Hurra, Hannover lockert den Leinenzwang

Na also, es geht doch. Noch bevor das neue niedersächsische Hundegesetz da ist, will Hannover eine liberalere städtische Hundeverordnung verabschieden. In Kurzform: Geplant ist, dass Hunde, die zusammen mit ihrem unbescholtenen Herrchen oder Frauchen den VDH-Hundeführerschein gemacht haben, einen Sonderausweis bekommen können mit dem sie dann in Parks und Grünanlagen – in gebührendem Abstand von Kinderspielplätzen und Schulhöfen natürlich – frei herumtoben dürfen. Hurra!

Die jüngste Version der Verordnung über das Halten von Hunden in der Landeshauptstadt Hannover ist zwölf Jahre alt, eine Entscheidung des Niedersächsischen Oberverwaltungsgerichts aus dem Jahr 2005 noch nicht umgesetzt. Das Gericht hatte vor fünf Jahren entschieden, dass unangeleinte Hunde im Stadtgebiet nicht generell als Gefahr für andere Tiere und Menschen anzusehen sind.

Beschlossen ist der Verwaltungsentwurf zur Lockerung des Leinenzwangs noch nicht. Die Grünen sind noch zu besorgt um die vielen Wildtiere im Stadtgebiet. Eine Mehrheit für den Entwurf gibt es aber wohl im Stadtrat. Und so dürfte die neue Hundeverordnung wohl wie geplant verabschiedet werden und dann auch in Kraft treten.

Und sobald ich mir den Sonderausweis für mein Rudel besorgt habe (zum Glück bin ich schon sachkundige Hundehalterin und überdies eine unbescholtene Bürgerin), kann ich meine Studien zu Makramee-Mustern, die man mit Hundeleinen knüpfen kann, beenden.

Auf Kilometer 2 der Joggingrunde: Makramee mit vier Leinen.

Auf Kilometer 2 der Joggingrunde: Makramee mit vier Leinen.

21 Kommentare

  1. Hurraaa, das wäre ja total klasse! Meinst du mit VDH-Hundeführerschein die Begleithundeprüfung? Egal, dafür würd ich jede Prüfung machen ;) Ich hab zwar nur eine Leine, und somit nicht die Chance, Makramee-Muster zu studieren, aber Frine läuft hier am Niederrhein so viel und gerne „oben ohne“, dass es schade wäre, wenn ich sie in Hannover immer angeleint spazieren führen müsste.

    • Hallo Franzi,

      Ich habe es so verstanden: Der VDH-Hundeführerschein genügt. Wer aber eine Begleithundeprüfung gemacht hat, die ja tendenziell eine Spur schwieriger ist, kann diesen Schein vorlegen. Auch möglich: eine bestandene Prüfung des Berufsverbands der Hundeerzieher der Stufe 2. Oder eben eine vergleichbare Prüfung.

      Bis bald in Hannover, Inka

  2. Das sind tatsächlich gute Nachrichten. Ich fragte mich gestern nur nach dem Lesen des NP-Berichts, ob diese Befreiung dann tatsächlich auch während der Brut- und Setzzeit gilt. Völlig überflüssig finde ich den Antrag. Hundeführerschein mitführen sollte doch reichen und macht viel weniger bürokratischen Aufwand. Aber nun denn.
    LG
    Tanja

  3. @Inka: Glückwunsch – hast einen schönen Knoten gebastelt. Ich hadere noch mit mir, ob ich am Sonntag mit zwei Hunden angeleint laufen gehen. Buddy hat Kumpelbesuch. Evtl. versuche ich mal mein Glück und nehme den nichtjagenden Labrador-Kumpel ohne Leine mit.

  4. Ich treibe mich mal wieder auf einer Rassehunde-Ausstellung herum.
    Inka, der Hundeleinen Makramee Knoten könnte doch ein Anreiz für einen Wettbewerb auf einer Messe/ Ausstellung sein.
    Anbieter für Hundeleinen gibt es ja reichlich.

    Lg
    Hanke

  5. Wurde mal gebissen. Wenn der Leinenzwang gelockert wird, gehe ich nur noch wenn absolut nötig aus dem Haus.

    • Hallo Dieter,

      Das tut mir sehr leid. Ich finde Beißvorfälle vor allem deshalb schlimm, weil die meisten vermeidbar sind. Nicht die Hunde sind das Problem, aggressiv sind die wenigsten, jedenfalls nach meiner Erfahrung. Aber ein inkompetentes anderes Ende der Leine (wenn denn überhaupt eine dran ist) ist ein echtes Problem.

