Kleine Forscherin in Plüsch

An meiner kleinen Maus (Anmerkung für Nichthundehalter: Es ist überhaupt nicht ungewöhnlich, einem Hund zusätzlich zum offiziellen im Zuchtbuch eingetragenen Namen und dem eigentlichen Rufnamen noch einen oder sogar mehrere Kosenamen zu geben.) ist ein Forscher verloren gegangen. Einer, der den Selbstversuch nicht scheut. Grappa (Anmerkung für Hundehalter und Nichthundehalter: Ja, jeder meiner Hunde war eine Schnapsidee.) klaut nicht nur alles Essbare, das sie erreichen kann, sondern auch Nichtessbares. Als wolle sie überprüfen, ob Nichtessbares wirklich nicht essbar ist.

Der Erfolg gibt ihr recht: Grappa ist sie inzwischen schon elf Jahre alt und topfit. Ich bin sicher, dass sie irgendwo ordentlich Protokoll führt. Etwa so:

Neue Versuchsreihe, Tag 1

Ich habe heute ein Stück Seife gegessen. Es roch allerdings besser, als es geschmeckt hat. Ich habe deshalb auch mehr als die Hälfte übrig gelassen. Das mache ich sonst nie, denn erstens esse ich in der Regel alles auf, und zweitens könnten Reste Frauchen darauf aufmerksam machen, dass Teile von etwas gegessen wurden. Heute Abend werde ich meine unschuldigste Miene aufsetzen. Dann glaubt Frauchen sicher, dass der Pitú der Seifenräuber ist.

Tag 2

Mist, eine Kette von Indizien hat mich entlarvt – erstens hatte ich nicht daran gedacht, dass alles, was man isst, mal mehr (Hundefutter), mal weniger (Seife) verändert auch wieder rauskommt; zweitens bin ich heute am Tatort erwischt worden. Da lagen aber nur noch Pinzetten fürs Labor. Und als ich gerade geprüft habe, ob man die essen kann, kam Frauchen und hat mit mir geschimpft.

Tag 3

Heute habe ich nichts Besonderes angestellt. Ich habe lediglich eine 200-Gramm-Packung getrocknete Mangos aufgegessen, um meine Vitaminversorgung zu sichern. Frauchen sagt, das hätte ich nicht tun sollen. Und sie sagt auch, dass ich die Plastikverpackungen nicht mitfuttern soll, wenn ich mal Vitamine mopse. Ich will mich nicht wiederholen: Warum ich keine Reste übrig lasse, habe ich vorgestern schon erklärt.

Tag 4

Wichtige Notiz: Mit getrockneten Mangos in Platiktüten verhält es sich – beim Wiederrauskommen – wie mit Seife, nicht wie mit Hundefutter. Hat Frauchen heute nach der Gassirunde gesagt.

Tag 5

Ich grübele immer noch über die Hundefutter-Seife-Mango-Sache.

PROTOKOLLENDE.

Zurück zum Thema Kosenamen für Hunde. Recht weit oben auf der Hitliste der Kosenamen, die mir bekannte steht aus mir unerfindlichen Gründen „Fellnase“ oder „Pelznase“. Dabei kenne ich keinen einzigen Hund mit bepelzter Nase. Aber nun gut.

In der Plauderecke des Hundeforum von Polar-Chat habe ich eine der schönsten Kosenamenlisten gefunden: Ein Hund namens Paula heißt demzufolge auch Eisbär, Schäfchen, Stressnudel, Staubsauger, wandelnder Komposthaufen oder Fiepse. Ich sehe sie quasi vor mir.

Meine Hunde haben natürlich auch alle Spitznamen. Grappa hieß schon „Maus“ bei ihrem Züchter. Das ist geblieben. Pitú, der mal Tom hieß, hörte zwei Jahre lang auf „Kleiner Irrer“, ist nun aber vollends zum „Teddybär“ geworden. Whisky ist mein scheues, durchgeknalltes „Häschen“. Und Skipper heißt meist nur „Skippy“ wie das Buschkänguruh aus der australischen Fernsehserie, was durchaus passend ist, weil er erstens gerne springt und zweitens australischer Abstammung ist.

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