Warum ich Rohfütterer für die Apple-User unter den Hundehaltern halte

Meine Hunde lieben Obst. Pitú steigt dafür auch mit 15,5 Jahren noch auf Tische und Bänke.

Meine Hunde lieben Obst. Pitú steigt dafür auch mit 15,5 Jahren noch auf Tische und Bänke.

Wenn jemand zu mir sagt: „Oh, du bist Vegetarier!“ Dann antworte ich meistens: „Schön, dass man mir das nicht ansieht.“ Oder: „Ja, aber kein militanter!“ Meinetwegen soll jeder das essen, was er mag. Ich diskutiere mit Fleischessern nicht über Vegetarismus. Und vor allem missioniere ich niemanden. Im Gegenzug möchte ich nicht über mein Gemüse diskutieren. Oder über Obst. Womit ich bei Äpfeln wäre.

Ich halte die (meisten) Rohfütterer für die Apple-User unter den Hundehaltern. Statt dass sie ihren Hund einfach so ernähren, wie sie es für richtig halten, machen sie eine Religion daraus – und treten entsprechend missionierend auf. Ihre Religion heißt: B.A.R.F. – das steht für „Biologisches Artgerechtes Rohes Futter“ beziehungsweise „Biologisch Artgerechtes Rohes Futter“.

Allein diese Wortschöpfung. Auch gern als Verb gebraucht: „Ich barfe meinen Hund.“ Ursprünglich stand die Abkürzung für „Born-Again Raw Feeders“ (übersetzt: wiedergeborene Rohfütterer), und damit stand die ganze Sache von Beginn an vornehmlich unter einem ideologischen Aspekt. Im Angelsächsischen steht B.A.R.F./BARF/Barf heute für: „Bones And Raw Foods“, also Knochen und rohes Futter, im Deutschen wurde „Biologisches Artgerechtes Rohes Futter“ daraus. Im Übrigen ist „to barf“ das englische Verb für „kotzen“. Also: Ich barfe nicht!

Liebe Rohfütterer, kauft euch einen Extragefrierschrank, bestellt jede Menge tiefgekühltes Fleisch, mahlt Eierschalen und püriert Obst und Gemüse, aber hört endlich auf, mir ein schlechtes Gewissen machen zu wollen, indem ihr mir erzählt, wie schrecklich Hundefutter für Hunde ist und dass die böse Tierfutterindustrie nur Geld verdienen will. Gratis bekommt ihr euer Fleisch schließlich auch nicht.

Eure Hunde sind weder gesünder, noch werden sie älter. Jedenfalls gibt es meines Wissens keine einzige wissenschaftliche Studie, die das belegt. Jürgen Zentek, Professor am Institut für Tierernährung der Freien Universität Berlin, bringt es auf den Punkt: B.A.R.F. könne eine Möglichkeit unter vielen sein, den Hund gesund und schlank zu halten. Es sollte aber auf keinen Fall als Allheilmittel betrachtet werden.

Grappa geht auf die 14 zu, Pitú auf die 16, und Tiger ist 18,5 Jahre alt geworden. Mit Hundefutter! Ausgerechnet von den Herstellern, die ihr am meisten verteufelt: Hill’s und Royal Canin. Eure Hunde haben auch kein glänzenderes Fell und auch nicht mehr Spaß am Leben. Und falls doch, dann liegt das sicher nicht zuerst daran, dass ihr rohes Fleisch füttert.

Und wie „artgerecht“ bitte ist denn „Frutti di Mare“ für einen Stubenwolf? Fischer Fritzes Fifi isst frische Fische … Ein Hund ist ein Hund ist ein Hund. Kein Wolf. Und Fifi ist erst recht keiner mehr. Aber mal angenommen, die Ernährung domestizierter Tiere ist nur dann artgerecht, wenn sie sich an den Fressgewohnheiten des wilden Vorfahren orientiert. Dann ist der Wolf die biologische Messlatte für den Hund. Sagen wir: der Wolf, der sich zähmen ließ.

Wahrscheinlich schlossen sich Wölfe den Menschen freiwillig an und begleiteten sie als Kulturfolger. Eine schöne Umschreibung für: Wölfe haben den Müll und die Scheiße der ersten Jäger und Sammler gefressen. Vielleicht ist das auch heute noch eine Variante „Biologisch Artgerechter Roher Fütterung“ von Möpsen und Rehpinschern. Wer öfter mal den Gelben Sack offen stehen lässt, liegt vielleicht voll im Trend.

Nun seid ihr erst mal  dran: Was füttert ihr – und warum?

Was kommt bei euch in den Napf?

Was kommt bei euch in den Napf?

P.S. Ich mag mein iPhone sehr, aber dieser Blogbeitrag wurde unter Windows geschrieben. Aber darüber reden Microsoft-Menschen nicht. Und jetzt gehe ich die Hunde füttern: Für die Mädchen gibt es Royal Canin Renal, für die Jungs Platinum.

33 Kommentare

  1. Gudrun Lauenstein

    Ehrlich? Ich habe sogar Bedenken zu „barfen“, weil ich dem rohen Futter nicht wirklich über den Weg traue. Naja, frisches Wild oder Fleisch vom Biohof ist schon in Ordnung, aber nicht ständig verfügbar.
    Okay, über die Futtermittelindustrie lässt sich streiten, auch hier ist das enthaltene Fleisch im Tierfutter nicht immer vertrauenserweckend.
    Geld kostet beides, ist so, wird so bleiben und weiß ich vorher.

