„Unhappy herding“ beim Sonntagsausflug ins Pietzmoor

Willkommen in „Pietzis Moor“!

Willkommen in „Pietzis Moor“!

Schnell kann aus einem „Happy birthday“ ein „Unhappy herding day“ werden. Doch der Reihe nach: Heute ist Whiskys 8. Geburtstag und zugleich mein letzter Urlaubstag. Und da vormittags auch noch die Sonne schien, haben wir beschlossen, einen Sonntagsausflug ins Pietzmoor bei Schneverdingen in der Lüneburger Heide zu machen.

Neue Ziele für Ausflüge suche ich, seit ich im Umweltministerium arbeite, meist im „Natur erleben“-Portal. Und wenn ein Projekt dann „Pietzmoor“ heißt, ist das ja quasi „Pietzis Moor“ – und damit wie geschaffen für einen Sonntagsspaziergang mit Pietzi (Pitú), der Maus (Grappa), Schkippy (Skipper) und dem Häschen (Whisky).

Das Pietzmoor ist das größte zusammenhängende Moor der Lüneburger Heide. Seit wenigen Monaten führt ein aufwändig gemachter Naturerlebnispfad durch das Hochmoor. Start ist am Schäferhof, den Kaffeetrinker nicht als Einkehrmöglichkeit nutzen sollten; der Tee dagegen ist genießbar. Durchs Moor läuft man auf einem etwa fünf Kilometer langen Rundkurs, die meiste Zeit geht es dabei über Bohlenwege. Hunde müssen an der Leine bleiben; schließlich führt der Weg durchs Naturschutzgebiet.

Auf Bohlenwege geht es auf einem Rundkurs durchs Pietzmoor.

Auf Bohlenwege geht es auf einem Rundkurs durchs Pietzmoor.

Die bizarre Hochmoorlandschaft wirkt geheimnisvoll.

Die bizarre Hochmoorlandschaft wirkt geheimnisvoll.

Das irre Häschen!

Das irre Häschen!

So weit zum Ausflugstipp. Nun will ich aber noch erzählen, warum Whisky ein paar Dutzend Schafe und Ziegen (Jedenfalls sah es so aus, als ob unter den Heidschnucken auch einige Ziegen wären!) als Geburtstagsgeschenk nicht zu schätzen wusste:

Auf dem Weg vom Parkplatz am Schäferhof bis zum Moor mussten wir ein Stück durch die fast verblühten Heideflächen laufen, auf denen gerade etwa 70 Landschaftspfleger tätig werden sollten. Um die Beweidung der Heidelandschaft im Naturpark Lüneburger Heide kümmert sich im Auftrag der Stiftung des Vereins Naturschutzpark (VNP) unter anderem der irische Schäfer Ryan Quinn.

Und so sahen wir Ryan zu, wie er den Schnuckentrupp mit einem seiner Border Collies an den gewünschten Fleck in der Landschaft schob. Er unterhielt sich dabei mit einigen Spaziergängern, die uns kurz darauf begegneten und fragten, wie die Hunderasse denn heiße. Ich antwortete, dass es sich um Border Collies handele. Und Ryan rief: „Nein, das sind nur schwarz-weiße Hunde.“

Das war zwar nicht sonderlich nett, aber da es Ryan war, der Whisky einst zum untalentiertesten Border Collie überhaupt gekürt hatte, ohne sie auch nur an Schafen gesehen zu haben, nehme ich solche Bemerkungen von Ryan überhaupt nicht ernst. Mit Blick auf meine nicht mal schwarz-weiße, sondern dreifarbige Hündin entgegnete ich nur, dass ich mit der Hüteleistung meiner Hunde im Großen und Ganzen zufrieden sei. Whisky stammt immerhin aus Hüteleistungslinien, und ein Border-Collie-Kenner erkennt die Ähnlichkeit mit den Hunden von Anne Krüger.

Ryan bot mir an, ich solle zeigen, was meine Hunde können. Einen winzigen Moment lang habe ich überlegt, ob ich Whisky losschicken soll, aber das Häschen ist ja noch in der Rekonvaleszenz. Ich lehnte also dankend ab, und wir gingen weiter. Irgendetwas rief Ryan uns noch hinterher, aber so richtig habe ich das kaum mehr gehört. Wohl aber hörte ich kurz darauf das Getrappel des im Galopp herannahenden Schaf-Ziegen-Trupps. Die Herde hielt direkt auf uns zu, getrieben von Ryans Hund. Grappa und Pitú bekamen zum Glück nichts davon mit; Skipper geriet ein wenig aus der Fassung; und Whisky wirkte nicht sonderlich fröhlich, als sie sich duckte und den Schnucken entgegenstellte.

Ich weiß nicht, ob Whisky es tatsächlich geschafft hat, den Trupp zu stoppen, oder Ryan seinen Hund vorher gestoppt hatte, aber ich weiß noch, dass die Schnucken bis auf einen guten Meter an uns herangekommen waren und nun mitten auf dem Weg standen. Schon schickte Ryan seinen Hund auf die Flanke, doch als dieser bei uns ankam, stürzte er sich direkt auf Skipper, statt den Landschaftspflegertrupp wieder zu Ryan zurück zu bringen. Das fand ich dann wirklich nicht mehr lustig! Und bei anderen Spaziergängern kam diese spezielle Hütevorführung auch nicht sonderlich gut an.

Ich finde, dass ein Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Border Collie Deutschland (ABCD), das als Mitglied im Zuchtkomitee zu den Funktionsträgern im Verein zählt, eine besondere Vorbildfunktion hat, der es jederzeit gerecht werden sollte. Just my two cents.

Bis Whisky wieder fit ist, genügen Begegnungen mit Schafskulpturen völlig.

Bis Whisky wieder fit ist, genügen Begegnungen mit Schafskulpturen völlig.

2 Kommentare

  1. Pingback:An der Leine – Hundeleben in Hannover » Tausche Tag gegen Tipp

  2. Eve Gatttermann

    Ich glaube ich hatte das „Glück“ Herrn Quinn mal auf einer Veranstaltung kennen zu lernen. Ich war gerade auf Informationstour über diverse Hunderassen. Seine Frau erteilte noch nett Auskunft, er war sehr muffelig und machte jedem klar das er nicht möchte das man als „normaler“ Mensch einen Border Collie besitzt. Zum Teil absolut nachvollziehbar. Aber der Ton war unangebracht. Wenn er nicht möchte das die Menschen sich für die Hunde interessieren, gehe ich nicht auf Veranstaltungen, in denen das zwangsläufig passiert. Vielleicht sehe ich das aber auch zu eng.

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