Benny sucht ein neues Zuhause

Diesem Blick kann man doch kaum widerstehen. (Foto: Virginia Blüggel)

Diesem Blick kann man doch kaum widerstehen. (Foto: Virginia Blüggel)

Der bildschöne Border-Collie-Bub Benny sucht ein neues Zuhause. Ich halte ihn für den perfekten ersten Border Collie, also einen Hund, der jemanden, der noch nicht ganz sicher ist, ob diese doch etwas spezielle Rasse wirklich die richtige für ihn ist, von sich selbst und der Rasse zwischen Genie und Wahnsinn überzeugen wird. Benny ist nämlich ein typischer Vertreter seiner Rasse, aber dadurch, dass er schon zehn und gut erzogen ist, auch für Ungeübte bestimmt gut zu händeln. Interesse? Dann schnell auf „weiterlesen“ klicken…

[Update I (15.01.2010): Es gibt inzwischen einige Interessenten für Benny. Daumen drücken!]

[Update II (13.02.2010): Benny zieht kommendes Wochenende in die Schweiz. Jenny und ich werden ihn zusammen in sein neues Zuhause bringen. Ich werde euch davon berichten.]

Benny sucht ein neues Zuhause. (Foto: Virginia Blüggel)

Benny sucht ein neues Zuhause. (Foto: Virginia Blüggel)

Anfang November hat sich Bennys Besitzerin per E-Mail an die ABCDTierschutzinitiative „Border Collie in Not“ gewandt mit folgender Beschreibung:

Staubsauger werden gehütet und geschnappt. Er hört aber auf und geht auf Kommando wieder auf seinen Platz. Besen und Schneeschieber ebenfalls. Er ist ein typischer Tropfenfänger. Wenn jemand klingelt, bellt er, und er hört leider nicht sofort auf Kommando auf damit. Er liebt Luftballons, die er balanciert und aber auch kaputt macht, wenn sie auf den Boden fallen. Seifenblasen versucht er zu fangen und bellt ihnen nach. Er ist allerdings auch in der Lage mit einem guten leichten Ball, der nicht so schnell in die Zähne zu kriegen ist, einem diesen wieder zurück zu stupsen in der Luft (Ball fangen spielen). Bälle haben es ihm sehr angetan. Fussball spielen findet er total klasse. Scheinbar ist es für ihn wie hüten. Benny ist am Suchen von Dingen, Bällen etc. sehr interessiert.

Beim Spazierengehen, wenn er nicht beschäftigt wird, gräbt er auf Wiesen mit Mäusen gerne danach. Spielt gerne abwechselnd mit Frisbee und Strickball, welche er draußen allerdings nicht zu einem bringt. Das habe ich leider nicht ausdauernd geübt. Bei anderen Menschen macht er dieses allerdings am Anfang sofort. Also liegt es an mir. Wie sage ich meistens: Benny hat mich schon gut erzogen. Ja, ja!!!

Seine Frisbee nimmt er unterwegs selbst mit, nur wenn er selbst doch mal hinterherjagen möchte, um sie zu fangen, legt er diese ab und legt sich weiter weg, damit man werfen kann. Tja, das macht er ebenfalls auch nur bei mir/uns. Mit einem Strickball tanzt er im Kreis.

Fazit: Bei uns insbesondere mir bringt er die Sachen draußen nicht, aber in der Wohnung klappt es gut!! Benny kann Bälle, Ring etc. unterscheiden und sucht diese. Braucht aber noch Übung.

Vor ca. 5 Jahren habe ich mit ihm Hindernis- und Parcoursübungen angefangen und gemacht. Bei vernünftiger Anleitung würde er es sicherlich mit sehr viel Freude ebenfalls noch machen. Getestet am 25.10.2010. Er will es noch lernen.

Benny ist sehr verschmust! Geht gut bei Fuß! Legt sich auf Kommando ab und bleibt lange liegen! Bei vernünftiger Anleitung würde er es noch besser können. Hört auf die Kommandos „Sitz!“, „Down!“ (flache Hand als Zusatzhandzeichen für „Platz!“), „Gib Pfote!“ und „Mach Männchen!“ klappen sehr gut! Kann sich bei bei „Hier!“ und Handzeichen gut vor einen setzen und hält Blickkontakt! Hört auch auf Kommandos, wenn er weit weg ist!

Benny mag Katzen leider nicht mehr, leider!!! Aber falls eine Katze vor ihm ist und man sagt „Bleib!“, läuft er nicht hinterher! Setzt sich sogar nach Kommando „Sitz!“ auch vor die Katze!