    Nun denn, ich achte auf Futter, dass weder Füllstoffe noch künstliche Farb- und Konservierungsstoffe enthält. Seit der Heimtiermesse stehen Paddy und Ninja absolut auf ANIMONDA – Gran Carno -. Scheint zu schmecken, zumindest musste ich Ninja neulich aus dem Hunderegal „rauspflücken“. Ansonsten gibt es das Wellnessfutter von Diner for Dogs oder auch mal „Lidl-Futter“. Informationen über Qualität etc. hole ich mir von der Verbraucherzentrale.
    Beide Hunde holen sich auch ihr Obst und Gemüse, insbesondere sind Äpfel und Möhren beliebt. Es schmeckt ihnen gaaaaaanz besonders gut, wenn sie es sich selbst ausbuddeln bzw. aufsammeln konnten – hier lassen meine Eltern für Paddy und Ninja immer etwas im Garten übrig.

  2. Viele Hundehalter „plappern“ einfach unreflektiert das nach, was ihnen jemand über „das richtige Futter“ erzählt. Und gerade die Leute, die etwas verkaufen wollen (seien es Tierärzte, Futterhersteller, -lieferanten für Industrie- oder Frischfutter gleichermaßen, Buchautoren) sind ja meist besonders gut darin, ihre Meinung als die einzig Wahre darzustellen.
    Ich kann nur jedem empfehlen, sich anhand von Quellen aus den verschiedenen „Lagern“ zu informieren (bei Studien würde ich übrigens immer auch schauen wollen, wer diese finanziert hat…) und sich eine persönliche Prioritätenliste zu erstellen, anhand derer man das Futter sucht/füttert, das man persönlich für angebracht und für seinen Hund als geeignet empfindet. Und dann wird hoffentlich jeder mit seiner Wahl glücklich (und gesund). :-)

  3. Andrea Pfeilsticker

    Also, ich barfe (noch) nicht. Ich habe mich locker mal damit beschäftigt und mich erst mal lokal umgesehen und -gehört, wo ich denn an Rohfleisch, bzw. TK-Fleisch kommen könnte. Anbietern von Fleischversand traue ich nicht so recht über den Weg. Aber auch nur, weil ich Zweifel am funktionierend Erhalt der Tiefkühlkette beim Versand hätte… Meine Vorstellungen gingen WENN in Richtung teilbarfen, d.h. in Kombi mit Trofu. Aber ich habe mich bislang zuwenig eingelesen, daher gibt es Trofu „aufgepeppt“ (mit Öl, und / oder Obst und Gemüse, rohem Ei) und alle paar Tage mal Nassfutter. Fell glänzt, Hund ist springlebendig. „Militante“ Barfer habe ich aber auch bislang nicht kennengelernt. Eher so die Variante „Ich barfe, aber TroFu ist auch toll, muss jeder selbst wissen, ist alles okay !“

  4. Elisabeth Dombrowsky

    Ich finde Fertigfutter gut und praktisch. Die Hunde bekommen damit alle Stoffe, die sie für ein gesundes Hundeleben brauchen. Man kann ja zusätzlich noch etwas anderes dazu füttern und ein Häppchen hier und da liegt sowieso immer drin. Alle meine Hunde hatten damit bis zum Ende ihres Lebens eine gute Verdauung. Meiner Josephine gebe ich Happy Dog zu fressen. Zu Beginn hatte sie Crunchy. Sie hatte auffallend oft Durchfall und beim Recherchieren bin ich darauf gestoßen, dass Mais den Serotoningehalt im Gehirn reduziert, der Hund also anfälliger für Stress ist. Seitdem bekommt sie HappyDog Irland. Das ist ohne Getreide und Mais, aber mit Kartoffeln. Seitdem hat sie überhaupt keinen Durchfall mehr! Tabu sind für mich Süßigkeiten und stark gewürztes Essen.

  5. Nicole Kinastowski

    Also, ich muss mich mal als „Barferin“ outen, meine Liese bekommt seit ca. 8 Wochen rohes Fleisch, Fisch, Hühnerhälse, püriertes Obst und Gemüse und jede Menge Zusätze und Kräuter. Da wir die große Kühltruhe sowieso im Keller haben und mein Tuppervorrat für 3 Wochen TK-Obst und Gemüse ausreicht, hält sich der Arbeitsaufwand in Grenzen und Platz ist eh da. Hm, warum bekommt mein Hund rohes Fleisch…!? Als wir Liese bekommen haben, hat sie „angeblich“ nur nur TroFu bekommen, dummerweise hat sie es bei uns aber nicht gefressen, jede neue Sorte hat sie am ersten Tag mit Genuss gefuttert, spätestens am dritten Tag aber konsequent ignoriert. Nach drei Tagen des Hungerns hielt ich es nicht mehr aus, und habe Dosenfutter gekauft (laut TA ist es wumpe, welche Darreichungsform der Hund bekommt, man muss eben nur ein bisschen auf die Inhaltsstoffe und den Fleischanteil achten). Also Dose her und und rein in den Hund- lecker! Aber auch hierbei mussten wir das Futter immer mal wieder wechseln, weil Liese häufig Durchfall hatte, sich bei einer Sorte viel gekratzt hat
    und immer irgendwelche Magenprobleme hatte. Tja, und als eine Bekannte mir von der Rohfütterung erzählte, habe ich mich ein bisschen damit beschäftigt, mir von einer Hundeernährungsberaterin einen Plan ausarbeiten lassen (möchte ja nicht, dass es ihr an irgendetwas fehlt) und umgestellt und siehe da… Liese frisst es mit Leidenschaft, seit 8 Wochen keinen Durchfall mehr und die Kratzerei hat sich auch erledigt. Woran auch immer es liegt (vielleicht auch eine Allergie), ihr schmeckt es, ihr bekommt es gut, also warum nicht!? Jedem das Seine und wichtig ist eh nur die Gesundheit des Hundes, je nachdem wer was am Besten verträgt :-)

  6. Ich bin keine militante, aber überzeugte „Barferin“. Ich habe aber auch „nur“ einen Hund und habe mich ausgiebig mit dem Thema Fertighundefutter beschäftigt.