      Ich leine meine Hunde an, wenn mir jemand ohne Hund entgegen kommt. Nur, wenn der ruft, dass das nicht nötig ist, lasse ich meine laufen. Anspringen dürfen sie dann aber trotzdem nicht.

      Bei einer massiven Angst vor Hunden kann ich nur raten, sich damit auseinanderzusetzen: Wer Hundesprache versteht, kann abschätzen, ob ein sich nähernder Hund gefährlich werden könnte oder freundlich gesinnt ist. Außerdem gibt es einiges, das man selbst tun kann, um eine Hundebegegnung stressfrei zu überstehen. Ansonsten: Mit Welpen spielen.

      Alles Gute!

      Gruß, Inka

  6. Der Kommentar von Dieter ist, so leid mir sein Erlebnis auch tut, leider beispielhaft für das gros der Reaktionen von Nichthundehaltern auf die Ankündigung der Stadt.
    Kaum einer versteht nämlich wirklich, was der Leinenbefreiung voraus gehen muss. Nämlich dass der Halter nachzuweisen hat, dass er das Verhalten seines Hundes versteht und entsprechend agieren kann, so dass der Hund eben _keine_ Belästigung für seine Umwelt darstellt.
    Sicherlich ist es letztenendes eine Frage der Kontrolle. Aber ich behaupte mal, dass die Leute, die _jetzt_ ihre Hunde unkontrolliert herumlaufen lassen, es auch mit der neuen Regelung tun werden. Und die Hunde, deren Halter verantwortungsbewusst und mit Respekt für ihre nicht hundeliebenden Mitmenschen in den Grünanlagen unterwegs sind, wird man wahrscheinlich gar nicht bemerken.
    Auffällig sind immer die, die sich daneben benehmen. Ob mit oder ohne Leinenbefreiung.
    Mal ganz davon abgesehen bin ich allerdings nach wie vor der Meinung, dass der Umgang mit Hunden, auch wenn man selber keinen Hund halten möchte, schon im Kindergarten ein Thema sein sollte. Ich bin überzeugt, dass sich dadurch viele Missverständnisse zwischen Mensch und Hund, die eben häufig zu Beißvorfällen führen, vermeiden ließen.

  7. Uns ist im Strassenverkehr ein unangeleinter Hund vor’s Auto gelaufen. Der Hundehalter hat uns beschimpft, Beulen in unser Auto getreten, und uns bedroht und ist mit seinem Hund wieder weitergezogen. Das war echt ein Schock für uns. Da man ja nichts dafür kann wenn man Auto fährt und sowas passiert. Wäre aber nicht passiert wenn der Hund angeleint wäre. Im Stadbereich also, gearde wo viel gefahren wird, halten wir das seitdem als unverantwortlich. Auch dem Tier gegenüber, dass einfach auf die Fahrbahn laufen kann.

    • Hallo Oli,

      Ich halte es auch für unverantwortlich, einen Hund an der Straße unangeleint laufen zu lassen. Selbst der besterzogene Hund ist immer noch ein Hund. Dem Hundehalter, dessen Hund euch vors Auto gelaufen ist, könnte man zugute halten, dass er geschockt war. Beulen darf er natürlich trotzdem nicht ins Auto treten.

      Ich kann leider aus Erfahrung sprechen: Mir ist selbst schon mal ein Hund vor’s Auto gelaufen, und ich hatte einen Schock. Wie es kam? Es war das erste Gewitter, das ich mit Grappa erlebt habe – in der Eilenriede. Sie lebte erst einige Wochen bei uns damals. Als es donnerte, rannte sie in Panik nach Hause. Leider war eine Straße dazwischen.

      Was mich ärgert: In Hannover leben deutlich mehr als Zehntausend Hunde. Jeden Tag begegnet man welchen, wenn man sich in der Stadt bewegt. Aber der eine Zwischenfall mit dem einen schlecht erzogenen Hund bleibt bei Nichthundehaltern im Gedächtnis haften…

      Bitte nicht falsch verstehen: Hunde sollen nicht vor Autos laufen, Hunde sollen niemanden erschrecken und erst recht nach keinem Hosenbein schnappen. Die große Mehrheit der Hunde tut das auch gar nicht – die fällt nämlich nicht auf. Catha, ich stimme dir vollkommen zu.

      Viele Grüße,

      Inka

  8. Hi Inka,

    danke für Dein Statement. Keine Sorge, wir lieben Tiere natürlich weiterhin und verurteilen sie auch nicht. Ich kann bloß den Menschen als Wesen nicht mehr nachvollziehen und dieses „nur Ich“ Verhalten. Es ist traurig das Tiere unter dem Menschen immer Leiden müssen.

