Waldi, Whiskey und andere wunderbare Hundenamen

In meinen jungen Journalistenjahren, als ich als freie Mitarbeiterin für die Laatzener Woche und die heutigen Leine-Nachrichten (damals hieß diese HAZ-Regionalausgabe noch „Landkreiszeitung Süd“) geschrieben habe, habe ich am liebsten Porträts geschrieben. Und ich erinnere mich noch an einen Jäger, über den ich geschrieben habe. An den Anlass erinnere ich mich nicht mehr, wohl aber an seinen Dackel namens „Purzel“, mit dem ich mir während des Interviews den Sessel teilte. Im Gesprächsverlauf stellte sich heraus: Es handelte sich bereits um „Purzel 5“. Ich war schockiert, hatte ich doch gerade den tollen und einfallsreichen Namen „Tiger“ für anfangs weniger als ein Kilogramm Plüsch mit gefälschten Papieren, die auf „Eros Ramazzotti von der Casa di Karrasch“ lauteten, durchgesetzt.

Wenn ich heute darüber nachdenke, könnte mein mit „Grappa“ wenige Jahre später begonnenes Hundenamengebungskonzept eine Folge des kleinen blonden Ramazzottis aus Herford sein, mit dem meine große Liebe zu Hunden begonnen hat vor fast 19 Jahren. Anlass für derlei Überlegungen ist übrigens der gestern erschienene FAZ-Artikel „Hundenamen: Bello und Hasso sterben aus“.

Der Artikel hat mich fast so schockiert wie damals „Purzel 5“. Steht da doch, dass moderne Namen für den deutschen Hund immer individueller und kreativer werden und diese Kreativität nicht selten zu dem Alkohol nicht abgeneigten Namen führt: Whiskey statt Waldi eben. Wenn es alle so wie ich machen, bin ich wohl nicht wirklich kreativ … Andererseits hatte ich früh, nämlich vor mehr als 13 Jahren, die Boozehound-Idee („boozehound“ ist das englische Wort für „Schnapsdrossel“), also betrachte ich mich einfach als Trendsetter. Und Grappa war außerdem wirklich eine Schnapsidee!

Grappa hätte eigentlich ein „Barolo“ und ein Irish Setter werden sollen, aber mir wäre nie ein Jagdhund ins Haus beziehungsweise die Studentenwohnung gekommen, und mein damaliger Freund wollte keinen Rüden haben, denn das wäre ein zweiter Mann gewesen, dem ich dann wohl auch noch die Eier hätte abschneiden lassen.

Grappa heißt eigentlich „Dana von Hamels Hof“, und weil sie die Kleinste im Wurf war, nannte Karl-Walter Hamel sie „Maus“. Das fanden wir dann aber nach 48 Stunden doof; und weil „Barolo“ zu der kleinen Border-Collie-Hündin nicht passte, nannten wir sie schließlich „Grappa“, kurz darauf „Grappamaus“.

Als später „Tom von der Wau-Mau-Insel“ einzog, nannte ich ihn ohne große Überlegungen „Pitú“, denn der Name passte prima zu ihm und in mein Konzept. Bei „Pitú“ handelt es sich um eine bekannte Cachaça-Marke, also um das brasilianische Zuckerrohr-Destillat, aus dem sich Caipirinha mixen lässt.

Dann kam Nicki, die ich ja eigentlich vermitteln wollte, aber dann durfte sie bleiben: als „Whisky“. Ich habe übrigens weder die Entscheidung, sie zu behalten, noch die, sie umzubenennen, je bereut. „Whisky“ stand damals zwar nicht oben auf der unterdessen gestarteten Liste potenzieller Hundenamen, aber „Whisky“ war der Name, der vom Klang her am ehesten zu Nicki passte.

Mein Glückskomplettierer wurde vor gut zwei Jahren Skipper. Einen so schönen und passenden Namen mochte ich nicht ändern, obwohl seine ehemaligen Besitzer mir das sogar ausdrücklich erlaubt haben. Ich habe also gegoogelt, wie er mit seinem Namen in mein Konzept und damit Rudel passen könnte. Und ich wurde fündig: „Happy Skipper“ – das ist Rum mit Ginger Ale, verdünntes Hochprozentiges, immerhin. Das gilt. Diese Panscherei ist eben seinen Stehkippohren geschuldet, mit denen er nicht hundertprozentig in mein Border-Collie-Beutekonzept passt.

Es ist mir egal, ob andere meine Schnapsideen für albern, doof oder kreativ befinden. Ich habe noch so manchen Namen auf meiner Liste. Neu darauf ist: Gajol, dänischer Lakritzschnaps.

Jetzt seid ihr aber dran! Welchen Namen habt ihr warum eurem Hund oder euren Hunden gegeben? Und kennt oder hat noch wer einen Bello, Hasso oder Waldi?

6 Kommentare

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  2. Elisabeth Dombrowsky

    Hallo Inka, als ich hörte, dass Nicki jetzt Whisky heißt, hat mein Herz gelacht!! Als ich Kind war, vor einem halben Jahrhundert (auweia), gab es in der Familie meiner Freundin einen Mischling, der hieß Whisky. Das war damals so ungewöhnlich, da ich nur Lumpi, Susi, Teddy, Wolf, Lassie, Rex und Rintintin kannte, dass ich selbst als Kind darüber lachen musste und mir vorstellte, wie er durch die Straßen torkelte. Nun lebt Whisky wieder!!
    Meine Hunde heißen Nicki (Fernandel von Putlos), Kissy (Alice vom Priesterbach), Fabienne (Quistbeecke’s Corentine Fabienne) und Josephine (mein Heidefuchs). Früher hieß es immer, ein Hund sollte einen kurzen Namen haben. Darauf hört er besser. Stimmt nicht! Josephine ist ein Fundhund und ich habe sie so getauft, weil sie als Mischling einen besonders schönen Namen haben sollte. Sie hat auf diesen Namen sofort gehört! Und sie hört immer noch darauf und kommt sofort angerannt, wenn ich sie so rufe, denn der Name schallt durch die Gegend wie eine Melodie und Josephine versteht immer „ich-lie-be-dich!“ und da hält sie nichts!! Natürlich hat sie auch ein paar Kosenamen. Das sind die Namen, die beim Kraulen leise gesprochen werden!

  3. Elisabeth, deine Erklärung für den Namen „Josephine“ ist wunderbar. Mir gefällt die Einstellung, dass der Name eines Hundes für den Hund „Ich liebe dich!“ bedeuten sollte. Wenn das doch bloß alle so sehen würden, dann kämen auch alle Hunde, wenn man sie ruft!

  4. Benno, Bello, Purzel, das sind meine Klassiker. Bei den Hundenamen ist das wohl wie bei den Namen für Kinder, auch da werden heutzutags die Namen von vor 20, 30 Jahren nicht mehr verwendet, sondern „neudeutsche“ Namen mit Maurice oder Justin. Naja, wems gefällt, ich steh da mehr auf die OldSchool-Namen, bei Kindern wie auch bei Hunden.

  5. Meine Hündin heißt Lara, das war schlicht der Name den die Züchterin ihr gab. Ich hatte mir zwar vorher schon ein paar Gedanken zu einem Namen gemacht, aber als es dann ernst wurde viel mir schlicht nichts besseres ein, und darum heißt es heute Lara und Lara.
    Mein nächster Hund wird allerdings Kuchen heißen, da werde ich es halten wie Bibi Blocksberg. Außerdem kann man das so schön über die Bult schreien… 🙂

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