    Ich bin eben etwas skeptisch, wenn ich sehe wie man bei Katzen darauf achtet, dass sie genug Eiweiß (Taurin) in Form von Fleisch bekommen, aber Hunde mit einem Fleischgehalt in Trockenfutter von durchschnittlich ca. 10% zufrieden sein sollen. Dann der Preis von den angeblich hochwertigen Trockenfutter die, wie jeder selbst auch auf den Internetseiten der Hersteller (!) lesen kann, billige Füllstoffe wie Zuckerrübenschnitzel enthalten. Kein Problem, aber dann eindeutig für mich teurer als wenn ich meinen Hund „barfe“.

    Ich würde wohl dann das „Platinum“ als Halbtrockenfutter füttern oder von Terra Carnis das so genannte Nassfutter (Dosenfutter). Auch mein Hund bekommt hin und wieder Fertigfutter und das auch ohne schlechtes Gewissen. Ich wäre vielleicht auch dafür, dass man Trockenfutter auch aufwerten kann (Joghurt, Hüttenkäse, Öl etc. untermischen).

    Ich kannte vorher schon die Ansicht der Autorin und respektiere diese auch. Ich selbst muss mich allgemein zurückhalten, weil ich auch selbst mit voller Hingabe den „anderen“ Hundehaltern von meiner „Leidenschaft“ erzähle. Das aber eben oft, wenn mir diese über verdauungstechnische Probleme ihrer Hunde oder ähnlichem klagen. Wenn angeblich schon alles andere versucht wurde, dann rege ich einfach nur mal den Versuch zum „barfen“ an.

  7. Liebe Inka,

    du sprichst mir aus der Seele. Ich berate unter anderem auch über Hunde und Katzen Nahrung und ärgere mich schon mal über manche Barf-Fanatiker denen mit Argumentation sowieso nicht beizukommen ist – sollen sie glücklich werden.
    Auch ich füttere Fertigfutter (Naß- und Trockenfutter) an meine Hunde (allerdings ohne Zusatzstoffe). und natürlich mögen meine Hunde auch Fleisch, Gemüse und Obst wenn Herrchen sie zubereitet hat ;-)
    Und den Hundehaltern die Verdauungsprobleme mit oder bei ihren Hunden haben, empfehle ich mal einen Ernährungsberater aufzusuchen.

  8. Ich frage mich, wie man fertiges Hundefutter, das im Wesentlichen wegen eines zu geringen Fleischanteils kritisiert wird, mit pflanzlichem Öl, Obst und Gemüse sowie Joghurt AUFgewertet wird. Ist das nicht eher dem Gewissen des Menschen dienlich?

  9. Andrea Pfeilsticker

    Mein Hund kannte z.B. Möhren, Äpfel (am Stück oder unter’s Futter) schon aus der Zucht und ich fand die Idee gut, so dass ich dass auch weitergeführt habe.

    Insofern habe ich wohl mein Gewissen beruhigt, bevor es überhaupt wusste, dass es beruhigt werden muss… ;-)

    Nein, meine Züchterin barft, hat den Youngsters aber alle Futtervarianten „beigebracht“, damit die Halter sich in aller Ruhe für die Futterart ihrer Wahl entscheiden können. Sie will da niemandem reinreden. Was die Beigaben dann zum Fertigfutter betrifft: „Es schadet nichts !“ Der Meine mag’s, mich freut’s. Nassfutter pimpe ich übrigens nicht. Und Obst, Gemüse & Öl gibt es auch nicht jeden Tag dazu. Gibt es in der Natur ja auch nicht, sondern so, wie’s vor die Pfoten kommt. (Jaja, ich weiß, nicht Wölfe mit Haushunden vergleichen, aber du weißt, wie ich’s meine…) Ich mache aber keine Wissenschaft daraus und probiere sämtliche Obst und Gemüsesorten durch, sondern nur, was wir im normalen Hausgebrauch haben und verträglich ist.

  10. Pingback:Die Wahl des Futters: nicht nur eine Frage der Lebenseinstellung | Wauzenwelt

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  12. Hallo!

    Ich habe auch zwei Hunde und lege viel Wert auf Ihre Ernährung.
    Ich weiß, dass Hunde nicht zu viel Fleisch bekommen sollten, da sie sonst im späterem Alter an Gelenkkrankheiten erkranken. Deshalb ist es wichtig Futter mit ca. 10% Fleischgehalt zu füttern. Das sollte Jedem Hunde reichen. 1 mal pro Woche bekommen meine Hunde zusätzlich einen Knochen vom Fleischer um die „Fleischlust“ zu stillen.
    MfG

  13. 10 % Fleischgehalt reicht? Auch wenn man den Hund nicht 1:1 mit dem Wolf gleich setzen kann, hat der Hund doch einen fast identischen Verdauungstrakt. Und dieser ist einfach nicht für Getreide und viel Grünzeug ausgelegt. Der Hund ist kein Carnivor, aber ein Omnicarnivor und braucht mit Sicherheit mehr als 10 % Fleisch!

