Plüschbabypuppe

Als Kind hatte ich eine Babypuppe. Wasser und auch alle anderen Flüssigkeiten, die ich ihr durch den Mund mit einer kleinen Plastiknuckelflasche eingeflößt habe, liefen durch sie durch und kamen unten wieder raus – auch, wenn sie nicht auf ihrem kleinen Plastiktöpfchen saß. Ich erinnere mich an verschiedene Experimente, bei denen unterschiedliche Flüssigkeiten, immer größere Mengen und auch Lebensmittelfarbe eine Rolle gespielt haben. Aber ich will hier ja keinen Schwank aus meiner Jugend erzählen. Sondern von Skipper.

Große Klappe - doch was steckt dahinter? Skipper, mein Plüschprolet, ist zur Plüschbabypuppe mutiert.

Große Klappe - doch was steckt dahinter? Skipper, mein Plüschprolet, ist zur Plüschbabypuppe mutiert.

Mein vor knapp fünf Wochen kastrierter Plüschprolet ist zur Plüschbabypuppe mutiert. Er ist jetzt ein Auslaufmodell.

Nach der Kastration fiel mir auf, dass er deutlich mehr – länger – pinkelt als vorher. Ich dachte, das hätte was mit dem Ausscheiden des Narkosemittels zu tun und habe mir nicht viel dabei gedacht.  Allerdings habe ich morgens mal mitgestoppt: 43 Sekunden lang ließ er es laufen. Respekt, dachte ich. Ich habe dann auch eine Pfütze in der Wohnung gefunden. Er hatte es – dies mal wie ein Welpe auf vier Pfoten – in der Küche laufen lassen, als Whisky ihn geärgert hat.

Seit Skipper Ende vorigen Jahres bei uns eingezogen ist, ärgert Whisky ihn hin und wieder. So hat sie etwa entschieden, dass er sich in den Garderobenschrank in der Diele setzen muss, wenn sie das will. Ich habe ins unterste Fach deshalb inzwischen eine Hundedecke gelegt. Seitdem legen sich Skipper (tagsüber) und Grappa (nachts) gern ins unterste Schrankfach. Dass Skipper nun in die Küche gepinkelt hat, geschah, als Whisky ihn einmal mehr „ermuntern“ wollte, sich in den Schrank in der Diele zu begeben, er dies aber nicht wollte… Dass ein siebenjähriger, von sich selbst sehr überzeugter Rüde sich von einer Hündin zum Pinkeln bringen lässt, fand ich durchaus lustig.

Am Freitag ist mir aufgefallen, dass Skipper säuft wie ein Loch. Außerdem hat er in die Wohnung gepinkelt, ohne dass ein anderer Hund in der Nähe gewesen wäre. Und abends hat er sogar auf seiner Decke liegend das Wasser nicht halten können. Die Nacht zum Samstag verlief so: Skipper säuft, und das Wasser läuft durch wie durch eine Babypuppe. Ich habe viel gewischt und drei Hundedecken in die Waschmaschine gestopft.

Am Samstagvormittag bin ich mit der Plüschbabypuppe dann zum Tierarzt gefahren. Nach Urin- und Blutuntersuchungen stand fest: keine Entzündung, kein Zucker, die Nieren sind in Ordnung, kein Verdacht auf Cushing – Skipper ist topfit. Mitbekommen habe ich Propalin, ein Mittel, das eigentlich nur Hündinnen bekommen, die nach einer Kastration inkontinent geworden sind. Armer Skipper, erst lasse ich ihm die Eier abschneiden, und jetzt bekommt er Mädchenmedizin.

3 Kommentare

  1. Aaaaaarmer Skipper! Gut, dass es ihm wieder besser geht, der kleine Plüschpupser

  2. ‚Armer Skipper, erst lasse ich ihm die Eier abschneiden, und jetzt bekommt er Mädchenmedizin.‘
    Wie kannst du auch??

    *kicher*

  3. Pingback:An der Leine – Hundeleben in Hannover » Mein Glückskomplettierer

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