Vom Leben mit einem monkischen Hund

Kennt ihr den RTL-Kommissar Monk, den zwangsneurotischen Expolizisten, der nun als Detektiv seinen ehemaligen Kollegen bei den Ermittlungen hilft? Adrian Monk hat so viele Ticks, dass keiner sie in einem Atemzug nennen könnte. Genau so ist Whisky, die jüngere meiner beiden Hündinnen. Sie ist: monkisch.

So fühlt sie sich wohl: Whisky beim Schafe hüten.

So fühlt sie sich wohl: Whisky beim Schafe hüten. (Foto: Silvia Winterberg)

Whisky ist sechs Jahre alt, stammt aus guten Hüteleistungslinlien – aber nicht von einem guten Züchter. Sie kam als Welpe zu einem netten Ehepaar in der Lüneburger Heide, das sich jahrelang alle Mühe mit ihrer „Nicki“ gegeben hat. Doch das Leben mit einem Border Collie ist nicht leicht, wenn man keine Schafherde im Garten stehen hat. So landete Whisky vor knapp zwei Jahren über die Border-Collie-Rescue der Arbeitsgemeinschaft Border Collie Deutschland bei mir.

Behalten wollte ich sie eigentlich nicht, aber irgendwie hat sich das scheue Häschen mit seinem Pandabären-Gesicht, den kleinen Pommes-Tüten-Ohren und den vielen Macken ganz schnell in mein Herz geschlichen. Ohnehin hat sie schnell bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen – mit ihren Zähnen auf meinen Armen. Nicki wurde also umgetauft, als Whisky komplettiert sie seitdem meine Schnapsideen-Sammlung. Mit ihr hat sich mein Traum von einem echten Hütehund erfüllt.

Whisky ist – wie der schrullige Adrian Monk – eine Meisterin beim Erkennen von Mustern. Jüngstes Beispiel:Wie Whisky mich dazu gebracht hat, vier Nächte in Folge mitten in der Nacht aufzustehen, mich anzuziehen und mit ihr rauszugehen. Das kam so: Whisky hatte ein bisschen Durchfall, also hat sie sich nachts gemeldet. Drei Uhr. Ich habe mir Hose, Pulli und Winterjacke über den Schlafanzug gezogen, bin mit nackten Füßen in die Winterstiefel geschlüpft und raus mit ihr. Und das war gut so. In der nächsten Nacht: die selbe Prozedur. Kommissarin Whisky erkennt: Wenn ich nachts zwischen drei und vier Uhr an der Tür kratzte, geht Frauchen mit mir raus.

Zwei Nächte lang bin ich darauf reingefallen: Hose, Pulli und Winterjacke über den Schlafanzug ziehen, mit den nackten Füßen in die kalten Stiefel schlüpfen und rausgehen. Whisky hat es genossen. Ich nicht! Natürlich hatte ich es geahnt, dass der Durchfall längst überstanden ist, doch ich finde es nicht fair, einen Hund, der sich nachts meldet, nicht rauszulassen. In der fünften Nacht war zu müde – und unfair. Eine Stunde lang hat Whisky kratzend Auslass erbeten. Dann war das Muster durchbrochen. Und das war gut so.

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