    Das ist die Zusammensetzung von Royal Canin Renal:

    „Zusammensetzung:
    Reis, Maisfuttermehl, Tierfett, Sojaproteinisolat LIP, Maiskleberfutter, tierische Proteine (hydrolysiert), Rübentrockenschnitzel, Mineralstoffe, Ei getrocknet, Lignozellulose, Fischöl, Sojaöl, Fructo-Oligosaccharide (FOS), Polyphenole (aus grünem Tee), L-Arginin, Kaliumzitrat, Taurin, Tagetesextrakt (reich an Lutein), L-Tryptophan“

    Bäh! Da frag ich mich alles Ernstes, was das Futter so unglaublich teuer macht?! Füllstoff pur!

    Ich bin auch keine militante Rohfütterin. Ich bin der Meinung, das es auch gutes TroFu gibt (wobei RC definitiv NICHT dazugehört). Aber man sollte sich ein wenig mit der Futtermittelindustrie, dem Verdauungstrakt des Hundes und der Rohfütterung auseinandersetzen und sich dann seinen Weg suchen und finden.

    Es ist einfach schön mit anzusehen, wie der Hund sich an einen Hühnerhals erfreut, über Pansen herfällt und einfach Spaß am Fressen hat!

    Man sollte die Verantwortung für den Hund nicht unbedingt der Futtermittelindustrie überlassen (das ist ein riesen Geschäftszweig), sondern selbst die Verantwortung übernehmen!

    LG
    Jenny (die derzeit TroFu füttert ;-) )

    P.S. und wer Interesse an einem Ernährungsseminar von Swanie Simon in Hannover hat; Infos gibts hier:

    http://leinenende-gesucht.de/

  14. Jenny, mir kommen 10 Prozent Fleischanteil auch eher wenig vor, aber zu einer Nierendiät gehört eine strikte Reduktion von Protein und Phosphor (http://www.tiersprechstunde.de/node/39) – und deshalb ist in einem Nierendiätfutter wie Renal von Royal Canin sehr wenig Fleisch.

  15. Ich finde es immer wieder toll wenn ich die Argumente von Barfern höre obwohl ich grundsätzlich nicht gegen das Barfen bin, nur leider haben sich Viele nicht ausreichend informiert.
    Und um gleich bei der korrekten Bezeichnung zu bleiben, ein Hund ist kein „Omnicarnivor“ sondern ein Faunivor (ein Tierfresser).
    Artgerechte Fütterung würde Lebendfütterung heißen – in Deutschland verboten.
    Der Faunivor frißt als aller Erstes die Innereien und welcher Barfer ist bereit einen häufigen dünnen Kot hinzunehmen. Rohes Gemüse kann ein Hund gar nicht verwerten, er kann die aus Zellulose bestehenden Zellwände nicht aufspalten.
    Ein wild lebender Hund/Wolf frißt auch kein rohes Gemüse/Getreide, er nimmt die Inhaltsstoffe aus den vorverdauten Inhalten des Verdauungstraktes und vor allem des Darms auf (Verwertung in Deutschland ebenfalls verboten). Also muß Gemüse zumindest kurz gedünstet werden bevor der Hund etwas davon hat. Sonst sind das ausschließlich Ballaststoffe.
    Wenn dann noch mit dem Tierarztfutter verglichen wird, disqualifiziert sich der Barfer selbst – er hat nämlich nicht gelesen was es dort alles für Zusatzstoffe gibt.
    Es gibt in Deutschland mehrere Futtermittelhersteller die sowohl auf alle Arten von Zusätzen wie auch Konservierungsmitteln verzichten und alle sind preiswerter als der genannte Hersteller.
    Wenn ich dann noch sehe das sehr viele Barfer ihre Einkäufe bei Lebensmitteldiscountern tätigen ist es bei mir endgültig aus!

    Fairerweise will ich ergänzen, dass auch bei der Trockenfütterung einiges beachtet werden muß, damit der Hund selbst bei hochwertigem Futter nicht auf Dauer schaden leidet (Nierenleiden, Leckstereotypien).

    Das was der artgerechten Fütterung mit allem was benötigt wird noch am nächsten kommt ist mit Sicherheit die Fütterung eines hochwertigen Nassfutters (ohne Zusatzstoffe und Konservierungsmittel)

    Jürgen,
    der eine Mischung aus Trocken- und Nassfutter füttert und wenn wir Fleisch oder Gemüse kochen/braten bekommen unsere Hunde das als Nachtisch

  16. Danke, Jürgen!

    Jenny, danke für den Hinweis auf das Seminar mit Swanie Simon.

    Ich habe Swanies Seite (http://www.barfers.de/index.html) gerade noch mal durchsucht. Ich weiß, dass sie sich viel informiert, aber ich kann keinen Hinweis auf ihre Qualifikation(en) finden.

    So schreibt sie etwa über industriell gefertigtes Hundefutter:
    „Krebs, Allergien, Pankreatitis, Pankreas-Insuffizienz, Hautprobleme, Nieren- und Lebererkrankungen, Immunschwäche, Fruchtbarkeits- und Wachstumsstörungen treten immer häufiger auf und lassen sich nicht einfach mit Überzüchtung erklären.“

    Da wüsste ich dann schon gern mal, worauf sie diese Behauptung stützt.

    Mir gefällt an ihr, dass sie die Rohfütterung nicht verherrlicht, aber alle diese Behauptungen…

  17. Hallo!
    Ich bin neu auf diese Website gestoßen und möchte mich nun auch mal äußern.
    Ich kann den Artikel sehr verstehen! Es geht nicht darum, dass ich etwas gegen das „Barfen“ hätte. Sondern kann ich mich auch nur dem anschließen, dass viele es für die einzig richtige Fütterung halten und das lässt sich nunmal nicht ganz belegen…
    Schlimm ist es, dass viele ihre Hunde roh füttern, weil sie Trofu z.B. für schlecht halten jedoch als Besitzer sich keine Gedanken darüber machen, was sie selbst im Fast Food Restaurant essen ;)
    Ich füttere selber Trofu und es gibt immer mal etwas Obst / Gemüse / trockenfleisch etc… wenns da ist :) und kann sagen, dass ich damit ein gutes Gewissen habe :) und das ist denk ich auch das wichtigste für jeden Hundebesitzer!
    Denkt doch z.B. mal an Hofhunde (Kriegszeit…da gab es kein Fressnapf um die Ecke ;) da gabs die Reste vom Tisch) Selbst diese Hunde sind oft gesund und alt geworden!