  9. Das ist super…wäre ja genau mein Vorschlag ;-)

  10. noch mehr Scheiße auf Hannovers Gehwegen und in der Flur wäre die Folge. Inder Eilenriede ist zu beobachten, das Haufen der Vierbeiner vermehrt auf Kinder Spielplätzen abgelegt werden oder die Eilenriede als Hundekloo missbraucht wird. Die Stadt sollte mal dringend Kontrollieren ob der Leinenzwang auch in der Brutzeit eingehalten wird.

    Es ist immer ärgerlich wenn man im dunklen beim Joggen auf unangeleinte Hunde trifft. Antwort der Hundehalter der tut doch nichts. Wie das ausgehen kann sieht man ja am Huskivorfall. Ich bin strikt für den Leinenzwang und für eine Zusatzabgabe für Hundekot an die „AHA“und als weiteren Tipp an die Madsack wären mal mehr Qualitätsartikel und nicht so ein Köterblog oder so ein misslungener Kinoteil + weniger DPA kopieren. Die vermeintlichen Clienttelartikel sind unerträglich.

  11. Mal wieder jemand mit unqualifizierten Aussagen der in der Anonymität versinkt…

    Verschwindet die Scheiße auf den Gehwegen, in der Eilenriede oder sonst wo, wenn die Hunde an der Leine sind?? Wohl kaum!

    Der Huskyvorfall tut mir sehr leid, aber er ist in den eigenen vier Wänden passiert! Was hat das mit Leinenzwang zu tun?

    Und warum schaust Du eigentlich in so einen Köterblog? Bleib dem doch einfach fern – dann brauchst Du Dir diesen „Blödsinn“ nicht antun.

    Einen wunderschönen Abend wünsche ich Dir noch. :-)

    Liebe Grüße,
    Jenny

  12. siegbert Albrecht

    Einen Hundeführerschein ?
    Da sollte erst einmal ein Fahrradführerschein Pflicht werden;
    denn gerade in unserer schönen Eilenriede sind die Raser und Fahrradrüpel zahlreich den Hunden überlegen, und wenn sie etwas anrichten, schwupp sind sie weg und nicht greifbar.
    S. Albrecht

  13. Ich bin mal an der Leine Höhe Auffahrt Westschnellweg kontrolliert worden und sollte 50,00 € zahlen, weil ich die Steuermarke für Spikey nicht dabei hatte (Hund an der Hundeleine).
    Als ich dann fragte, wieviele die Fahrradraser (die fahren da oft wie die Besenkten!) zahlen müssten, würden sie kontrolliert werden (da ist kurzzeitig Fahrrad- und Fußweg zusammen), meinte der nette Polizist; 20,00 €. Das steht doch in keiner Relation, oder?!

    Naja, der Polizist hat es bei einer Verwarnung belassen.

  14. Bitte nicht. Als aktiver schneller Radfahrer mag ich es überhaupt nicht, wenn mir Hunde vor das Rad laufen.

    Siehe auch aktuelle Diskussion im Radforum auf:
    http://www.radforum.de/hunde-in-der-eilenriede-jagdausbildung-185144.html

  15. Wir wollten mal im hiesigen Stadtpark picknicken.
    Scheiterte schon am Decke ausbreiten … Scheißhaufen an Scheißhaufen.

    Gruß
    Uwe

  16. Ich als meine Hunde liebender Hundehalter mag es auch nicht, wenn meine Hunde vor’s Rad laufen, denn dabei gefährden sie ja nicht nur den Radfahrer, sondern auch sich selbst.

    Ich persönlich mag übrigens keine Radrennfahrer, die mit nicht für den Straßenverkehr zugelassenen Rennmaschinen durch die Eilenriede und um den Maschsee jagen, denn sie verhalten sich genauso gesetzwidrig wie Hundehalter, die sich nicht an die Anleinpflicht halten: Der BGH hat festgestellt, dass Radfahrer auch auf getrennten Geh-/Radwegen in gleicher Weise wie bei gemeinsamen Geh-/Radwegen besondere Rücksicht auf Fußgänger nehmen müssen.

    Es gibt also keine freie Fahrt für freie Radfahrer ;-)

    @Uwe: Was haben Hundehäufchen mit dem Leinenzwang zu tun? Die Wahrscheinlichkeit, dass ein unangeleinter Hund dorthin macht, wo keiner geht oder sitzen will, ist im Übrigen größer als bei einem angeleinten Hund. So oder so: Hundehaufen sind ein Ärgernis. Ich habe immer Tüten dabei, denn ich will ja auch selbst nicht, irgendwo reintreten.