An der Leine hat Benny Angst vor anderen Hunden, knurrt zurück, wenn ihn ein Hund anbellt. Leider ist Benny mit fast einem Jahr von hinten hinterrücks von einem schwarzen, größeren Hund ohne Hundehalter einfach so angefallen worden, als er selbst angeleint war. Ohne Leine fühlt Benny sich besser, aber andere Hunde sind ihm erst einmal suspekt, aber er kann sich gut vertragen. Besonders mit Hündinnen und kastrierten Rüden hat er bislang keine Probleme. Vor älteren Hunden hat er Respekt und lässt sich dann auch was gefallen, falls Zurechtweisungen seitens des älteren Hundes stattfinden.

Leider wird Benny ständig von vielen Hunden angebellt. Ich nehme an, dass es an seinen unterschiedlichen Augenfaben liegt. Er besitzt ein linkes blaues Auge mit schwarzer Fellseite. Das rechte Auge ist braun, teils weiß mit schwarzer Fellseite. Sein Vater hatte beide Augen blau und schwarzes Fell als Untergrund – und ehrlich gesagt sah es im ersten Moment gruselig aus. Für mich ist selbst das Spiegelbild von meinem/unserem Benny ebenfalls sehr ungewohnt und beängstigend.

Benny kommt aus der Region Osnabrück. Genauere Angaben gibt es leider nicht, da er ohne Papiere ist. Allerdings ist er im Jahr 2000 geboren. Im Monat April haben wir ihn damals geholt!

Meinem damaligen Mann und mir wurde er nur als ein richtiger Familienhund angepriesen und dass er nicht zum Hüten geeignet ist, also wenig Ansprüche stellt.

Naja, Benny war von Anfang an schmusig und wollte irgendwie fast in mich hineinkriechen. Am Anfang war es zu merken, dass Benny große Angst vor Autos und lauten Geräuschen hatte. Am Anfang hatte ich das Bedürfnis, ihn wieder zurück zu geben. Denn Gassigehen, wie ich es mit anderen Hunden kannte, war eine richtige Herausforderung, weil er sich ständig ablegte. Doch mit viel Verständnis und Zuspruch hat es geklappt.

Benny habe ich angewöhnt, in Büsche und an den Rand zu gehen. Er ist sehr pingelig mit seinem Kot (dass man es ja nicht sehen kann). Also mitten auf den Weg machen kommt für ihn eigentlich nicht in Frage, dann muss es schon superdringend sein (Durchfall). Er macht sein großes Geschäft auf Kommando („Ast!“), wenn es mal schnell gehen soll.

Kinder sind ihm nicht so geheuer, wenn sie zu laut und zu stürmisch auf ihn zugehen und ihn umringen wollen. Das ist ihm zuviel!!! Besonders in der Altersklasse 2-8 ist ihm unwohl. Wenn Kinder sich normal mit ihm beschäftigen, etwa Ball spielen etc., hat er allerdings keine Probleme.

Also ehrlich gesagt musste ich mir mittlerweile eingestehen, dass ich Benny keinen Gefallen tue, ihn noch länger bei uns zu lassen (durch zwei Vorfälle in unserer Familie, beide Male nicht ohne mein Verschulden). Benny hat es verdient, in eine Familie zu kommen, die ihm noch viel Freude bereitet und in der er noch was lernen kann. In unserer Familie ist es für ihn einfach zu stressig geworden. Leider!

Benny braucht einen Menschen, der ihn noch gerne beschäftigt und Zeit für ihn hat. Alleinbleiben kann er, mag es ehrlichgesagt aber nicht, denn er jault ab und zu und das möglicherweise stündlich. Er beruhigt sich allerdings auch wieder.

Benny hat unsere 3 Jahre alte Tochter leider ins Gesicht geschnappt, allerdings hatte er sicher keine andere Wahl! Er war am Baum angeleint und hatte keinen Maulkorb um und wurde von meiner Tochter bedrängt, zu dem Zeitpunkt hatte ich anderen Schulkindern mit ihrem Fahrradschloss geholfen (wie blöd und fahrlässig von mir). Leider stand ich mit dem Rücken zu den beiden und eigentlich war die Kleine weit weg am spielen bei einer anderen Mutter. Es war mein Fehler!