    @Nicole Kinastowski: Das ist nicht böse gemeint, aber ich glaube Deine Hündin ist schlauer als du erwartet hast :) Sie wusste, dass das Futter gewechselt wird und das hat sie ausgenutzt. Wenn du durchgehalten hättest (Futter hinstellen, 5 Minuten warten, Futter wegnehmen wenns nicht gefressen wird) hätte sie bestimmt nach ein paar Tagen nachgegeben :) Mit Sicherheit, das hat bisher bei allen Hunden die ich kenne die diese „Anstalten“ gemacht haben funktioniert. Auch bei meiner eigenen Hündin. Sie hat es tatsächlich 5 Tage durchgezogen… und seitdem freut (!) sie sich über ihre Mahlzeiten.

    LG Sabrina,
    die ebenfalls eine Mischung aus Trocken- und Nassfutter füttert und wenn wir Fleisch oder Gemüse kochen/braten bekommt unsere Hündin das als Nachtisch

  18. Ich habe selten so einen blödsinnigen, unnötigen und intoleraten Artikel gelesen.

    Ernähren Sie sich auch nur von einer Sorte Dosesuppe (morgens, mittags und abends)? Ist doch schließlich alles drin, was der Mensch zum (über)leben braucht.

    Gebt doch euer Geld für den teuren Getreideabfall bei Royal Canin und Hills aus. Muss ja jeder selber wissen. Die 4 bis 10% Fleisch die vielleicht noch enthalten sind, sind purer Abfall. Künstliche Vitamine etc.

    Es ist ja sicher nichts dagegen einzuwenden, wenn der Hund auch mal Fertigprodukte (Trockenfutter, Dosenfutter) erhält. Dann aber bitte was Vernüpftiges (z.B. Platinum, Magnusson, Wolfsblut etc.) Unser eins isst ja auch mal Ravioli aus der Dose. Aber würde irgendein Mensch auf die Idee kommen zu behaupten, dass es Gesund ist sich nur von Büchsennahrung zu ernähren?

    Ich stimmte zu, dass mancher „Barfer“ es übertreibt. Es gibt aber keine Argumente gegen das Barfen (außer vielleicht der Zeitaufwand). Das ist auch der heimliche Grund der Fertigfütterer… man ist schlicht und einfach bequem und glaubt der Futterindustrie, dass man seinem Hund nichts besseres antun kann, als diesen Mist zu füttern.

    Anstatt sich drei Hunde zu halten, sollte man vielleicht nur einen oder zwei halten… dann bleibt auch noch Zeit sich mit der Fütterung zu beschäftigen.

  19. Interessante Kommentare lese ich hier.

    Was richtig oder falsch ist, ich glaube da kommt man auf keinen gemeinsamen Nenner.
    Allerdings gibt es bei mir kein Futter, das in Tierversuchen getestet wurde.
    Ansonsten stehe ich auf dem Standpunkt, Leben und Leben lassen. Hauptsache der Hund ist gesund!

  20. Jürgen Kronz

    mein lieber Daniel,
    du hast Recht, es gibt KEIN Argument GEGEN das Barfen aber auch KEIN Argument FÜR das Barfen.
    Und für alle die das nicht glauben wollen, vielleicht glauben sie ja Prof. Dr. Manfred Coenen.
    Ich empfehle allen die glauben sie hätten das allein gültige Rezept ihren Hund richtig und gesund zu ernähren diese Video anzuschauen
    Ich glaube sachlicher und emotionsloser geht es nicht mehr:

    http://www.youtube.com/watch?v=hw4msWKgCvM&feature=share

  21. Danke, Jürgen, für den Videotipp! In weniger als zehn Minuten bin ich super(sachlich) informiert.

  22. Lieber Jürgen,
    bist Du wirklich der Ansicht, dass ein 10 minütiger Vortrag reicht um sich über ein so komplexes Thema zu informieren? Ich denke NEIN.

    Das Video stammt übrigens von einem Fertigfutterhersteller (futalis).

    MCDonalds rechnet Dir auch vor, dass Ihre Produkte alles enthalten was der Mensch braucht. Selbst wenn der Nährwert eines McMenues, rein von seinen Inhaltsstoffen, identisch mit einem selbstgekochten frischen Mittagessen sein sollte und den vom Menschen benötigten Bedarf voll abdeckt, was ist wohl Gesünder?

    Ich bin wirklich kein Ökoapostel aber wer ganz ehrlich mit sich selbst ist, wird zu der Erkenntnis kommen, dass Barf gesünder ist. In Wirklichkeit weiß das auch jeder (auch bei der eigenen Ernährung) und trotzdem wählt man oft den bequemen Weg (mich eingeschlossen).

    Ich will hier auch keinen bekehren aber ich wehre mich schon dagegen, wenn hier unsachlich argumentiert wird und man als Barfer so überheblich in eine bestimmte Ecke gedrückt wird (ich meine den Artikel). Ich füttere übrigens auch teilweise Trockenfutter (aber sicher nicht die genannten Marken).

    Also jedem das seine…

    P.S. Bin übrigens auch überzeugter Apple User.

