Paula ist in ihr neues Zuhause gezogen

Handyschnappschuss: Paula mit Quietschetier.

Handyschnappschuss: Paula mit Quietschetier.

Gestern war ein guter Tag für zwei „Border Collies in Not“, denn sie haben beide ein tolles neues Zuhause bekommen. Vor allem aber war der gestrige Tag wichtig für meine persönliche Bilanz als Pflegestelle: Mit Paulas Auszug ist meine Quote ausgeglichen. 3:3, das heißt, dass ich genauso viele Hunde behalten habe wie ich wieder hergeben konnte, was ja der eigentliche Sinn hinter der Sache mit dem Sichanbieten als Pflegestelle für einen Nothund ist.

Doch nun zu Paula und Pino …

Gestern bin ich nach Giessen gefahren, um Paula, die vor drei Wochen bei uns eingezogen war, in ihr neues Zuhause zu bringen. Und da ich mich ohnehin auf die 300 Kilometer lange Tour nach Mittelhessen gemacht hatte, wollte/sollte ich dann auch gleich noch einen Border Collie aus dem Tierheim Wetzlar begutachten. Pino, fünf Jahre, Abgabegrund: keine Zeit mehr, hatte nur einen Tag nach seiner Abgabe ins Tierheim eine Interessentin gefunden. Die wollte ihn nicht aber einfach mitnehmen. Sie hat sich erst einmal ausgiebig über Border Collies informiert und dabei entschieden, dass sie gern eine Meinung zu Pino hören möchte von jemandem, der sich mit dieser faszinierenden Rasse auskennt.

Um es kurz zu machen: Pino ist ein toller Hund, und Jannika und ihr Freund können ihm ein tolles neues Zuhause bieten. Die Tiermedizinstudentin muss bloß die meisten Erfahrungen, die sie mit ihrem Labradormix gesammelt hat, vergessen. Ein Border Collie ist nun mal ganz anders. Ich bin aber überzeugt davon, dass Pino perfekt zu Jannika passt. Und falls sich Pinos Geräuschempfindlichkeit doch noch mal als Problem erweist, werde ich einfach noch mal mit meiner tauben Maus anreisen. Erster Erfolg des gestrigen Samstags: Nach meinem Besuch durfte Pino bei Jannika und ihrem Freund einziehen.

Mit Paula bin ich anschließend weitergefahren zu Nina, die lustigerweise ebenfalls Tiermedizin an der Uni Giessen studiert. Nina war bereits Pflegestelle für die „Engel für alle Felle“, hat eine sehr süße, hundeliebende Katze und wünschte sich einen eigenen Hund. Ganz bewusst hat sie sich für einen Border Collie entschieden. Dass sie gern Dogdance mit ihrem Hund machen will, brachte ihr einen Pluspunkt auf der langen Liste der Interessenten ein. Vor allem aber war es Paula, die sich für Nina entschieden hat. Und mein Bauchgefühl hat gesagt, dass die beiden 100-prozentig zusammenpassen. Also habe ich Paula dagelassen mit Halsband, Leine, einem Beutel Platinum-Futter und natürlich einem Dogdance-Buch. Der zweite Erfolg des Tages.

Auf der Rückfahrt sind mir lange Zeit die Tränen runtergelaufen, weil ich Paula in der kurzen Zeit wirklich sehr liebgewonnen habe. Die Tränen sind getrocknet. Zurückgeblieben ist das gute Gefühl, dass zwei Hunde ein tolles neues Zuhause bekommen haben. Von Paula bleibt mir der angeknabberte Flickenteppich in der Küche. Ihre Dekoidee, nach der auf der Küchenfensterbank ein wenig Platz sein sollte, damit ein kleiner, süßer Hund auf den Hof gucken kann, werde ich nicht weiter verfolgen.

Das Fenster zum Hof: Paula hat sich jeden Tag aufs Neue ein Plätzchen zum Rausgucken auf der Fensterbank in der Küche geschaffen.

Das Fenster zum Hof: Paula hat sich jeden Tag aufs Neue ein Plätzchen zum Rausgucken auf der Fensterbank in der Küche geschaffen.

Übrig nach der Vermittlung von Paula sind außerdem knapp 40 teils sehr enttäuschte Interessenten. Liebe Paula-Fans, bei vielen von euch wünsche ich mir, dass ihr einem anderen „Border Collie in Not“ eine Chance gebt. Bei einigen wenigen Interessenten hoffe ich, dass sie ihre Rassewahl noch einmal überdenken. Border Collies eignen sich nicht als reine Familienhunde.

Paula wurde vermittelt über „Border Collie in Not“ (BCiN), die Tierschutz-Initiative der Arbeitsgemeinschaft Border Collie Deutschland (ABCD).

4 Kommentare

  1. Alleine beim Lesen wären mir vor Rührung fast ebenfalls die Tränen gekommen. Ich kann Dich sehr gut verstehen… den Stolz auf sich, ein Pflegekind in liebevolle Hände zu wissen und die leider damit verbundende Trauer. :)

  2. Pingback:An der Leine – Hundeleben in Hannover » Auch das noch …

  3. Guter Post. Kann nicht schaden, sich mit dem Thema detailierter zu befassen. Werde gewiss auch die nächsten Beitraege lesen.

  4. Pingback:An der Leine – Hundeleben in Hannover » Voten für BCiN-Pfoten!

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