Verzichtbare Erlebnisse

Ich gebe zu, dass ich einen Moment überlegt habe, ob ich genug erlebe, um einen ganzen Hundeblog mit Geschichten aus meinem Hundeleben zu füllen. Nun, ich erlebe genug, manchmal sogar mehr, als mir lieb ist. So scheint es inzwischen zu meinen typischen Beschäftigungen am Sonnabendmittag zu gehören, mich in eine Tierklinik zu begeben. Dies mal war es Pitú, mit dem ich in die Tierklinik am Osterwald gefahren bin. Denn aus dem Loch, das Skipper ihm ins Ohr geschlagen hatte am Freitag, lief Eiter. Igitt.

Meine beiden Exmänner – meine beiden kastrierten Rüden – sind sich immer noch nicht einig, wer wann mit mir wie viel kuscheln darf. Also streiten sie sich. Nicht ernsthaft, aber doof ist das trotzdem. Ein Streit zwischen den Jungs läuft so ab:

Pitú knurrt Skipper an – der schert sich nicht darum.

Pitú knurrt Skipper weiter an – der schert sich nicht darum.

Pitú knurrt Skipper noch weiter an – der schert sich nicht darum.

Pitú knurrt Skipper immer noch an – der findet das blöd, wirft Pitú einmal um, sabbert ihm den Kragen an und trollt sich.

Anmerkung für alle, die meine Hunde nicht persönlich kennen: Meine Jungs kämpfen zwar bis auf 500 Gramm genau in der selben Gewichtsklasse, aber Skipper ist sieben und topfit, Pitú im Sommer 14; außerdem hat er Rücken.

Pitú schüttelt sich und knurrt Skipper wieder an – der schert sich nicht mehr darum.

Streit beendet.

Anmerkung für Tierschützer: Natürlich lasse ich derlei Streitigkeiten zwischen meinen beiden Rüden nicht immer wieder zu, aber zwei-, dreimal im Monat tragen sie so ein Knurr-Schubs-Gefecht doch aus.

Blöd ist, dass Pitú an einer Art Benjamin-Button-Syndrom zu leiden scheint: Er lebt sein Leben, als würde er jünger statt älter. Und so wirkt er jedes Mal aufs Neue überrascht, dass Skipper ihn umwerfen kann.

Am Freitag also haben sich Skipper und Pitú beim Hofgang gekloppt. Statt eines nassen Pelzkragens hatte Pitú danach eine Schmarre über’m Auge (hässlich, aber nicht schlimm) und ein Loch im Ohr (fiel nicht auf, war aber schlimm). Bei genauerer Betrachtung in der Tierklinik war dann erst klar: Das Loch hätte schnell wieder zugenäht werden müssen. Dafür war es am Sonnabend zu spät. Die Wunde war bereits entzündet.

Jetzt heißt es: Täglich ein- bis zweimal die Wunde mit 3%iger-Wasserstoffperoxid-Lösung reinigen und viel Kitkat essen – denn das kann länger dauern. Bei der Wundkontrolle gestern waren die Tierärzte Bitter Junior und Bitter Senior zum Glück schon recht zufrieden mit dem Heilungsprozess, den mein Laienauge zwar noch nicht erkennen konnte, aber ich glaube den Ärzten mal.

Antwort auf meine Frage, wann ich denn wiederkommen solle: „Am liebsten gar nicht!“

Vorläufige Bilanz: Mit 99 Euro hat das Erlebnis „Loch im Ohr“ zwar das jüngste Zusammenflicken von Grappa knapp übertroffen, aber es liegt noch unter der bisher erfolglosen Diagnostik an meinem Auslaufmodell, der Rudelimpfung, meinem Ausflug mit Whisky in die TiHo und Skippers Kastration.