  23. Jürgen Kronz

    Mein lieber Daniel,

    du hast die Botschaft nicht verstanden.
    Es ist unerheblich ob man barft oder nicht, es kommt auf die Auswahl des Futters an.
    Es sind die Barfer selbst, die sich in eine Ecke stellen, nicht Trocken- oder Nassfutter – Hundehalter.
    Die Barfer erklären sich für die einzig wahren Kenner der Nahrung und jede Krankheit wird erklärt mit Industriefutter und Barfer versuchen ständig andere zu „missionieren“.
    Ich verkaufe auch Tierfutter (die Betonung liegt auf auch), ich habe noch nie versucht einen Barfer von „meinem“ Futter zu überzeugen und ich habe hier auch die Marke nicht genannt!

    Und ich wähle auch nicht den bequemen Weg, du kannst mir glauben, dass es eine Menge Arbeit macht, für drei Hunde das Futter so zuzubereiten wie ich das mache und ich garantiere dir billiger als Barfen ist das auch nicht.

    Das Video sagt nichts anderes aus als dass es völlig unerheblich ist ob man Trocken, Nass oder Roh füttert.
    Das Video geht sogar kritisch mit Futtermittelherstellern um.

    Und jetzt frage ich mich wieso sehen das andere Leute und du nicht?

    P.S. es ist mir absolut egal ob du überzeugter Mac User bist, genauso wie es mir völlig egal ist ob du Fahrad fährst oder barfst

  24. Lieber Jürgen,
    Meine Kritik richtete sich gegen den Artikel nicht gegen deinen Beitrag oder den anderer Nutzer.
    Ich kann überhaupt nicht beurteilen, was oder wie Du deine Hunde fütterst. Die Tatsache, dass Du dich damit auseinandersetzt zeigt ja schon, dass Du es dir nicht leicht machst zu entscheiden, was das richtige für dich und deine Hunde ist.

    Zitat im Artikel: Ich halte die Rohfütterer für die Apple User unter den Hundehaltern…

    Daher auch der Hinweis auf Apple…

    Die Botschaft des Artikels lautet für mich: Ich füttere Fertigfutter, damit mache ich alles richtig also labbert mich nicht voll!

    Hierzu mal folgendes:
    Meinen letzten und ersten Hund habe ich im Alter von 4 Jahren aus einer ganz schlechten Haltung bekommen. Da gab es nur das billigste Futter aus dem Baumarkt. Der Hund war so ziemlich auf alles allergisch. Wir dachten damals auch Royal Canin etc. ist ja nen Premiumfutter. Blablabla… Wir haben nur Probleme gehabt, HotSpot, Juckreiz, Entzündungen, Durchfall und vieles mehr. Wir haben in 5 Jahren mehr als 10.000€ bei diversen Tierärzten gelassen. Den Tierärzten fällt dann auch nur ein, einem Spezialfutter (Royal, Hills etc), welches natürlich nur beim TA gekauft werden kann, anzudrehen. Irgendwann hat mir dann eine Hundebekanntschaft von Barf erzählt und wir haben das probiert. Unserer Hündin ging es nach kurzer Zeit deutlich besser. Keine Hautprobleme, kein kratzen, viel Vitaler.

    Ich weiß nicht wie Du das machst, wenn Du Hundebesitzer triffst. Ich frage nicht was die Ihrem Hund füttern. Es kommt aber natürlich vor, dass mir der eine oder andere erzählt, welch gesundheitliche Probleme sein Hund hat. Da empfehle ich dann schon mal sich zu dem Thema zu informieren, grade weil ich die genannten Erfahrungen gemacht habe.

    Freut euch das eure Hunde das Fertigfutter vertragen.
    Übrigens habe ich nicht behauptet das Fertigfutter billiger als Barf ist. Preislich macht das keinen Unterschied. Der Frage die man sich stellen muss ist doch vielmehr wo bekomme ich mehr für mein Geld.

  25. Jürgen Kronz

    Lieber Daniel,

    dann hast du den Artikel wohl auch nicht richtig gelesen, denn Inka sagt damit nichts anderes als laßt mich das Füttern was ich für richtig halte und versucht nicht mich zu missionieren Punkt

    Ihr ist es genauso wie mir völlig egal was andere machen solange es sie/mich nicht beeinträchtigt (Wenn jemand versucht mich zu missionieren beeinträchtigt mich das)

    Lies die ersten zwei Absätze nochmal.

    Und deshalb der Apple Vergleich, sie hätte natürlich auch Veganer oder ehemalige Raucher sagen können.

    Wenn man ihr also etwas vorwerfen könnte, dann höchstens den Vergleich mit Apple – wobei ich persönlich ihr da auch zustimme.

    Und bei meinen Hunden (übrigens bei mir immer aus dem Tierschutz) schaue ich beim Futter bestimmt nicht auf das Geld, ganz anderst als bei meiner eigenen „Fütterung“ ;-)

  26. Danke Jürgen, das Du mir den Artikel der lieben Inka erklärst. Jetzt geht auch mir ein Licht auf. An meinen Lesefähigkeiten muss ich noch arbeiten. Grade bei so ansruchvollen Artikeln stoße ich halt an meine Grenzen.
    Welches Fazit ich aus diesem Artikel ziehe darfst Du schon mir überlassen.

    Daniel (Teil/Barfer, Apple User und auch noch Rassehundehalter)

    Aber toll das Du deine Hunde immer aus dem Tierschutz holst (ist nicht ironisch gemeint!!!)

  27. Nun, Daniel, wenn ich dir nicht anspruchsvoll genug schreibe, musst du es ja nicht lesen. Tatsache ist, dass du mich missverstehen möchtest – und genau auf solche Leute spiele ich in meinem Blogbeitrag an.

