Mein Glückskomplettierer

Mein „Barbie Collie“: Skipper, korrekt: Orion von Hamels Hof.

Mein „Barbie Collie“: Skipper, korrekt: Orion von Hamels Hof.

Heute vor genau einem Jahr habe ich Skipper, korrekt: Orion von Hamels Hof, von einer Familie in Ostwestfalen-Lippe abgeholt. Es herrschte Weltuntergangsstimmung: bei der Familie, weil ihr keine andere Wahl blieb, als ihren damals sechsjährigen, heißgeliebten Border-Collie-Rüden abzugeben; bei uns im Dorf, weil ein Unwetter tobte und der Bach vorm Haus sein Bettchen verlassen und sich auf unserer Zufahrt ausgebreitet hatte…

Die Vorstellungsrunde musste also drinnen stattfinden, was durchaus misslich war, denn üblicherweise stellt man ein neues Rudelmitglied dem Rudel auf neutralem Gebiet, einer nahen Wiese etwa, und nicht in der engen Diele vor. So sollte man vor allem dann vorgehen, wenn der Familienzuwachs einem als „Rüde mit Ecken und Kanten“ beschrieben wurde und man selbst auch schon einen Rüden hat. Mein alter Rüde ist allerdings enteiert und zudem bekennend schwul. Und so artete die Präsentation von Skipper dann auch sofort in ein wildes Spiel aus. Meine Maus, Dana von Hamels Hof, war ohnehin sofort begeistert von ihrem Cousin. Und Pitú hat ebenso begeistert mitgemischt bei der Wohnungserkundung im Galopp.

Nur Whisky hatte sich damals sofort auf ihren Platz zurückgezogen, als sie des plüschigen Wesens ansichtig wurde. Ihr Blick sagte: Noch ein „Barbie Collie“? Wie unnütz! Skipper fuhr im Laufe der ersten Nacht mehrere Spielattacken – Whiskys Reaktion war immer dieselbe: Sie entblößte umso mehr Zähne, je näher Skipper ihr kam. Diese Reaktion nahm dieser hin wie ein Labradorwelpe. Sie störte ihn also überhaupt nicht.

Nun ist ein Jahr vergangen. Cousin und Cousine spielen immer noch täglich eine Runde durchs Wohnzimmer. Und auch das aus Hüteleistungslinien stammende Whiskytier hat Skipper liebgewonnen; Whisky duldet sogar Kontaktliegen. Pitú dagegen streitet sich regelmäßig mit dem inzwischen ebenfalls Becherlosen – darum, wer wann wie viel mit mir kuscheln darf. Meinen beiden Exmännern ist aber mittlerweile aufgegangen, dass jeder unabhängig vom anderen seinen Kopf an meinen Oberschenkel anbucken kann, weil ich ja zwei davon habe.

Ich selbst habe definitiv keinen vierten Hund gewollt oder gebraucht, aber hergeben würde ich mein kleines Plüschbärchen schon lange nicht mehr. Eine Freundin (Silvia, darf ich dich in der Öffentlichkeit meines Hundeblogs als Freundin bezeichnen?) hatte es damals schnell auf den Punkt gebracht: Erst der vierte Hund macht das Rudelglück perfekt – schließlich bringt ein Kleeblatt auch nur dann Glück, wenn es vier Blätter hat. Zwingend drängt sich dieser Zusammenhang zwar nicht auf, aber mir gefällt das Bild von Skipper als meinem Glückskomplettierer.

Erst mit Vieren ist das Glück perfekt: Grappa, Skipper, Pitú, Whisky (v.l.n.r.). Am anderen Ende der Leinen: meine Schwester Meike (links) und ich.

Erst mit Vieren ist das Glück perfekt: Grappa, Skipper, Pitú, Whisky (v.l.n.r.). Am anderen Ende der Leinen hängen meine Schwester Meike (links) und ich. (Foto: Uwe Janssen)

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