7 Kommentare

  1. Ja Ja was so Löcher alles anrichten können. Bei meinen beiden Jungs ( Anton prollt im Hintergrund rum ) sind nicht nur die Größen etwas unausgewogen sondern auch die Gewichtsklasse logischerweise und auch das Alter. Fox wird 5 mit 3,8 kg will Berni Bernstein ca. 20 kg erklären das die Mädels ihm und zwar nur ihm gehören, inklusieve dem Sofa und ein paar anderen Annehmlichkeiten. Berni hebt dann nur den Kopf hoch wenn Fox auf ihn los geht und grummelt etwas zur Seite, das ist auch gut so, denn wenn Berni ( übrigens 8 Monate ) es ernst meinen würde hätte Fox nicht nur ein Loch im Pelz sondern wäre glaube ich ganz schön tot. Ich hoffe das das nicht noch schlimmer wird, wie gesagt Berni ist ja erst 8 Monate. Aber auf diesen Macho Stress kann ich auch gut verzichten.

  2. Ach übrigens gute Besserung dem Rentner.

  3. Hallo Inka,
    ach ja, die Tierarztbesuche. Es geht Dir da mit 4 Wauzis natürlich noch schlechter, als mir mit „nur“ einem. Aber im letzten halben Jahr hat er sich auch jede Mühe gegeben, unseren Geldbeutel zu belasten. Zurzeit „toi, toi, toi“ ist gerade Ruhe. Deinem Pitú aber gute Besserung!
    @Bianca: Ich drücke die Daumen, dass das mit deinen beiden Jungs nicht schlimmer wird. Aber wenn du Pech hast, dann kann es da dann doch nochmal schlimmere Machtkämpfe geben. In meinen Zwei-Hund-Zeiten habe ich immer Hündin mit Rüden kombiniert, ist etwas stressfreier. Aber man kann es sich ja nicht immer aussuchen. :-)

  4. Hallo Tanja, ja ja ich habe auch kombiniert. Ich habe zu meinen 3 Jungs noch 2 Mädels. Und da die Mädels so langsam läufig werden ist ja der Stress, Berni ( Langhaarcollie ) kommt so langsam in die Geschlechtsreife ( 8 Monate ) und Fox ( wird 5 Jahre, Haremswärter ) muss seine Mädels vor ihm sichern. Anton seinen Sohn 2 Jahre hat er da ganz gut im Griff. Ach übrigens die Lütten sind Papillons. Uns zwischen einem Pappi und einem Collie ist ja dann doch ein gewisser Größenunterschied. Ne aber ansonsten läuft es ganz zufriedenstellend. Und wenn wir mit den Läufigkeiten durch sind wird es auch wieder entspannter.

  5. @Bianka: Ooookay, das ist ja ein Riesenrudel. :-) Und ich überlege noch immer, ob ich einen zweiten dazunehme. …

    • Ach, Tanja, fang bloß nicht mit dem Zweiten an. Siehst ja, wo das enden kann;-) Nee, im Ernst: Zwei Hunde zu haben ist anders, aber schöner. Wie wäre es, wenn du dich der Border-Collie-Welt langsam näherst mit einem Border-Collie-Retriever-Mix… Ich wüsste da wohl einen: Sam. Was für eine arme Socke. Sam ist 15 Jahre alt und hatte wohl noch kein so schönes Leben. In seiner Pflegestelle ist er aufgeblüht. Nun sucht er einen netten Platz.

  6. @Inka: So weit entfernt von der Border-Collie-Welt bin ich doch gar nicht. Hatten ernsthaft drüber nachgedacht, aber dann im Tierheim einen Goldie bekommen. Oder er uns … wie war das bloß noch…. :-) Und der muss jetzt immer Samstags mit mir zum Agility. Das macht er super, wird nur nie so schnell wie die Border- oder Aussie-Konkurrenz. Macht aber nix. Und jetzt fängst Du an, mich mit Fellnasen zu verführen. Ich bin da ja wirklich anfällig … ;-)

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