    Jürgen dagegen hat verstanden, was gemeint war – das wiederum nehme ich als Indiz dafür, dass das Fazit meines Blogbeitrags durchaus nicht als Subkontext versteckt ist, sodass es nur nach aufwändiger Exegese zu ziehen wäre…;-)

    Zur Sache: 10.000 Euro zum Tierarzt schleppen und dann mit einer Futterumstellung den Hund retten – das nenne ich mal eine Geschichte. (Ob dies ironisch gemeint ist, überlasse ich dem Leser.)

    Zwei Erlebnisse, die unter anderem zu meinem Blogbeitrag geführt haben:
    1. Ich höre regelmäßig etwas wie: „Deine Hunde sehen aber gut aus, das liegt sicher daran, dass du barfst.“
    2. In den Monaten, in denen Whisky um ihr Leben gekämpft hat, haben mir mehrere Menschen nahegelegt, dass ich meinem Hund doch endlich kein industriell gefertigtes Futter mehr zumuten soll und dass es meinem Hund mit Rohfütterung sicher schnell besser gehe. Besonders perfide waren diejenigen, die mir vorwarfen, dass ich meinem nierenkranken Hund zu wenig Fleisch gebe.

  28. Es ist sehr interessant, dass manche den humoristischen Einschlag des Blogbeitrages einfach nicht verstehen. Es wird weder Trockenfutter als die gottgepriesene Wahrheit vermittelt, noch wird Barf als eine Verschwörung der Fleischindustrie gewertet.

    Es geht doch schlicht darum: Hundefutter wird zur Religion. Ständig entstehen in Hundeforen Kriege, die drei Fronten haben: Barfer, Fertigfutter Typ1 (hochwertig) und Fertigfutter Typ2(minderwertig).
    Jeder stellt fest, dass der eigene Hund gesundes und glänzendes Fell hat, irgendwas zwischen 12 und 20 ist und der Kotabsatz riecht wahlweise nach Rosen oder Aprikosen. Es wird einfach lächerlich.

    Im Endeffekt sollte es darum gehen: Welche Bedürfnisse hat mein Hund, welchen Grundumsatz, was halte ich für angemessen, was nehme ich in Kauf und wie kann ich für mich meine Haltung und Entscheidung begründen. Man muss einfach wegkommen von diesem absolutistischen und extremistischen Gedankengut, das hilft keinem. Und das Bewerfen mit Halbwahrheiten und Bauernsprüchen ist genauso sinnlos.
    Missioniert nicht, sondern macht was ihr für richtig haltet, erklärt euch, wenn ihr gefragt werdet und lasst ansonsten den anderen einfach mal atmen.

  29. Genauso wie ich kein millitanter Vegetarier bin, bin ich auch kein millitanter rohfütterer.
    Warum ich roh (bzw gekocht beim großen, der rührt rohes nicht an) füttere? Weil ich weiß was drinnen ist und es für mich ausserdem günstiger ist als langfristig ein hochwertiges trockenfutter zu füttern.

    Meine kleine hat es schon immer geliebt, mein großer bekam anfangs Kodera Festival bei dem ich auch geblieben wäre wenn er nicht hochgradiger Allergiker wäre.

    Roh ist für mich allerdings keine Religion, sondern schlicht Futter. Meine kriegen keine 10 verschiedenen Öle, keine kräuter und auch bis auf kuren bei Bedarf (zweimal im Jahr 6 Wochen bierhefe zum fellwechsel) keinerlei zusätze. Nur Fleisch, Knochen und püriertes Obst und Gemüse, der Große dazu gekochte Kartoffel.

    Und stellt euch vor, trotzsem ich keine 100 kräuter fütter u.d sogar so ungjauvlich fahrlässig bin und das Futter nichtmal Grammgenau abwiege geht es beiden prima ;)

  30. Hallo.

    Naja, bei diesem Thema gehts gleich wie mit gewollt-Kinderlosen und Müttern…. es gibt militante Mütter und solche die leben und leben lassen, ich habe auch mit militante Mütter zu kämpfen, werfe aber nicht alle Mütter in einen Topf und behaupte, dass alle Mütter Kinderlosen feindselig gegenüber stehen….
    Hier ist’s genauso…. Ich bin umgestiegen auf Rohfütterung (Barf ist so ein dummes Wort), weil mein Hund allergisch auf jegliches Trockenfutter reagiert…
    Seit ich ihn mit rohem Zeugs füttere, geht es ihm viel besser, das Fell war noch nie so schön, auch seine Vitalität ist enorm besser geworden….
    Mich hat die Rohfütterung überzeugt bzw. meine persönliche Meinung ist, dass diese Fütterung am „Naturnahesten“ ist…. aber ich würde nie auf die Idee kommen, „Trockenfutterfütterer“ zu verteufeln oder bekehren zu wollen, jeder will das Beste für sein Tier, aber das soll jeder selber entscheiden und nicht selbst ernannte Besserwisser.
    Ich hänge es auch nicht an die große Glocke.. aber wenn mich einer fragt, was ich füttere, sage ich, dass ich ihn mit Rohfleisch ernähre, ich sag das aber weder mit Stolz noch Besserwisserisch, ich sag das einfach so, wie ich das früher gemacht habe „ich füttere Happy Dog“ schluss….
    Mir machts Spass, was andere machen interessiert mich nicht und hat nich nicht zu interessieren.

    LG

  31. Ich durchwühle gerade deinen Blog und muss hier auch meine zwei Cent hinzugeben.

    Genau was du beschreibst, hat mich immer davon abgehalten zu „barfen“ und ich finde die Bezeichnung immernoch zum würgen (passt ja…)
    Doch seit September letzten Jahres fütter ich weitgehend frisch. Aber wenn ich gefragt werde, was meine Hunde zu fressen kriegen, anworte ich „Alles“.

