Was machen die Haftnotizen am Tiefkühlschrank?

Tja, was tut ein verrückter Hundemensch an den Osterfeiertagen? Mit einem Fährtenhund geht er vielleicht zum „Extreme searching for Ostereier“. Oder er fährt gut 200 Kilometer weit zu einem Seminar, um einen Trainerschein für die Hundesportart Obedience zu erwerben. So war es jedenfalls in meinem Fall. Ich bin am Sonnabend und Sonntag beim HSV Oldenburg-Wildenloh gewesen statt beim Eiersuchen und habe zusammen mit einem Dutzend anderer Verrückter an einem Seminar mit Brigitte Lange teilgenommen.

Brigitte Lange ist OfO (Obfrau für Obedience) im DVG-Landesverband Ravensburg-Lippe und zählt zu den besten Obedience-Sportlern in Deutschland. Ich mag die Art, wie sie mit ihren Hunden umgeht. Das Seminar hatte den schönen Titel: „SKN-Erwerb Obedience – Theorie und Praxis“. Warum es dabei auch um Haftnotizzettel am Tiefkühlschrank ging, erkläre ich später.

Mein sogenannter Sachkundenachweis (SKN) als Trainer im Deutschen Verband der Gebrauchshundsportvereine (DVG) wäre Ende des Jahres abgelaufen. Der Schein ist immer nur für drei Jahre gültig und muss dann mit einer Fortbildung verlängert werden. Da Dogdance kein vom Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) geregelter Hundesport ist wie etwa Agility, Flyball und Obedience, habe ich erst mal einen Sachkundenachweis im Bereich Basisausbildung erbracht. Allerdings ist Dogdance, entstanden als „Freestyle Obedience“, mit dem Obedience am engsten verwandt – daher wollte ich mich gern in diesem Bereich fortbilden.

Der Sonnabend blieb trocken – wettertechnisch und auch der Seminarstoff. Wir mussten die komplette Obedience-Prüfungsordnung Punkt für Punkt durchgehen: Die Box für das Ablegen und Schicken ist drei mal drei Meter groß, das Pylonenquadrat für Sitz, Platz und Steh aus der Bewegung acht mal acht Meter, das Holz- oder Kunststoffapportel darf bis zu 450 Gramm wiegen, das Metallapportel maximal 200 Gramm, (…)

Am Sonntag dann gab es ein kräftiges Gewitter, einen Hagelschauer und zwischendurch Regen: der Praxistag. Irgendwie gemein. Da aber die Regel „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung“ auf Hundemenschen nahezu durchweg zutrifft, haben wir eben Regenklamotten getragen und die Trainingspraxis trotzdem voll durchgezogen. Fußlaufen, Distanzkontrolle, Freisprung über die Hürde, Geruchsidentifikation, (…) Ich habe so viel gelernt, das Mitschreiben war angesichts des Wetters nur etwas schwierig. Für die Übung Geruchsidentifikation gibt es übrigens einen Trainingsansatz für Zuhause – mit Haftnotizen am Tiefkühlschrank.

Am späten Nachmittag mussten wir dann noch eine Lernzielkontrolle absolvieren. So will es die Prüfungsordnung für den SKN-Erwerb. Es war ein Multiple-Choice-Test. Machbar. Nun bin ich Obedience-Trainerin. Für das Dogdance-Training, das ich bei den Peiner Eulen gebe, habe ich viele neue Ideen mitnehmen können. Und für das Training meiner eigenen Hunde natürlich auch. Danke, Brigitte!

2 Kommentare

  1. Glückwunsch :)

  2. Da hast Du ja echt ein anstrengendes Wochenende hinter Dir!
    Ich gratuliere Dir ganz herzlich zur bestandenen Prüfung!
    Hoffe, der Montag war dann nicht mehr ganz so streßig!
    Ich habe dann noch eine nette Osterspaziergangbegleitung gefunden ;-)

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