  17. @Herr Kleinauf-Wegener
    Wäre der Unmut über die notwendige Geschwindigkeitsreduktion auf einem Weg in der Eilenriede (war das eigentlich ein ausgeschriebener Radweg oder ein kombinierter Rad-Fußweg?) eigentlich ebenso groß gewesen, wenn es keine freilaufenden Hunde gewesen wären, die von ihren Halterinnen erst an die Seite hätten gerufen werden müssen, sondern herum tobende (kleine) Kinder?

    Worauf ich hinaus will – natürlich ist es nicht zu akzeptieren, wenn Hunde Radfahrer oder andere Verkehrsteilnehmer behindern oder Liegewiesen verunreinigen. Andererseits kann man eben nicht nur auf sein persönliches Recht zur freien Entfaltung und ungetrübtem Freizeitvergnügen plädieren und verlangen, dass sich die Umgebung bitteschön danach zu richten und Rücksicht zu nehmen hat. Gegenseitige Rücksichtnahme sind die Zauberworte.
    Und ich bleibe dabei – es wird immer Hundehalter geben, die negativ auffallen. Ob mit oder ohne gelockertem Leinenzwang.

  18. Christine Pestka

    Leinenzwangbefreiung der Stadt Hannover: teuer und relativ wirkungslos

    :-(

    Für meinen Border Collie, seines Zeichens gepfüter Rettungshund des Technischen Hilfswerkes in Trümmer und Fläche, habe ich Ende des Jahres 2010 eine Befreiung des Leinenzwangs beantragt.

    Das Ganze hat gekostet:

    Porto: etwa 5€ (zu verschmerzen)

    Kosten für das behördliche Führungszeugnis: 12 €

    Verwaltungsgebühren: 50 €

    Zustellgebühren: 2,31 €

    Kopierkosten für sämtliche Unterlagen zu BH-Prüfungen, THW-Prüfungen, Chip-Nummer, Impfausweis, Haftpflichtversicherung: 2,50 €

    Macht in der Summe knapp 70 € für einen etwas grauen DIN-A5-Zettel (schwarz-weiß-Druck), den ich in Zukunft bei mir führen muss, der besagt, dass mein Hund mit mir als Halterin in bestimmten (eng eingegrenzten Stadtgebieten) vom Leinenzwang befreit ist.

    Dies gilt nicht für die Brut- und Setzzeit, dies gilt nicht im Innenstadtbereich, dies gilt nicht für Teile der Eilenriede (Gott bewahre, dorthin gehe ich sowieso nicht freiwillig), dies gilt nicht für 50m Umkreis um Schulen/Kindergärten/Geschäfte….

    Bei der Überweisung der 52,31 € an die Landeshauptstadt Hannover ist mir sehr schnell schmerzhaft gedämmert, dass das scheinbar wieder mal eine Masche der Stadt zum Geldverdienen sein muss.

    …nirgendwo konnte ich Informationen finden, dass die Stadt mal eben 50 € als „Verwaltungsgebühren“ für die Ausstellung dieses Zettelchens verlangen wird? Hätte ich das gewusst, hätte ich mir diesen Ärger erspart, und mein studentisches Portemonai wäre nun nicht noch leichter geworden.

    Apropos leichter: noch leichter ist es in Langenhagen als Hundehalter sein Geld loszuwerden. Dort interessiert es auch keinen Ausführenden des Ordnungsamtes der Stadt Langenhagen, dass der Hund (2m neben mir stehend) geprüft ist als Rettungshund und Prüfungen in den höchsten internationalen Klassen des Gehorsams bestanden hat etc. etc. etc.: er war abgeleint UND in einer Grünfläche bzw. im „Naherholungsgebiet Silbersee“ (so viele Glasscherben gibt es nicht mal in den allerdreckigtsten Vierteln in Hannovers Innenstadt)

    Kosten der Verwarnung: 20€.

    Und: eine DROHUNG (!), dass bei erneutem Antreffen des unangeleinten Hundes in einer Grünfläche in Langenhagen mit einem deutlich teurerem Bußgeldverfahren zu rechnen ist.

    Im nächsten Leben ziehe ich nach Hamburg, dort gibt es mit der amtlichen Leinenzwangbefreiung nach BH und Sachkunde eine wirkliche Leinenfreiheit….

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