Grappas Frühstücksmission: Nichts ist unmöglich!

Und dann ist sie doch grau geworden: Die Maus erholt sich auf dem Sofa vom Nichtstun.

Und dann ist sie doch grau geworden: Die Maus erholt sich auf dem Sofa vom Nichtstun.

Jeden Abend überlege ich mir, welches der schönste Moment des Tages war. Häufig ist das zurzeit der Moment, an dem Grappa morgens unterwegs zu ihrem Frühstück ist. Dann scheint sie wie auf einer Mission zu sein; sie wirkt jung, jedenfalls nicht so, als ob sie im Mai 14 Jahre alt würde und im vorigen Herbst einen Schlaganfall oder etwas Ähnliches (Vestibularsyndrom) hatte.

Grappa ist eine richtig alte Hündin geworden, und das sieht man ihr inzwischen auch an. Die Spondylosen machen ihr zu schaffen. Dass sie taub geworden ist, hat sie nie sehr gestört. Aber auch die Augen lassen nun langsam nach. Die Maus ist zudem tierärztlich attestiert senil. Ich nenne sie aber lieber „schachtelig“. So hat Christine ihre alte Nellie genannt und Denise die alte Susi – beide, also Nellie und Susi, nicht Christine und Denise, waren altehrwürdige Hundedamen. Sie senil zu nennen, ist respektlos. Irgendwie.

Grappa verbringt ihre Zeit am liebsten schlafend auf dem Sofa.

Grappa verbringt ihre Zeit am liebsten schlafend auf dem Sofa.

Auf welcher Seite des Sofas die Maus schläft, ist ihr egal. Hauptsache, sie hat eine Decke oder ein Kissen.

Auf welcher Seite des Sofas die Maus schläft, ist ihr egal. Hauptsache, sie hat eine Decke oder ein Kissen.

Grappa verbringt die meiste Zeit des Tages mit Schlafen. Am liebsten auf dem Sofa, obwohl das Rauf- und Runterkommen nicht immer klappt. Wenn Grappa nicht schläft, tut sie nichts. Oder sie guckt aus dem Fenster. Ich habe das Wohnzimmer mit lauter Teppichen beziehungsweise rutschfesten Hundedecken ausgelegt. Vor allem beim Fressen und Trinken braucht sie einen sicheren Stand, und den hat sie auf Laminat nicht mehr.

Mein Tipp für alle, die einen alten Hund haben: Achtet darauf, dass euer alter Hund gut fressen und trinken kann. Dazu sollte der Napf auf der richtigen Höhe angebracht sein; und euer Hund sollte beim Fressen und Trinken einen sicheren Stand haben.

Um Grappas Napf auf ihre Wohlfühl-Höhe zu bringen, musste ich extra etwas basteln, aber das hat sich gelohnt, denn nun trinkt die Maus wieder regelmäßig. Vorm Wassernapf liegt außerdem eine rutschfeste Matte, auf der Grappa gut stehen kann. Beim Fressen muss sie ebenfalls nicht mehr auf glattem Boden (Laminat, Küchenfliesen, etc.) vergeblich Halt suchen. Die alte Dame speist in ihrem Bett.

Womit ich wieder bei der Frühstücksmission angelangt bin: Morgens – und immer, wenn es draußen kalt ist – ist Grappa munter. Sie will dann unbedingt raus. Draußen läuft sie sofort zum ersten Grasbüschel, pinkelt – und will wieder rein. Zum Frühstück. Ich erinnere sie dann daran, dass sie auch ein Häufchen machen muss, und hoffe jeden Morgen, dass Pitú seins zuerst macht, denn Grappa hatte noch nie ein Verständnis für die Notdürfte anderer, wenn sie hungrig ist.

Zum Glück leben meine beiden Großen (Alten) seit Jahren in einer Plüschsymbiose, und so kacken sie meistens sogar synchron. Danach geht es dann im Galopp zurück nach Hause. Sogar auf der steilen Treppe versucht die Maus zu rennen, was sie eigentlich nicht mehr kann. Doch das Wissen um eine Tasse voll Nierendiätfutter mit einem Löffel Rapsöl und einigen Pillen (Karsivan, Zeel, Reneel) lässt sie scheinbar alle Schmerzen vergessen. Während ich die Näpfe fülle, hopst Grappa in der Küche herum. Wie früher. Ich mag die Maus, wenn sie albern ist. Dann ist nichts unmöglich!

Zum Schluss noch ein Buchtipp zum Thema: „Weis(s)e Schnauzen: Vom Zusammenleben mit alten Hunden“ von Clarissa von Reinhardt, erschienen im Animal Learn Verlag.

Der Teppichtipp (siehe weiter oben) steht in diesem Buch natürlich auch drin. Aber ich habe ihn von meiner Maus, die mich fast alles gelehrt hat, was ich über Hunde weiß. Denn obwohl ich bestimmt mehr als 100 Hundebücher gelesen und diverse Hundeseminare besucht habe, einen besseren Lehrer als den ersten eigenen Hund gibt es nicht. Wenn man ihm denn nur genug Aufmerksamkeit schenkt und bereit ist zu lernen.

Ein Kommentar

  1. Och Mensch die kleine Maus! Ich finde es total schön, wie beherzt du dich um sie kümmerst. Ist bestimmt nicht einfach den eigenen Hund so altern zu sehen. Wünsche euch alles Gute !

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