicht die bessere Taktik für mich…

  32. Pingback:An der Leine – Hundeleben in Hannover » Ausflugstipp: Hundespaziergang in Bevern

  33. Ich finde den Artikel grundsätzlich gut. Ich finde nur schade, dass davon ausgegangen wird, dass man ein Abbruchkommando nur mit Hilfe von Strafe beibringen kann. Man kann es auch ganz ohne Strafe im Sinne von „Mach irgendwas anderes, such dir selbst aus, was“ beibringen: https://www.youtube.com/watch?v=VavV8QfpCwE

  34. Franzi, du hast recht. Vielen Dank für den Hinweis!

  35. Tach zusammen,

    vielen Dank für Artikel und alle Links. Ich wollte hier noch etwas zum Verhalten Mensch-Hund schreiben. Mir persönlich ist in vergangenen Jahrzehnten aufgefallen, dass viele Hundehalter rücksichtslos gegenüber anderen Hundehaltern und Nichthundehaltern sind.Oder auch, mir unverständlich, gar Desinteresse für den eigenen Hund zeigen.Das ständige Aufreiten eines Hundes ist alles andere als *nett*.Mit solchen Hunden (und mit deren Haltern) hatte ich leider mehr als einmal zu tun. Uns ist in mehreren Jahren kein einziges Gespann begegnet, in dem der Hund nicht bestimmen durfte ob, wann, wer und wo bestiegen werden durfte.
    Das Verhalten geht gar noch zu toppen, indem Hundehalter mal einfach plötzlich so tun, als wenn der Hund ihrer Gruppe gar nicht angehöre oder eben auch Beschimpfungen, wie ich mich erdreisten könne, den Hund von meinem zu entfernen und des Weges zu verweisen. Meiner bescheidenen Meinug nach klappt die Ausführung eines Abbruch-, bzw Rückrufkommandos leider bei den wenigsten Hunden verlässlich. Weil vor richtiger Verknüpfung und vor allem dann eben nicht ortsgebundener richtiger Verknüpfung, mit dem Training geschludert wird.
    Damit meine ich hier keinen persönlich. Aber bevor diese Dinge nicht wirklich aufbauend erarbeitet worden sind und sitzen, sollten solche Hunde vor solchen Situationen generell angeleint bleiben bitte. Lesestärke zusätzlich aufbauen. Verhalten, Trieb in andere Bahnen lenken.

    Für die Einhaltung dieser kleinen Regel danke ich im Namen meines verstorbenen Hundes (der wegen Cauda Equina euthanisiert werden musste) Und ich danke im Namen aller alten, kranken, operierten, oder sonstwie gehandicapten Hunde !

    lg

  36. Pingback:Abbruchsignale, Strafen, Korrekturen | Chakanyuka

  37. Liebe Martina,
    ein sehr schöner Artikel! Vielen Dank. :) Leider sind in meinem Umfeld die Hundehalter, die über positive Verstärkung und Alternativverhalten trainieren noch in der Minderheit. Ich würde mir wünschen, dass sich das so schnell wie möglich ändert und man nicht mehr auf verängstigte und missverstandene Hunde treffen muss. Es gibt einen wunderschönen Weg eine tolle Mensch-Hund-Beziehung aufzubauen, dein Artikel weist in diese Richtung und ich werde ihn gerne teilen! :) Liebe Grüße, Marleen

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