    Aber eins nach dem anderen.
    Nanuq baute 2014 irgendwie ab. Rückblickend kann ich nicht genau datieren, wann es los ging, vielleicht so Mitte 2013. Nanuq hatte immer wieder Rückenschmerzen und trat Ende des Jahres in ein Loch, wobei er sich einen Schaden am Knie/Kreuzband zuzog. Mit viel Physiotherapie und ein paar Mittelchen kam er wieder auf die Beine, auch wenn er nicht mehr springen wollte und das Treppensteigen ihm schwer viel.
    Nanuq war damals 5, ist ca. 69cm groß und wiegt schlanke 33kg.
    Desweiteren bekam Nanuq Liegestellen an den Ellenbogen, was dadurch auffiel, dass er immer wieder daran leckte und sich das Fell entsprechend rötlich verfärbte. Auch der Rest des Fells war nie besonders toll. Ebenso seine Verdauung. Ich habe sämtliche Fertigfuttersorten probiert, von günstig bis teuer, von Nassfutter über Kaltgepresstem, Extruder bis hin zu Halbfeuchten.

    Dann kam im September letzten Jahres die Magendrehung, die tatsächlich mit einem höheren Risiko bei Fertigfutter-gefütterten Hunden auftritt (Studie dazu ist im Netz). Von diesem Tag an welchselte ich auf Anraten meines Apothekers aus Hannover mein gesamtes Fütterungskonzept erstmal auf gekochte Schonkost mit viel Wildreis und Leinöl und später auf größtenteils Frischfleisch.
    Es dauerte nur wenige Wochen, da bildeten sich ohne mein Zutun die Liegestellen an den Ellenbogen zurück. Der Kot wurde trotz entfernter Milz und angenähtem Magen dauerhaft stabil. Das Fell explidierte förmlich und wurde endlich weich und glänzend. Der Hund verlor außerdem seinen typischen „Hundegeruch“. Er springt wieder wie früher, tobt draußen wieder gern und konnte (langsam aufgebaut) auch wieder beim radfahren und reiten als Begleithunde dabei sein. Heute springt er – mit fast 8 Jahren – wieder über Zäune, obgleich er es noch vor einem Jahr kaum noch ins Auto schaffte.

    Mein Hund bekommt heute – fast ein Jahr nach der Umstellung: Fleisch (roh und gekocht), Innereien, Fett, Pansen, wenig Knochen, viel Obst und Gemüse, (Wild)reis, hochwertige Öle und und und, zusammen mit allem, was in der Küche (ungewürzt) so abfällt. Ich habe einen Sack „Bestes Futter Fenrier Spezial“ hier stehen, sowie einige Schälchen „Alnutra“ vom Aldi. Abends gibts ab und an eine Scheibe Leberwurstbrot. Ich füttere gelegentlich einen Dentastick, weil er den zweien einfach schmeckt. Und auch mal ein Stück Pizza oder eine Pommes. Nur Zuckerkram gibt es selbstverständlich nicht. Meine Hunde sind von reinen Fertigfutter-Hunden zu Allesfressern geworden, denn ich denke, dass sie darin einfach ihren Ursprung haben und das der Hofhund von vor zwei, drei Generationen auch nicht nein sagte, wenn es darum ging, aus dem Schweinetrog mit zu fressen.

    Ich kann daher nicht glauben, dass Fütterung keine Auswirkungen auf die Fitness der Tiere hat. Und ich denke nicht, dass in Fertigfutter „alles drin ist, was der Hund braucht“- Es wird sein wie beim Menschen. Manch ein Raucher wird 90 und manch ein Kind stirbt mit 4 Jahren an Krebs. Es sind zu viele Faktoren, als das man sie auf wenige engstirnige Nenner reduzieren kann.

    Die renitente Barf-Front finde ich dabei genauso anstrengend wie die „ich füttere nix außer [hier beliebige Futtersorte einfügen]“. Die Mischung machts. Ich lob mir da unseren Schäfer. Der hat weder TV noch Internet und geht noch in einen richtigen Laden, um Futter für seinen Hund zu kaufen (selbstverständlich ohne die Zusammensetzung zu lesen). Dazu gibts dann die Reste vom Hof und mal ein totes Schaf. Er hat seit 34 Jahren eigene Altdeutsche Hütehunde, die alle bis 13/14 arbeiteten und mit 15/16 gestorben sind. Komisch, wie macht er das nur, ohne Futtertabellen, Importfutter mit 60% Fleischanteil und ohne einen vertrauensvollen Barf-Shop samt zugehörigem Forum, in dem er lernt, wie ein Hund nicht mangelernährt wird? Komisch, komisch… ;-)

  32. Ich füttere nach der ABAM Methode!
    Abstauber Bekommen Alles Mögliche!
    Es gibt 2x die Woche roh, 2-3x gekochtes Fleisch mit Zusätzen, 1-2 x Woche Happy dog und sonntags fleischfrei dh. Obst, Honig und Quark.
    Hund super fit, schwarzes, hochglänzendes Fell, gute 11 Jahre alt nach sehr schlechter Vergangenheit bei einem Vermehrer :-(

  33. Wirklich netter Hundehalter und überzeugter „Neubarfer“ auf der Hundewiese: „Und wenn man barft, wird es im Magen saurer als Salzsäure – das ist belegt!“

    Leise grinsend hab ich mich getrollt mit meinem clickerfreundlichen Trockenfutter in der Tasche.
    Made my Day!

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