Jun
25
2011
Eigentlich mag ich die taz ja sehr gern, aber häufig stellt die Berliner Zeitung mit dem Pfotenlogo die Dinge dann doch ziemlich verquer dar. Diese Woche etwa bin ich an der Überschrift „Katzen und Hunde sind Klimakiller“ (online erschien der Artikel mit dem Titel „Klimakiller Katze“) hängengeblieben. Natürlich ist es grundsätzlich richtig, dass die Kohlendioxidbilanz sämtlicher Lebewesen, die sich nicht vegetarisch ernähren, mies ist. Aus diesem logischen Umstand die Forderung abzuleiten, dass wir nur noch essbare Tiere halten sollten, ist aber dämlich.
Umgekehrt wird ein Schuh ohne Ledersohle daraus: Ich fordere zur deutlichen Verringerung der CO2-Emissionen alle Menschen auf, nur noch an maximal zwei Tagen in der Woche Fleisch zu essen, und – voilá – dürfen wir uns wieder mit gutem ökologischen Gewissen an unseren Haustieren erfreuen. Und wer partout lieber ohne Hund leben will, sollte doch bitte zur Kenntnis nehmen, dass Dackel, Schäferhunde und Co. ein wichtiger Wirtschaftsfaktor sind. Einer Studie der Universität Göttingen zufolge hängen mittlerweile 100.000 Jobs in Deutschland allein an der Hundehaltung. Die Umsätze mit Hundefutter, Leinen, Decken und Tierarztbesuchen machten im vorigen Jahr etwa 0,2 Prozent des deutschen Bruttoinlandsproduktes aus. Zum Vergleich: Die Land- und Forstwirtschaft kam auch nur auf einen Anteil von 0,9 Prozent.
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