Gastbeitrag: Gegen Welpenverkauf im Zoofachhandel

Annette Burda ist tierisch beschäftigt: Sie ist auf den Hund gekommen, nachdem sie zuvor jahrelang Katzen gehalten hatte. Und sie führt seit mehr als 30 Jahren die Geschäfte der Zoohandlung ihres Vaters in Gelsenkirchen fort. Die Geschäftsführerin von Burda’s Tierwelt engagiert sich zudem im Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe (ZZF) für den Tierschutz in Zoofachgeschäften. Sie ist gegen Welpenhandel im Zoogeschäft. Ihren Leserbrief „Gegen Welpenverkauf im Zoofachhandel“ hat sie mir als Gastbeitrag für den Hundeblog geschickt. Hier ist er:

Bestimmt bin ich durch viele Aktivitäten seit 15 Jahren näher am Thema Hund als einige „Urgesteine“, die Welpenhandel wie bei Zoo Zajac nicht so schlimm finden. Diese „Urgesteine“ sind nicht mehr am Kunden, die Denkweise hat sich geändert, warum? Weil das Wissen heute viel weiter ist.

Annette Burda mit ihrem Dobermann Johnny.

Annette Burda mit ihrem Dobermann Johnny.

Nein, ich habe nichts gegen Herrn Zajac. Aber gegen Welpenhandel im Zoogeschäft habe ich etwas. Es geht nicht um eine saubere, gute Unterbringung, auch nicht um tierärztliche Untersuchungen und gute Nahrung, das ist selbstverständlich.

Vor 30 Jahren war man einfach noch nicht so weit wie heute, aber heute weiß man um die Wichtigkeit der Sozialisierung oder Prägephase, diese geht bis zur 12. Woche. Auch bei den Hunden im Duisburg. Laut Eberhard Trumler ist ein Welpe wie ein Computer ohne Programm: Alles, was er aufnimmt bis zur 12. Woche, ist dann ein Leben lang in ihm programmiert. Dazu gehören Kinder, Stadtgänge, andere Tiere, andere Hunde, andere Erwachsene, Waldspaziergänge, Essen gehen, Autofahren und noch so vieles aus dem normalen Alltag. Damit ist ein guter Züchter mit einem Wurf und dann anschießend der Hundebesitzer schon ausreichend beschäftigt, das kann der Handel nicht leisten.

Leider ist und war wohl auch der VDH nicht in der Lage, die eigentliche Leistung der Züchter für den Hundekäufer umfassend darzustellen. Wir hören immer wieder „Papiere brauche ich nicht“, die braucht auch fast kein Mensch. Bei den Züchtern ist es auch wie im Zoofachhandel, da gibt es solche und solche. Viele sagen auch „Züchter“ und meinen Vermehrer von Hunden. Nur kaum einer weiß, was diese Papiere bedeuten. Dann noch die heutige „Geiz ist geil“-Einstellung dazu … Der Hundetrainer Martin Rütter hat es mit seiner Aussage „Das ist der Supergau für die Tiere!“ auf den Punkt gebracht.

Noch ein Vergleich, der ist von mir, trotzdem stelle ich Mensch und Hund nicht auf eine Stufe! Aber der heutige Hund gehört voll zur Familie.

Was ist eine Schule für ein Kind? Sehr wichtig. Prägt fürs Leben, je nach Schulart wird das ganze Leben beeinflusst. Ja, mit der Erziehung zusammen wird dort das Lebensziel geformt.

Was ist ein Internat für ein Kind? Das Kind ist schon älter, die Eltern möchten es für besondere Ziele ausbilden lassen. Für besondere Schichten ein Muss, es soll ja sehr gute Internate geben. Dort lernen Kinder sehr viel, weil sie dort besonders gefördert und störende Elemente dort dezimiert werden.

Was ist ein Waisenhaus für ein Kind? Dort ist es auch sauber, gepflegt, und ärztliche Versorgung ist auch selbstverständlich. Von wie vielen glücklichen Kindern in Waisenhäusern haben Sie schon gehört? Von wie viel unglücklichen Kindern und später auch Erwachsenen haben Sie schon gehört?

So, und jetzt ersetzen Sie bitte das Wort „Kind“ durch: Hund. Jetzt verstanden?

Annette Burda, Burda’s Tierwelt
Kontakt zur Gastautorin: Burda’s Tierwelt bei Facebook

Weitere Blogbeiträge zum Welpenverkauf bei Zoo Zajac:

Linktipp: Beratung VOR dem Welpenkauf

3 Kommentare

  1. Eve Gatttermann

    Frau Burda hat den absolut richtigen Vergleich gemacht. Ein Hund in Zajacs Zoo sitzt wie ein Baby im Waisenhaus. Bei manchen Menschen muss man mit solchen Bildern arbeiten, vom Wissen über die Hundeseele und alleinigem darüber nachdenken, begreift nicht jeder Mensch was den Hunden dort angetan wird

  2. Ich hoffe, dass für alle verantwortungsvollen Tierliebhaber ein Hund aus dem Zoohandel überhaupt nicht in Frage kommt. Am besten weiß man einfach, wo der Hund geboren wurde, und wie es dort auf und zu geht. Alles andere ist ja auch einfach die Katze im Sack gekauft. Ich hoffe, dass es bald keine Hunde mehr im Zoohandel zu kaufen gibt.
    VG Susi

  3. Man kann dem Standpunkt hier nur vollstens zustimmen. Wir haben das ebenfalls sehr kritisch in unserer Community diskutiert.

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