Wir hatten vor ca. 4 1/2 Jahren mit unserem kleinen Sohn eine ähnliche Situation, doch da habe ich gesehen, was passiert ist. Benny wurde unter den Tisch gejagt von unserem Lleinen und ich schimpfte noch, dass er es lassen soll, allerdings ohne Erfolg. Da hat Benny auch, nachdem er mehrmals geknurrt hatte, geschnappt und im Nachhinein den Kleinen sofort abgeschleckt und sich gleichzeitig entschuldigt (es ist nichts Schlimmes passiert, nur ein kleiner Kratzer). Damals konnte mir niemand versichern, dass er in eine etwas ruhigere Familie kommt. Und ich glaubte, dass ich es in den Griff bekommen kann.

Bitte: Benny braucht Hilfe! Ich liebe Benny sehr und bin traurig weil er es bei uns nicht so gut hat, wie er es verdient. Zwei Freunde unseres Sohnes dürfen schon nicht mehr zu uns, obwohl ich mir sicher bin, dass er diese nicht schnappen würde einfach so, weil er ja sonst auch nicht böswillig ist, ganz im Gegenteil. Doch ich will und kann ihn nicht ständig kontrollieren und immer wegsperren, wenn Kinder da sind. Was wäre es für ein Leben für alle und ganz besonders für unseren guten Benny???

So viele Ausrufezeichen! Da Benny in Wunstorf lebt, also nur eine halbe Stunde mit dem Auto von mir entfernt, bin ich hingefahren, um Benny kennenzulernen. Der Beschreibung seiner Besitzerin nach schien er ein ganz normaler Border Collie zu sein. Und das ist er auch. Ich habe Benny als netten Border-Collie-Buben kennengelernt: neugierig, jederzeit ansprechbar, freundlich im Umgang mit den Kindern in seiner Familie. Ein Traumhund und bildhübsch obendrein. Ich habe aber jetzt schon zu viele Hunde. Als Pflegestelle für Benny zu fungieren kommt daher nicht infrage.

Benny sucht einen Menschen, den er begleiten darf durchs Leben. (Foto: Virginia Blüggel)

Benny sucht einen Menschen, den er begleiten darf durchs Leben. (Foto: Virginia Blüggel)

Zum Glück aber darf Benny bis zu seiner Vermittlung in seiner Familie weiterleben. Jenny Beeskow hat sich zudem seiner angenommen und holt ihn am Wochenende für lange Spaziergänge ab. Und so gibt nun auch einen passenderen Beschreibungstext:

Benny, Border Collie, Rüde, 10 Jahre

Benny ist ein 10-jähriger Border-Collie-Rüde. Er hat nur ein Problem und zwar, dass er keines hat. Er ist gut erzogen, läuft gut ohne Leine, ist draußen verträglich mit anderen Hunden. In der Wohnung ist ihm die Nähe anderer Hunde suspekt. Er hat bisher als Einzelhund in einer Familie gelebt.

Benny ist total verschmust und noch sehr fit und gesund. Er möchte täglich lange Spaziergänge machen und würde sich über Kopf- und/oder Nasenarbeit freuen. Benny orientiert sich sehr an seinen Menschen und achtet beim Spaziergang auf sie. Benny ist absolut lernfreudig.

Benny ist ein typischer Border Collie, d.h. er würde den ganzen Tag Ball spielen, sollte dies aber nicht. Er lässt sich allerdings auch gut vom Ball oder Stöckchen abrufen. Benny hütet nicht. Er lebt derzeit nicht mit Katzen
zusammen und wünscht sich dies nicht unbedingt. Er kann allein bleiben und bellt nur ab und zu mal.

Wir suchen für Benny eine Familie oder Einzelperson, die ihn noch fordert und fördert.

Kontakt: Jenny Beeskow, Hannover

Benny will gefallen – wie jeder typische Border Collie. (Foto: Virginia Blüggel)

Benny will gefallen – wie jeder typische Border Collie. (Foto: Virginia Blüggel)

4 Kommentare

  1. Ich wünschte, meine kleine Schwester hätte nicht so ne Angst vor jeglichem Hund. Benny sieht toll aus und alles aus der Beschreibung hört sich toll an. Wenn ich mir mal einen Hund hole, wenn ich alleine wohne. Dann kann es auf jeden Fall so einer sein :)

  2. Hallo,
    ist benny denn nun gut vermittelt?

  3. Benny ist am Wochenende ein Schweizer geworden. Ein ausführlicher Bericht folgt als Blogbeitrag. Mit Fotos. Die neuen Besitzer, Jenny und ich sind erst mal überglücklich.

  4. Pingback:An der Leine – Hundeleben in Hannover » Gastbeitrag: Benny ist Schweizer geworden

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